Ehepaar fertigt in der Überseestadt Gebäck nach selbsterprobtem Rezept

Lebkuchen aus Bremen

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Albert und Britta Coldewey versüßen die Weihnachtszeit mit ihren Elisen-Lebkuchen „made in Bremen“.

Bremen - Von Thomas Joppig. Zwei Bremer Schausteller beweisen, dass guter Elisen-Lebkuchen nicht zwingend aus Nürnberg kommen muss. Mit der Delikatesse hat das Ehepaar Coldewey eine Marktlücke auf dem Weihnachtsmarkt aufgetan – und nicht nur dort.

Wer die Tür öffnet, hat den Duft der Weihnachtsbäckerei sofort in der Nase. Zimt, Nelken, Kardamom, Anis und Muskatblüten sorgen für das typische Aroma der Lebkuchen. Sechs Mitarbeiter kümmern sich in der Bremer Lebkuchen-Manufaktur von Britta (50) und Albert Coldewey (58) ums Weihnachtsgeschäft. Ein großer Trichter steht in der Mitte der Backstube. Er enthält eine gehaltvolle Mischung aus gemahlenen Mandeln und Nüssen, Marzipan, Honig, Zucker, Orangeat und Zitronat, die auf den Oblaten platziert wird. Mehl enthalten die Elisen-Lebkuchen nach dem Rezept von Britta Coldewey nicht.

„Haben Sie unsere Malieschen schon probiert?“, fragt Britta Coldewey und hält den Kunden einen Teller mit dem Gebäck entgegen. Malieschen sind kleine Elisen-Lebkuchen mit Mandelstückchen. Torsten Lippstreu, einer ihrer Mitarbeiter in der Backstube, hatte die Idee für die neue Kreation – und die Coldeweys haben sie vor kurzem ins Sortiment aufgenommen. Lebkuchen-Liebhaber sind Coldeweys schon lange. Das Gebäck aus dem Supermarkt fanden sie jedoch meist etwas trocken, selbstgebacken schmeckte es ihnen am besten: Die Idee einer eigenen Lebkuchen-Bäckerei war geboren.

Kreativ: Torsten Lippstreu verziert in der Backstube die handgemachten Elisen-Lebkuchen mit Ingwerraspeln. In der Lebkuchen-Manufaktur Bremen haben Besucher Einblicke in sämtliche Arbeitsschritte.

Mit süßen Sachen kennen sich die Coldeweys aus. Auf dem Bremer Freimarkt und anderen Volksfesten verkaufen sie ihr traditionell selbstgemachtes „Eis wie Sahne“. Ihre Lebkuchen-Idee setzen sie aber nicht sofort um. „Als unsere drei Kinder noch klein waren, war es uns zu aufwendig, jedes Jahr nach der Eissaison auf den Volksfesten noch auf Lebkuchen umzusteigen“, erinnert sich Albert Coldewey. Mittlerweile sind die Kinder groß, die Weihnachtsmärkte boomen – und die Coldeweys sind nun seit drei Jahren nicht nur Eiskonditoren, sondern auch Lebkuchenbäcker.

Ihr Standort auf dem Weihnachtsmarkt könnte bremischer kaum sein: Die rustikale Holzhütte, aus der es verführerisch nach Lebkuchen und Punsch duftet, steht direkt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rathaus, Stadtmusikanten und Liebfrauenkirche. Im Herbst dieses Jahres haben die Coldeweys zudem neue Räume in der Überseestadt bezogen, weil es ihnen am alten Standort zu eng wurde. In der Nähe des ehemaligen Kaffee-Hag-Geländes werden die Lebkuchen in einer von außen einsehbaren Backstube gebacken – und natürlich auch gleich an Kunden vor Ort verkauft.

Die Coldeweys sind begeistert, welches Echo sie mit ihrem Gebäck ausgelöst haben: Da sind die Eltern, die es ihren Kindern nach Australien schicken. Da sind die älteren Damen, die bei einem Kaffeekränzchen feststellen, dass sie alle drei unabhängig voneinander die Bremer Lebkuchen als Mitbringsel gekauft haben. Und da sind die Bremer, die süddeutschen Freunden beweisen wollen, wie gut norddeutsche Lebkuchen schmecken können. Denn sogenannte Lebküchner, die das Lebkuchenbacken noch als ein echtes Handwerk verstehen, gibt es vor allem im Raum Nürnberg. Jenseits des Weißwurst-Äquators haben Britta und Albert Coldewey mit ihrer Manufaktur dagegen weithin Seltenheitswert.

Jeder Bremer Lebkuchen sieht ein bisschen anders aus – wie liebevoll selbstgebackene Kekse. Dabei backen die Coldeweys und ihre Mitarbeiter durchaus große Mengen. Zu ihren Kunden gehören neben Privatleuten auch Firmenkunden.

www.lebkuchen-bremen.de

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