Knapp 20 Kinder und Jugendliche kämpfen fürs Klima

Durchgehend Freitag

Einsatz fürs Klima auf dem Marktplatz. Foto: GNUSCHKE

Bremen – Rucksäcke, Isomatten, Decken, Planen, das Spiel „Tabu“ – all das liegt nur ein paar Schritte vom Parlamentsgebäude entfernt auf dem Marktplatz. Darüber: Transparente zum Thema Klima. Drumherum sitzen Kinder und Jugendliche, zum Teil ohne Schuhe oder Strümpfe, denn ihnen ist warm genug. Gut zehn jungen Aktivisten sind es, für die jetzt jeden Tag Freitag ist – Freitag von der Bewegung „Fridays for future“.

Seit Montag demonstrieren sie auf dem Marktplatz, nur wenige sind bereits 18 Jahre alt, die Jüngste ist elf. „Eure Klimapolitik ist ein Witz, aber keiner lacht“ steht auf einem Transparent. Insgesamt beteiligen sich knapp 20 Schüler an der Aktion, die auch das Übernachten unter freiem Himmel auf dem Marktplatz umfasst.

Zum Auftakt in der Nacht zu Dienstag kam allerdings die Polizei und beendete das Sit-in der neun Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren. Grund: Die Versammlung war nicht angemeldet. Und da sich auch kein Verantwortlicher fand, kontaktierte die Polizei die Eltern, die Schüler mussten gehen. Dafür entschuldigte sich Polizeipräsident Lutz Müller am Dienstag bei den Kids. Er räumte ein, die Polizei hätte ihren Ermessensspielraum nutzen und die jungen Umweltschützer gewähren lassen sollen.

Inzwischen haben sie eine Genehmigung bis Freitagnachmittag, wenn es wieder „Fridays for future“ heißt. Der eine Tag reicht den Schülern aus Bremen und „umzu“ jedoch nicht, betonen Leon (14) und Eva (13). In ihren Augen macht die Politik nicht genug für die Umwelt. Die Gruppe fordert unter anderem einen Kohleausstieg in Bremen bis 2020 und eine autofreie Stadt bis 2030. Und Foodsharing-Dienste, damit viel weniger Essen weggeworfen wird. Die Eltern stünden hinter ihrer Aktion, versichern die Jugendlichen. Sie versorgen den Nachwuchs mit Nahrung, ebenso wie drei umliegende Restaurants. Täglich um 15 Uhr gibt es einen kleinen, offenen Workshop. Am Mittwoch kommt ein Vertreter des Alfred-Wegener-Instituts.

Viele Gespräche führen die Jugendlichen auf dem Marktplatz. Eva kann einige andere Sichtweisen nun besser nachvollziehen, „aber nicht teilen“, betont sie.  gn

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