Eberhard Kulenkampff bekommt die „Bremer Auszeichnung für Baukultur“

Richtungsweisende Spuren

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„Qualität in der Gestaltung städtischer Räume“: Blick auf die Domsheide mit dem von Kulenkampff angeregten und 1988 fertiggestellten Verkehrsturm des dänischen Backstein-Künstlers Per Kirkeby. Die Museen Böttcherstraße widmen Kirkeby eine Ausstellung, die am 7. Februar beginnt.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die „Bremer Auszeichnung für Baukultur“ wird morgen, Freitag, einem Mann verliehen, dessen Arbeit – wie ohne Übertreibung gesagt werden darf – stadtbildprägend gewesen ist. Der frühere Senatsdirektor Eberhard Kulenkampff bekommt den Preis „für sein stadtplanerisches Wirken“, wie es im Bauressort heißt.

Natürlich wirkt niemand so allein – und deshalb geht die Auszeichnung erklärtermaßen an „Kulenkampff und sein Team“. Neben dem ehemaligen Senatsdirektor werden Bernd Andreas, Detlef Kniemeyer, Ernst Friedrich Meyer-Loose, Siegfried Obermeier und Volkrad Stampa zur Preisverleihung in der Oberen Rathaushalle erwartet.

Die Laudatio hält einer, der alle Beteiligten – und selbstverständlich die Hauptperson – gut kennt: Bausenator a.D. Bernd Meyer (SPD). Den Preis selbst überreicht Bau- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne). Sein Ressort und das Bremer Zentrum für Baukultur (BZB), das der Architektur nach 1945 gewidmet ist, verleihen die „Auszeichnung für Baukultur“ gemeinsam.

Wie und wofür soll öffentlicher Raum genutzt, wie soll er gestaltet werden? Fragen, über die sich trefflich streiten lässt. Das konnte Kulenkampff zu Amtszeiten gut. Gern setzte er sich auch dafür ein, einer Stadt – in diesem Fall eben: Bremen – auch einmal Raum zum Atmen zu lassen, so zum Beispiel am Domshof. Eine Steinwüste, wie Kritiker sagten? Nein, die konnte Kulenkampff auf diesem Platz nicht erkennen.

Das Wechselspiel engerer Bebauung und sich öffnender freier Plätze nach italienischem Vorbild – ein stadtplanerischer Grundsatz. „In einer Zeit städtebaulichen Wandels nach den Jahrzehnten des (Wieder-)Aufbaus und des raschen Wachstums der Bremer Stadt stellte Senatsdirektor Eberhard Kulenkampff die Weichen zu mehr Qualität in der Gestaltung städtischer Räume“ – so drückt man es heute im Bauressort aus. Und: „Wichtige Neugestaltungen öffentlicher Räume fallen in die Ära Kulenkampff.“

Gemeint sind damit beispielsweise der Domshof und die Domsheide, der Liebfrauenkirchhof und der Teerhof. Kurzum: „Das Wirken Kulenkampffs hat in Bremen nachhaltig Spuren hinterlassen.“ Er hat „richtungsweisend die städtische Entwicklung Bremens beeinflusst“, heißt es beim BZB. In Kulenkampffs Zeit fiel auch die Erneuerung von Stadtvierteln wie Ostertor und Vegesack. Zudem wurden die Grundlagen für neue Stadtteile gelegt. Beispiel: Technologiepark.

Kulenkampff war von 1974 bis 1987 Senatsdirektor in der Baubehörde. Später – bis 1994 – war er Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Gewoba. Geboren wurde Kulenkampff am 10. Dezember 1927 in Swakopmund. Seine Eltern waren Farmer in Südwestafrika (heute: Namibia). In den 50er Jahren studierte Kulenkampff in Hannover Architektur und Städtebau. Er wurde Stadtplaner in Hannover, später dann Stadtbaurat in Kiel. Es folgte der Wechsel nach Bremen. Seit dem Jahr 2000 ist Kulenkampff mit der Künstlerin Natalie Thomkins verheiratet.

Zur Verleihung der „Bremer Auszeichnung für Baukultur“ veröffentlicht das BZB einen neuen Band in seiner Schriftenreihe: „Die Stadt: Spielraum für das Leben“.

Das Buch vereint Schriften und Reden Kulenkampffs aus der Zeit von 1952 bis heute, die – so eine Ankündigung – „als Zeitdokument die städtebaulichen Diskurse ihrer Zeit widerspiegeln, jedoch auch noch heute erkennbare Aktualität besitzen“. Das Buch erscheint im Schünemann-Verlag. Es hat 116 Seiten und kostet 14,90 Euro.

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