Durchbruch in Acryl

„Mein Kunst-Stück“ mit Christa Grundmann und ihrem Bild „Provokant“

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Fast lasziv blickt die dargestellte Dame auf Christa Grundmanns Bild „Provokant“ den Betrachter an.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Provokant“ heißt Christa Grundmanns Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Es zeigt eine junge Frau mit selbstbewusstem Blick. „Das Bild war wie ein Durchbruch“, sagt die Bremer Künstlerin.

Bekannt ist Christa Grundmann bislang eher für Aquarelle und detailreiche, naturalistische Porträts in Acryl. Mit dem Acrylbild „Provokant“ ist ihr ein besonderer Schritt gelungen. Mit „Provokant“ näherte sich die Künstlerin dem, was bei ihren Aquarellen längst sitzt – trotz schneller Arbeit richtig zu abstrahieren und den Kern der Darstellung zu treffen. „Wenn es mir einmal gelungen ist, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, werde ich es wieder schaffen“, freut sich die Malerin.

Grundmann nutzte eine gebrauchte Leinwand, was sie während des Malens als hilfreich empfand. „Es war schon viel Farbe drauf und so fing ich locker an.“ Mit einem dicken Pinsel schuf sie eine Frauendarstellung mit weichen Übergängen. Die Bremerin reduzierte die Farben, die sie immer erst auf der Leinwand mischt. Auch die Flächenaufteilung gelang.

Zwar halte sie sich auch bei ihren Porträts nicht an die echten Farben, sagt sie, doch dieses Bild sei anders. Die Haltung und der Blick seien provozierend. Fokus und Schärfe seien auf diesen Blick gerichtet. Entscheidungen, wie die für diesen Ausdruck der Frau, würden meist aus dem Moment heraus getroffen, erzählt Grundmann. Deswegen sei es schwierig, ein Bild mit der exakt gleichen Stimmung zu kopieren. „Provokant“ ist noch nicht ganz abgeschlossen. Doch eins weiß Grundmann schon jetzt: „Hier wird sicher nicht mehr kommentiert: ‚Ach, das ist ja Deine Tochter‘.“

„Manchmal entsteht ein Bild sehr schnell“

Obwohl Grundmann schon immer gemalt hat, wurde sie Krankenschwester. Neben Familie und Beruf nutzte sie jede Gelegenheit, um Kurse zu besuchen, Unterricht zu nehmen und zu malen. Auf Erlöse durch die Kunst ist und war Grundmann nicht angewiesen. Dies sei durchaus erschwerend, denn bei Ausstellungen oder Galeristen werde man oft abwertend als „Hobbymaler“ bezeichnet, sagt Grundmann. Ihre Fragestellung liegt im technischen Bereich: Wo finde ich das richtige Motiv, wie setzte ich es um? Wie finde ich für die Umsetzung genug Zeit. Wie gehe ich mit dem Frust um, wenn etwas nicht gelingt. „Das ist sehr tagesabhängig“, sagt die Künstlerin. „Manchmal entsteht ein Bild sehr schnell, ein anderes Mal malt man sich regelrecht fest.“

Ob wir Kunst brauchen? „Ja, denn das Leben ist schon schwer genug. Ohne die Kunst und die Natur wäre vieles schwerer. Sie geben Kraft und positive Momente. Deswegen mache ich auch positive Kunst, als Kontrast zur oftmals anderen Wirklichkeit.“ Sie wirke wie Träume oder Phantasie. Daraus konnte sie auch als Krankenschwester für den Umgang mit den Patienten Energie schöpfen.

Zu den Künstlern, die für Grundmann besonders bedeutend sind, zählen der zeitgenössische deutsche Maler Georg Baselitz und niederländische Vincent van Gogh (1853 bis 1890). An Baselitz, der die meisten seiner Bilder kopfüber hängte, gefällt der Bremerin dessen „einfacher und grober Strich“. Bei van Gogh bewundert sie, wie viel Gefühl dieser in seinen Bildern vermittelt.

Wenn Grundmann jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann wäre es am liebsten ein Bild ganz nach Art von Baselitz’ Adler, der über Kopf hängt. Es wäre an die geschäftsführende CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel adressiert, „um sie daran zu erinnern, dass es ganz hilfreich wäre, wenn sie mal eine andere Perspektive einnähme“.

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