Grundstein für modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk gelegt / Investition: 445 Millionen Euro

Effizienter und flexibler Strom aus Bremen

+
Den Grundstein für das neue Kraftwerk legten Umweltsenator Joachim Lohse (v.l.), Michael Bosse-Arbogast (Tobi), SWB-Vorstand Dr. Torsten Köhne, Dr. Hans-Jürgen Witschke (DB Energie), GKB-Geschäftsführer Matthias Schaup und Dr. Marie-Luise Wolff (Mainova). ·

Bremen - Von Viviane ReinekingDer Grundstein ist gelegt – in zwei Jahren soll das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk am SWB-Standort in Mittelsbüren in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Hochöfen des Stahlwerks von Arcelor-Mittal fertig sein. Angesichts der Energiewende und des Ausbaus grüner Energien stelle das flexible und effiziente Kraftwerk eine wichtige Ergänzung dar, waren sich alle Partner einig.

445 Millionen Euro sind für die Investition einschließlich der Kosten für Infrastruktur und Finanzierung veranschlagt – 445 Megawatt soll die Leistung betragen. Um das Mammutprojekt zu realisieren, haben die Projektpartner das Unternehmen Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG (GKB) gegründet. Mit von der Partie sind neben den früheren Stadtwerken der Energieversorger der Deutschen Bahn (die DB Energie ist mit zwei Prozent beteiligt), der Frankfurter Energieversorger Mainova (25,1 Prozent) sowie die Tobi-Gaswerksbeteiligungsgesellschaft (15,5 Prozent), ein Zusammenschluss aus 15 Stadtwerken, der seit drei Jahren am Markt tätig ist. Den Großteil der Anteile hält die SWB. Die Bahn unterschrieb zudem einen Strombezugsvertrag, nach dem sie 165 Megawatt an Strom für das Betreiben ihrer Züge abnimmt. „Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erreichung der Klimaschutzziele Bremens, der Verringerung der Treibhausgase um 40 Prozent bis zum Jahr 2020“, sagte Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) gestern bei der Grundsteinlegung. SWB-Vorstand Dr. Torsten Köhne: „Mit dieser modernen Anlage sind wir augenblicklich die einzigen auf dem bundesdeutschen Erzeugungsmarkt, die das umgesetzt bekommen.“

Wesentlich größer als bei anderen Kraftwerken soll der Wirkungsgrad des Gaswerks sein: 58 Prozent des Energiegehaltes werden nach Angaben des GKB in Strom umgewandelt. Dazu kommt: Im Gegensatz zur Verbrennung von Kohle entsteht laut GKB bei Gaskraftwerken wesentlich weniger klimaschädliches Kohlendioxid. Schwächelt die grüne Energie, soll das neue Kraftwerk zudem flexibel Ersatz gewährleisten. Im Hinblick auf die regenerativen Energien im Bahnstrom-Mix sei eine solche Anlage im norddeutschen Raum wichtig, um Schwankungen ausgleichen zu können, sagte DB-Energie-Geschäftsführer Hans-Jürgen Witschke. Der Frankfurter Energieversorger Mainova will mit dem Strom aus Bremen bis 2015 den Bedarf Frankfurts selbst vollständig atomstromfrei abdecken. „Ohne alle Stadtwerke wird es eine Energiewende in Deutschland nicht geben können“, sagt Michael Bosse-Arbogast.

Die Anteilseigner versenkten im Grundstein eine Kapsel mit Zeitungen, Projektbeschreibung und Bauzeichnung. Erste Gründungsarbeiten wurden bereits durchgeführt. Insgesamt soll das Kraftwerk 1,8 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Das deckt laut GKB rein rechnerisch den Bedarf von rund 500 000 Bremer Haushalten mit durchschnittlichem Verbrauch.

Das könnte Sie auch interessieren

Jugend-Challenge in Verden

Jugend-Challenge in Verden

Fast 80 Tote nach Buschfeuern in Kalifornien

Fast 80 Tote nach Buschfeuern in Kalifornien

May warnt vor Putsch im Brexit-Streit

May warnt vor Putsch im Brexit-Streit

SCT-Ball in Twistringen

SCT-Ball in Twistringen

Meistgelesene Artikel

Besuch beim Friseur endet für Falschparker im Krankenhaus

Besuch beim Friseur endet für Falschparker im Krankenhaus

Polizei geht gegen Drogen- und Straßenkriminalität vor

Polizei geht gegen Drogen- und Straßenkriminalität vor

Staatsanwalt fordert im „Mordfall ohne Leiche“ Freispruch für den Angeklagten

Staatsanwalt fordert im „Mordfall ohne Leiche“ Freispruch für den Angeklagten

„Bremen zeigt Gesicht“: 5.000 Menschen demonstrieren für offene Gesellschaft

„Bremen zeigt Gesicht“: 5.000 Menschen demonstrieren für offene Gesellschaft

Kommentare