Bremer Unternehmen „Profishop“ wächst weiter

Durch die Decke

 Anna Hoffmann und Arasch Jalali.
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Duo im Erfolgsrausch: Das Geschäftsführer-Ehepaar Anna Hoffmann und Arasch Jalali firmiert seit 2017 mit seinem „Profishop“ in der Überseestadt (Speicher XI).

Der Bremer „Profishop“ macht in Corona-Zeiten gut Geschäfte. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich seit 2018 verdreifacht.

  • 1,3 Millionen Artikel im Sortiment.
  • Kunden aus vielen europäischen Ländern.
  • „Kein Artikel soll einstauben“

Bremen – Eine Auswahl von mehr als einer Million Produkten – und trotzdem nichts auf Lager: Das Konzept des Bremer Unternehmens „Profishop“ geht auch in Corona-Zeiten vollends auf. Um nicht zu sagen: noch besser. Seit 2017 firmiert das Geschäftsführer-Ehepaar Anna Hoffmann (34) und Arasch Jalali (35) in der Überseestadt. In den vergangenen Jahren hat sich einiges getan.

Teppichreiniger, Schmiermittel, Rasenmäher, Werkbänke und Fritteusen, dazu Weinkühlschränke und Heizpilze – wollte man alle Produkte, die über „Profishop“ verkauft werden, aufzählen, man wäre wohl Wochen damit beschäftigt. Hatte der „B2B“-Shop („Business to Business“) im Sommer 2018 noch rund 500 000 Artikel im Sortiment, hat sich die Palette mittlerweile auf mehr als 1,3 Millionen (mehr als 750 Hersteller) erweitert, erklärt Geschäftsführer Arasch Jalali. „Profishop“ kommt heute auf „mehrere hunderttausend“ Kunden allein in Deutschland, weitere finden sich in den Niederlanden, Österreich, Frankreich und Italien. Kunden aus Spanien, Tschechien und Polen sollen noch hinzukommen, so Jalali.

Klare Einkaufsphilosophie

Traf die Corona-Pandemie und deren Folgen viele Unternehmen hart, blickt Jalali auf zufriedenstellende Monate zurück. Nicht nur das Bestellvolumen sei zusätzlich zum eigentlichen Wachstum nochmal um „ein paar Prozent“ gestiegen, auch verzeichnete das Start-up einen Zuwachs an Neukunden seit März 2020. Und auch die Zahl der Beschäftigten ist in den vergangenen zwei Jahren rasant gestiegen. Waren es im Sommer 2018 noch rund 25 Mitarbeiter, sind es jetzt zwischen 60 und 70, sagt Jalali. Viele Firmen, insbesondere aus dem produzierenden Gewerbe, gehören zum Kundenstamm von „Profishop“. Meist mittelständische Unternehmen, „die eine klar definierte Einkaufsphilosophie haben“.

Was den Kunden wichtig ist, ist auch Maxime für das Gründer-Ehepaar: Nicht die reine Zahl an Artikeln sei Parameter für Erfolg, betont der Wirtschaftsingenieur, es komme vielmehr darauf an, dass Produkte auch gekauft werden. „Wir laden nichts blind auf unsere Plattform, kein Artikel soll einstauben.“

Verschiebungen seit dem ersten Lockdown

Erfolg messen Hoffmann und Jalali in erster Linie am Wachstum und den Marktanteilen ihres „Profishops“, nicht ausschließlich am Sortiment, in dem sich seit dem ersten Lockdown große Verschiebungen ergeben hätten.

Vor zwei Jahren befanden sich zum Beispiel keinerlei Produkte aus der Gastronomie im Portfolio, heute sei man in diesem Segment „größter Anbieter im europäischen Raum“. Zwar habe diese Entwicklung nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, sagt Jalali, jedoch spiegele sich diese Zeit auch im Warenkorb der Kunden wider: Insbesondere Produkte für den heimischen Garten und für Hobbyhandwerker landeten so im digitalen Beutel – gerade weil viele Menschen womöglich den Gang zum Baumarkt und die damit verbundenen Warteschlangen verhindern wollten.

Der richtige Schritt

Rückblickend sei der Schritt, nach Bremen zu gehen – das Unternehmen firmierte zeitweise in Regensburg –, der richtige gewesen, so Jalali. Und auch am Konzept festzuhalten, habe sich als „absolut“ richtig erwiesen. Für ihren Erfolg, sagt er, haben beide hart arbeiten müssen. Auch wenn es den Irrglauben noch immer gebe, „Erfolg fliegt einem nicht zu“. Als Unternehmer gebe es „sehr wenige Momente, an denen ich nicht an die Firma denke“, sagt Jalali, der hinzufügt: „Mein erster Gedanke am Tag gilt der Firma, mein letzter auch.“

Von Steffen Koller

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