„Eat the World”: Eine kulinarische Führung durch Steintor und Ostertor

Tour der Leckereien

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Christina Skjefstad (3. v.r.) ist mit ihrer Gruppe beim Dessert angekommen.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Das hätte den Männern auch gefallen“, sagt Elsa Tohoff aus Rotenburg. Sie hat die „Eat-the-World“-Tour von ihrer Familie geschenkt bekommen. Mit Tochter Kirsten und Enkelinnen schlemmt sie sich jetzt drei Stunden lang durch sieben kulinarische Stationen im Viertel.

Würziger Hummus, dunkle Schokoladen-Tarte, originelle Käseschnecken und italienische Antipasti gehören zur „Eat-the-World“-Tour durch Ostertor und Steintor. An jeder Station wird die kleine Gruppe um Tour-Leiterin Christina Skjefstad mit Leuten aus Rotenburg, Nürnberg und Bremervörde von den Gastgebern empfangen und verköstigt.

Teilnehmerin Elsa Tohoff kocht nicht nur viel selbst, sondern lässt sich auch gerne inspirieren – wie etwa beim „Holtorf“. Inhaber Marcus Weber erzählt über sein außergewöhnliches Geschäft mit dem Original Jugendstil-Interieur. Die meterhohen Regale beherbergen unter anderem Spezialitäten wie Obstbrände aus der Überseestadt und Gewürzmischungen aus eigener Herstellung.

Die Besucher erfahren, dass Hemelinger Bier zwar nach einem Bremer Stadtteil benannt und „Kult“ ist, aber längst nicht mehr an der Weser gebraut wird. Dafür werden aber heute wieder neue Original Kraft-Biere in der Stadt gebraut, verkauft und ausgeschenkt.

Gestärkt mit Frikadellen aus dem Fleisch „freilaufender Outdoor-Schweine“ wird die Tour fortgesetzt. Auf dem Weg von Leckerbissen zu Leckerbissen erzählt Skjefstad diverse Geschichten und Anekdoten über die Stadt. Sie sagt, warum die Alt-Bremer Häuser ihren charakteristischen Baustil erhielten, und stellt einige ihrer bedeutendsten Bewohner vor. Zu diesen zählt auch Ottilie Hoffmann. Die politisch und sozial engagierte Bremerin kämpfte im 19. Jahrhundert unter anderem gegen den starken Alkoholkonsum. Im Ostertor ist ihr Denkmal heute ein beliebter Treffpunkt. Hoffmanns Botschaft scheint den meisten weitestgehend unbekannt.

Familie Dürschner aus Nürnberg freut sich über die neuen Eindrücke: „So geht man mal in Lokale, in denen man nicht wüsste, was man bestellen soll, weil man die Speisen nicht kennt.“ Verwundert zeigten sich die Franken darüber, dass die schönen Häuser meist mit Graffiti beschmiert seien. Von diesem Eindruck lassen sich die Dürschners erst durch Käsespezialitäten an der nächsten Station ablenken. Die Kostproben kommentiert Gastgeberin Birte Schmidt mit ihrer persönlichen Weisheit: „Käse macht glücklich.“ Nach drei Stunden verabschiedet sich die Gruppe gut gelaunt – auf der Zunge noch das Aroma einer letzten Schokoladen-Tarte.

Die etwas andere Art der Stadtführung von „Eat the World“ hat ihre Wurzel in Berlin. Mittlerweile ist daraus ein Franchise-Unternehmen mit eigenen Touren in einer Vielzahl deutscher Städte geworden. „Durch Zufall bin ich im Jahr 2013 auf das Konzept gestoßen, als ich zu einer eigenen Idee nach Informationen suchte“, sagt Skjefstad. Das Konzept gefiel ihr so, dass sie schon wenige Wochen später Touren für Bremen zusammenstellte und kurz darauf auch für Oldenburg.

Das kulinarische Erlebnis verfeinert sie mit Häppchen aus Stadtgeschichte, Architektur, Unterhaltung und Kultur. „Das Herzstück ist diese Mischung und die kulinarische Vielfalt“, sagt die Bremerin. Sie selbst lerne bei den Touren und der Planung immer wieder etwas Neues. Demnächst wird zu ihren Viertel- und Altstadt-Touren noch eine dritte Bremer Route hinzukommen. „Langweilig wird das nicht, und es macht richtig, richtig Spaß!“

www.eat-the-world.com

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