Dealer zum „Deal“ bereit

Drogenanbau im Dachgeschoss

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Der 37-jährige Angeklagte (links, mit Verteidiger Alexander Ukat) und sein 35-jähriger mutmaßlicher Komplize (rechts, mit Verteidiger Stefan Hoffmann) sollen laut Anklage unter anderem Marihuana angebaut und im großen Stil verkauft haben.

Bremen - Von Steffen Koller. Marihuana im Wert von mehreren zehntausend Euro, fast ein halbes Kilo Amphetamine und eine Schusswaffe samt Munition: Weil zwei Männer Drogen im großen Stil angebaut und verkauft haben sollen, müssen sie sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Bremen wegen unerlaubten Handeltreibens und Anbaus von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Laut Anklage sollen die Männer seit Juni 2016 „im bewussten und gewollten Zusammenwirken“ unter anderem 40 Marihuana-Pflanzen in einer Dachgeschosswohnung aufgezogen und später daraus mindestens zwei Kilogramm Cannabis geerntet und verkauft haben. 

Zudem habe der 35-jährige Angeklagte im März 2017 drei Personen, gegen die ebenfalls strafrechtlich ermittelt wird, damit beauftragt, mehr als 3 400 Marihuana-Setzlinge aufzuziehen und später an einen sogenannten Grow-Shop in der Bahnhofsvorstadt zu verkaufen, heißt es in der Anklage. Pro Setzling hätte der Mann dabei rund fünf Euro verlangt. Den Angeklagten sei bewusst gewesen, dass die Setzlinge zum Anbau von Cannabis geeignet waren.

Im Auftrag des 35-Jährigen soll der 37 Jahre alte Angeklagte ebenfalls im März dieses Jahres fünf Kartons mit rund 8,4 Kilo Cannabis und einem Wert von mindestens 20.000 Euro aus einem Lagerhaus abgeholt haben, um diese zum besagten Grow-Shop in Bahnhofsnähe zu bringen. Dazu kam es aber nicht. Beide wurden an diesem Tag vorläufig festgenommen.

Mutmaßlicher Komplize entlassen

Seitdem sitzt zumindest der 35-Jährige in Untersuchungshaft. Sein mutmaßlicher Komplize wurde zwischenzeitlich aus dem Gefängnis entlassen. Polizisten fanden, so die Staatsanwaltschaft, in der Wohnung des 35-Jährigen zudem rund 460 Gramm Marihuana, fast 350 Gramm Cannabisharz (Haschisch) und mehrere hundert Gramm Amphetamine – verpackt in Beuteln, Briefumschlägen und einer Zigarettenschachtel waren diese vermutlich zum Weiterverkauf bereits portioniert worden. 

Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Ermittler laut Anklage zusätzlich eine Pistole samt Munition vom Kaliber 7,65 Millimeter. Der Mann soll für die Pistole keinen Waffenschein besessen haben – und muss sich deshalb auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten.

Auf belastende Angaben geeinigt

Nach Rücksprache einigten sich die Verfahrensbeteiligten auf einen sogenannten Deal – die Angeklagten machen „belastende Angaben“, so Vorsitzender Richter Thorsten Prange, und legen Geständnisse ab. Im Gegenzug wird ein bestimmtes Strafmaß nicht überschritten. Für den 35-Jährigen wären es bei einer Verurteilung zwischen dreidreiviertel Jahren und viereinhalb Jahren Gefängnis. Der 37-Jährige muss bei einer Verurteilung mit mindestens zwei Jahren und neun Monaten Haft rechnen, maximal sind es dreieinhalb Jahre.

Der Prozess wird am Dienstag, 12. September, fortgesetzt. Ein Urteil ist für den 15.  September vorgesehen.

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