Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt wegen versuchten Mordes

Gift im Saft: Mann verhaftet

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Manipuliert wurden Trinkpacks mit Drehverschluss

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Der Giftanschlag auf ein Ehepaar aus dem Bremer Süden ist „ein absoluter Einzelfall“. Da ist sich die Polizei inzwischen ganz sicher. Sie nahm den Ehemann (56) als dringend Tatverdächtigen fest. Er soll das Gift in den Saft gemischt haben. Das berichtete heute Nachmittag ein Polizeisprecher.

Wie es weiter hieß, hat der Mann in seinen Vernehmungen gestanden, das Gift in die Capri-Sonne gemischt zu haben. Die Polizei hatte mehrere 330-Milliliter-Packungen mit der gefährlichen Substanz in der Wohnung des Paares sichergestellt. Zum Motiv machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Ermittelt wird wegen versuchten Mordes, wie Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage sagte. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 56-Jährige seine Frau vergiften wollte.

Vor einer Woche war bekannt geworden (wir berichteten), dass am 10. Juli erst der Mann, zwei Tage später seine 54 Jahre alte Ehefrau zunächst mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Es stellte sich jedoch nach kurzer Zeit heraus, dass es sich keineswegs um Schlaganfälle, sondern um Vergiftungen handelte, wie die Polizei zu dem Zeitpunkt berichtete.

Während der Ehemann schon nach wenigen Tagen aus der Klinik wieder nach Hause zurückkehrte, blieb der Gesundheitsszustand der Frau den Angaben nach kritisch. Sie musste tagelang in ein künstliches Koma versetzt werden. Inzwischen befindet sich die 54-Jährige auf dem Wege der Besserung. Sie sei bei Bewusstsein und „eingeschränkt ansprechbar“, wie Passade sagte.Bei Krimi-Lesern – und bei den Ermittlern – war der Ehemann sehr schnell in den Fokus als Verdächtiger gerückt. Für sie ist seine Festnahme keine Überraschung. Das mögliche Vorgehen des 56-Jährigen, sich selbst als Opfer darzustellen und damit unverdächtig zu machen, scheint gründlich danebengegangen zu sein. In Vernehmungen räumte der Bremer ein, das Gift in den Saft gemischt zu haben. Die Gründe für den Mordversuch liegen laut Staatsanwaltschaft noch im Dunkeln.

Zur Art des Giftes hielten sich die Ermittler bedeckt.„Durch das Geständnis stellt sich der Sachverhalt als ein absoluter Einzelfall dar. Die Getränke wurden erst nach der Beschaffung im Haushalt des Ehepaares mit dem Schadstoff versetzt“, betonte Polizeisprecher Dirk Siemering. Der Hersteller von Capri-Sonne hatte sofort nach Bekanntwerden des Falls versichert, die Ware habe das Werk in einwandfreien Zustand verlassen. Auch die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die 330-Milliliter-Packungen mit Schraubverschluss nachträglich manipuliert worden waren. Die Bremer Polizei dankte gestern der Herstellerfirma ausdrücklich „für die hervorragende Kooperation“.

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