Angebot in Corona-Zeiten

Die letzte Meile: Mit dem E-Scooter durch Bremen

Alles auf einen Blick: Die Karten in den Apps zeigen neben dem Leih- und Abstellbereich auch an, wie viele Scooter zur Verfügung stehen.  
SCREENSHOT Tier-App
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Alles auf einen Blick: Die Karten in den Apps zeigen neben dem Leih- und Abstellbereich auch an, wie viele Scooter zur Verfügung stehen. SCREENSHOT Tier-App

Bremen – Sie gehören inzwischen zum Stadtbild und sollen die Verkehrswende vorantreiben: E-Scooter sind aus Bremen kaum noch wegzudenken, dabei gibt es sie noch nicht einmal ein Jahr in der Hansestadt. Anfangs mit Argwohn betrachtet, brachten die Roller nicht nur einen Hauch von Anarchie auf die Straßen, sondern viele Menschen auch an ihr Ziel. Heute stehen fast 1 000 Zweiräder zur Verfügung.

„Die letzte Meile grün machen“, das hatten sich 2019 – und auch davor – viele Unternehmen aus der Mobilitätsbranche auf die Fahne geschrieben. E-Scooter sollten umweltfreundlich, einfach zu bedienen und ganz simpel per App zu starten sein. Das Konzept scheint nach Einführung der Roller Ende des vergangenen Jahres aufgegangen zu sein. Der schwedische Anbieter „Voi“ und das Berliner Unternehmen „Tier“ ziehen eine erste positive Bilanz.

E-Scooter: Zwei Flotten mit fast 1 000 Rollern

Mit 280 E-Scootern gestartet, hat „Voi“ seine Flotte mittlerweile auf etwa 450 Roller aufgestockt, sagt Claus Unterkircher, General Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ähnlich die Entwicklung bei „Tier“: Standen anfangs 100 Stück zur Verfügung, reizte die Firma dann das mit der Stadt vereinbarte Kontingent aus. 500 Scooter sind heute im Angebot, sagt Pressesprecher David Krebs.

Die Scooter kommen an. Das bestätigen die beiden Firmen übereinstimmend: „Wir sind sehr zufrieden mit unserem Start in Bremen“, so Unterkircher. Auch bei „Tier“ fällt eine erste Rückschau positiv aus. „Wir haben einen großen Kundenstamm aufgebaut, von dem wir positives Feedback erhalten“, sagt Krebs. Konkrete Nutzer- oder Fahrtenzahlen nennen beide Unternehmen jedoch nicht.

E-Scooter: „Tier“ und „Voi“ planen Ausbau

Und so geht’s: Einfach die passende App aufs Handy laden, mit Mailadresse eingeben und Zahlungsart (Paypal oder Kreditkarte) auswählen. Eine in die Apps integrierte Karte zeigt die Standorte der Vehikel an – und, wie viele bereitstehen. Die Stadtteile, in denen die Scooter geliehen und abgestellt werden können, sind dabei bei „Tier“ und „Voi“ nahezu gleich. Sie umfassen die Innenstadt, die Neustadt, Östliche Vorstadt und Ostertor, Schwachhausen und Findorff, Walle sowie Teile der Überseestadt. Allenfalls in wenigen Straßenzügen unterscheiden sich die Bereiche. „Tier“ will bezüglich weiterer Gebiete „behutsam und organisch wachsen“ und mögliche Veränderungen „nur in Abstimmung mit der Stadt vollziehen“. „Voi“ strebt langfristig an, die gesamte Stadt abdecken zu können. Zudem seien „außerhalb der Innenstadt gelegene Bereiche und Stadtteilzentren“ besonders interessant.

E-Scooter: Mit Tempo 20 wendig unterwegs

Einfach den QR-Code am Lenker scannen, schon ist das Gefährt freigeschaltet. Leicht abstoßen und dann den Stromhebel betätigen – die Fahrt beginnt. Beide Scooter sind wendig und fahren etwa 20 Kilometer pro Stunde schnell. Zusätzlich sind beide Scooter mit Lichtern vorne und hinten, einer Bremse und einem Ständer ausgestattet. Per App lässt sich leicht der jeweilige Akkustand ablesen. Die Preise beider Anbieter variieren zwischen 15 Cent („Voi“) und 19 Cent pro Minute bei „Tier“ plus Anmeldegebühr, auch individuelle Pakete für Vielfahrer werden angeboten.

Die Corona-Pandemie traf auch die Scooter-Branche hart. Die strengen Ausgangs- und Kontaktsperren im März und April hatten für „Tier“ „deutliche Folgen“. Auch „Voi“ habe „einen elektrischen Gang zurückschalten“ müssen. Mit Ende der strikten Maßnahmen keimte jedoch schnell Hoffnung auf: „Voi“ registrierte eine „stark erhöhte Flottenauslastung“, zwischenzeitlich habe sich diese sogar verdreifacht. „Der Aufwärtstrend hat noch nicht begonnen, sich abzuflachen“, so Unterkircher. „Tier“ spricht von einem „deutlichen Aufwärtstrend“, gerade weil die Scooter in Zeiten von Mindestabständen eine individuelle Fortbewegung möglich machen, sagt Krebs.

E-Scooter: Alkohol am Lenker ist nicht erlaubt

Und es gibt Regeln für die Piloten: Nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss, nicht zu zweit, nicht auf dem Bürgersteig – es sind diese Regeln, an die E-Scooter-Fahrer sich halten müssen, sonst droht ein Bußgeld. Stehen Scooter dennoch im Weg, halten „Voi“ und „Tier“ Mitarbeiter bereit, die diese dann an andere Orte bringen. Zudem würden die Roller auf defekte Teile überprüft und diese gegebenenfalls ausgetauscht – Baukastensystem sei Dank. Im Zuge dessen desinfizieren Mitarbeiter die Scooter, heißt es weiter. Schwache Akkus können ebenfalls gewechselt werden, jedoch sei dies selten nötig. Beide Anbieter sprechen von einer Akku-Lebensdauer von mindestens 24 Monaten oder länger.

Von Steffen Koller

Regel oder Ausnahme? Falsch abgestellte oder umgestoßene Roller werden von Mitarbeitern der Anbieter wieder aufgestellt.

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