Wechsel an der Spitze

Mäurer verabschiedet Bremens Polizeipräsidenten Müller

Der obligatorische „Generalschlüssel“ darf nicht fehlen: Polizeipräsident Lutz Müller (l.) überreicht ihn bei seiner Verabschiedung seinem Nachfolger Dirk Fasse – zusammen mit einem Kompass, der ja auch nicht schaden kann.
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Der obligatorische „Generalschlüssel“ darf nicht fehlen: Polizeipräsident Lutz Müller (l.) überreicht ihn bei seiner Verabschiedung seinem Nachfolger Dirk Fasse – zusammen mit einem Kompass, der ja auch nicht schaden kann.

„So haben wir noch nie gefeiert“, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Wahre Worte, das muss umstandslos eingestanden werden: Masken, Abstand, Desinfektionsmittel. Ein ungewohnter Rahmen für die Verabschiedung eines Polizeipräsidenten und die Amtseinführung des Nachfolgers.

Bremen – Aber so war es eben am Mittwoch auf dem Außengelände des Polizeipräsidiums in der Vahr. Lutz Müller, seit Februar 2012 Polizeipräsident, gibt dieses Amt ab. Er hatte im März vorigen Jahres die Leitung des Bremer Corona-Krisenstabs übernommen, seither nahm Müllers Vize Dirk Fasse die Präsidentenaufgaben wahr.

Nun wollte Müller, wie er sagte, „klare Verhältnisse“ schaffen: „Im September 2022 wird meine aktive Dienstzeit enden. Es ist aber nicht abzusehen, wann ich wieder zur Polizei zurückkehren könnte.“ Und: „Die Polizei soll wieder einen Polizeipräsidenten bekommen, der 100 Prozent zur Verfügung steht.“ Den bekommt sie nun in Person eines Mannes, der Amt und Behörde schon gut kennt: Dirk Fasse ist Bremens neuer Polizeipräsident. Er war der einzige Bewerber, so Senator Mäurer bei der Feierstunde.

Müller bleibt im Bremer Innenressort

Müller bleibt derweil Leiter der Abteilung „Öffentliche Sicherheit“ im Innenressort; dieses Amt hat er seit August 2016. Fortan führt er es im Range eines Senatsdirektors, wie Innensenator Mäurer am Mittwoch erklärte. Zur Verabschiedung Müllers als Polizeipräsident hatte der Senator noch in dessen Personalakte geblättert.

Und Müllers Bewerbungsschreiben von 1981 gefunden: „Ich interessiere mich für eine selbstständige, verantwortungsvolle Aufgabe, mit der ich durch eigene Erfolge weiterkommen kann“, zitierte Mäurer die Worte des jungen Lutz Georg Müller. Man kann sie als eine Art Blaupause dessen lesen, was Jahre und Jahrzehnte später folgen sollte.

Müller hat die Polizei auf besonnene, stets erkennbar um Ausgleich bemühte Weise geleitet. Anders sei eine solche Behörde auch nicht zu leiten, so Mäurer. Da würden Personen gebraucht, die „Brücken bauen, die vor Ort sind“ – und das „in einem System, das auf Gleichberechtigung und Mitsprache“ basiere. „Lutz Müller war kein Lautsprecher, aber er war als Präsident immer glaubwürdig und ein sehr zuverlässiger Gesprächspartner“, so das Lob von Lüder Fasche, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Bremens neuer Polizeipräsident für Taser und Bodycam

„Man braucht die Polizei, damit das Zusammenleben in Bremen funktioniert. Die Mehrheit der Bevölkerung in Bremen weiß das“, so drückte Müller selbst es aus. Sein Nachfolger Dirk Fasse blickte schon einmal in die (nähere) Zukunft. Hauptaufgabe der Polizei sei es, „Sicherheit für jeden Bürger der Stadt“ zu gewährleisten. Die Anforderungen aber würden nicht einfacher. Dennoch gebe es zur Zeit eine „historische Chance“ bei der Bekämpfung von Clans und Organisierter Kriminalität, spielte Fasse auf Razzien in der jüngeren Vergangenheit an – nachdem es französischen und holländischen Ermittlern im vergangenen Jahr gelungen war, Krypto-Handys („Encrochat“) zu knacken.

Fasse warb am Mittwoch für Offenheit und Transparenz – und dafür, Probleme „klar“ anzusprechen: „Dafür stehe ich.“ Und machte es auch gleich einmal, zumal ja der Innensenator gerade in der Nähe war: „Wir benötigen mobile, digitale Arbeitswelten“, mahnte Fasse eine zeitgemäße technische Ausstattung der Bremer Polizei an. Und nicht nur das: „Ich werde auch um Bodycam und Taser engagiert kämpfen.“ Grüne und Linke, die Koalitionspartner von Mäurers SPD, lehnen die Elektroschocker für den Streifendienst ab. Der Personalrat der Polizei forderte unterdessen, die Vizepräsidenten-Stelle zügig neu zu besetzen.

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