Echter Krimi: „Schwarzgeld“ von Lutz Otte

Das Bankgeheimnis

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Vom Datendieb zum Krimiautor mit Anliegen: IT-Spezialist Lutz Otte.

Von Thomas Kuzaj. Im Jahr 2012 wurde Lutz Otte, zu jener Zeit als IT-Spezialist im Rechenzentrum einer Schweizer Großbank beschäftigt, an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Er hatte geheime Kundendaten an den deutschen Staat weitergegeben und damit das Schweizer Bankgeheimnis verletzt. 18 Monate war er in verschiedenen Schweizer Gefängnissen wegen der Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses inhaftiert.

Im Jahr 2012 wurde Lutz Otte, zu jener Zeit als IT-Spezialist im Rechenzentrum einer Schweizer Großbank beschäftigt, an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Er hatte geheime Kundendaten an den deutschen Staat weitergegeben und damit das Schweizer Bankgeheimnis verletzt. 18 Monate war er in verschiedenen Schweizer Gefängnissen wegen der Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses inhaftiert.

Otte, der jetzt in Norddeutschland lebt, hat nun ein Buch über seine Geschichte geschrieben – einen, wie sein Verlag sagt, „stark autobiografisch geprägten Wirtschaftskrimi“ mit dem lakonischen Titel „Schwarzgeld“. Untertitel: „Eine fast wahre Geschichte von Steuerbetrug und Wirtschaftsspionage in der Schweiz“. Erschienen ist das Buch dieser Tage im Bremer Verlag Edition Temmen (192 Seiten, Preis: 12,90 Euro).

In seinem Buch stecke „eine gehörige Portion Wahrheit“, schreibt Otte, Jahrgang 1959, im Vorwort. Und dann geht‘s auch gleich zur Sache: „Die Schweiz ist nicht deshalb zu einem der reichsten Länder der Welt geworden, weil sie wertvolle Bodenschätze, findige Schokoladen- und Käseproduzenten oder eine ungemein fleißige Bevölkerung ihr Eigen nennen kann. Ihren großen Reichtum verdankt die Schweiz nur der Erfindung des Schwarzgeldes.“

Die Schweizer Banken, so Otte weiter, hätten es in 80 Jahren Bankgeheimnis „geschafft, aus einem Gesetz, das die illegalen Vermögen von Hunderttausenden Ausländern schützt, eine patriotische Angelegenheit des Schweizer Volkes zu machen“.

Vom Datendieb zum Krimiautor, allerdings zu einem Krimiautor mit einem Anliegen – im Buch erzählt Otte seine Geschichte aus der Perspektive des Protagonisten Schwarzenbach. Er präsentiert damit seine Sicht auf die Planung seiner Tat, die Festnahme, Prozessverlauf und Gefängnisalltag. Otte erzählt schnörkellos und mit vielen Dialogen.

ARD zeigt

Doku zum Fall

Am Montag, 29. Juni, wird um 22.45 Uhr in der ARD eine Dokumentation ausgestrahlt, die sich mit Otte und dessen Fall beschäftigt. „Das Thema Steuerbetrug ist zu seinem Lebensthema geworden. Aus dem Verräter wurde ein Warner“, heißt es in einer Vorschau auf den 45-Minuten-Film von John Kantara.

Kantara ist mit Otte an verschiedene Schauplätze gereist – in die Schweiz, nach Deutschland und nach Luxemburg. Und er deutsche Politiker zum umstrittenen Datenhandel befragt.

Und Otte? Hat sich nach all den Ereignissen seine Einstellung zum Leben und zum Leben in Freiheit verändert? Seinem Verlag beantwortete er diese Frage so: „Der Wert der Freiheit hat sich für mich komplett verändert und ist heute von wirtschaftlichen Belangen abgekoppelt.“ Und: „Ein Buch zu schreiben, ist zum Beispiel Teil dieser neuen Freiheit. Und sicherlich werden noch einige Dinge, die ich immer schon tun wollte, dazukommen. Da ich im Gefängnis auf vieles verzichten musste, habe ich schnell gelernt, mich an vermeintlichen Kleinigkeiten zu erfreuen und welch hohes Gut die Freiheit ist.“

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