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Dreiste Schummelei: Bremer betrügen mithilfe ihrer Maske bei der Führerschein-Prüfung

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen sind eine schwarze FFP2-Maske sowie ein Fragebogen für die theoretische Fahrprüfung, der von einer Person ausgefüllt wird.
Bremer Fahrschüler schummeln während der theoretischen Fahrprüfung und machen sich dabei ihre FFP2-Maske zu Nutzen. (kreiszeitung.de-Montage) © Sven Simon/imago/Armin Weigel/dpa

Hier wird betrogen, was das Zeug hält: Auch in Bremen wird sich die FFP2-Maske zu Nutzen gemacht, um bei der Führerschein-Prüfung zu schummeln. Aber wie?

Bremen – Das Kabinett der Kuriositäten ist um eine Meldung reicher. Im Mittelpunkt stehen hierbei Schutzmasken gegen das Coronavirus, Führerschein-Prüfungen und gewiefte Fahrschüler, die auf unlautere Mittel zurückgreifen. Mithilfe eines Komplizen sowie einer Kamera werden mangelndes Wissen und Unkenntnis über die Regeln im Straßenverkehr dreist übergangen. Doch obacht: der hierfür betriebene Aufwand steht nicht im allerbesten Verhältnis zum tatsächlichen Ertrag.

Bremer Betrug in Fahrschulen: Prüflinge schummeln mit hinter FFP2-Maske platzierte Kamera

Regeln sind da, um sie zu brechen, heißt es im Volksmund. Für die einen ist Spicken ein Kavaliersdelikt, für die anderen gehört es fast schon zum guten Ton. So auch in Bremen, wo Schutzmasken gegen das Coronavirus abseits ihres eigentlichen Zweckes genutzt werden, um knifflige Fragen in der Führerschein-Prüfung mit hoher Wahrscheinlichkeit lösen zu können.

Der Schummel-Trick, der laut „buten un binnen“ auch verstärkt in Bremen Schule macht, liest sich vergleichsweise simpel. Die Teilnehmer der theoretischen Fahrschul-Prüfung schneiden zunächst ein kleines Loch in ihre FPP2-Maske. Hinter diesem Loch wird eine kleine Kamera platziert. Diese filmt die Fragen ab, die der Komplize von Außen zeitgleich lesen und im Idealfall für den Prüfling auch beantworten kann. Der Prüfling wiederum hat einen Knopf im Ohr, der von außen nicht sichtbar ist. James Bond lässt grüßen.

Bremer Betrügern auf die Schliche kommen: Prüfer sollten auf merkwürdige Bewegungen der Fahrschüler achten

Besteht denn grundsätzlich die Chance, dass der jeweilige Prüfer dem Trick mit der Schutzmaske und der Kamera auf die Schliche kommt? Das Loch für die Linse ist sehr klein. Und da, wo die Kamera versteckt ist, nimmt die Maske einen etwas dunkleren Farbton an. Dementsprechend ist wie auch im Straßenverkehr ein gutes Auge vonnöten.

Skeptisch werden die Prüfer, wenn sich die Prüflinge auffällig und doch sehr merkwürdig vor dem PC bewegen. Denn oft muss diese Mini-Kamera richtig ausgerichtet und scharf gestellt werden, um die Prüfungsfragen aufzunehmen.

Phillip Waschke vom TÜV spricht mit „buten un binnen“ über die spezielle Betrugsmasche der Bremer Fahrschüler

Zudem wird empfohlen, dass die Prüfer vor allem bei auffälligen, unförmigen Masken oder besonderer Kleidung ganz genau hinschauen sollten. „Die kriminelle Energie kennt wirklich keine Grenzen“, ordnet Phillip Waschke die Schummelei ein. Laut TÜV seien bisher nur einzelne Fälle aufgeflogen, der Betrug sei letztendlich doch nur sehr schwer zu erkennen.

Teuer und nicht ans Steuer: Werden Fahrschüler beim Betrug erwischt, droht lange Sperre für theoretische Prüfung

Wer aber doch bei seinem perfiden Plan erwischt wird, hat natürlich auch mit Konsequenzen zu rechnen. Der Masken-Kamera-Betrug in der theoretischen Fahrschul-Prüfung bleibt nicht etwa ungeahndet, sondern hat bislang eine sechs Wochen lange Sperre für die Prüfung zur Folge.

Dies hätte jedoch noch nicht die erhoffte, abschreckende Wirkung gezeigt. Denn es kommt weiterhin zum Betrug. Deswegen hat der Bundesrat entschieden, die angesprochene Sperre für die theoretische Prüfung auf bis zu neun Monate anzuheben. Teuer ist das ganze Unterfangen, also der Schwindel der Fahrschüler, übrigens auch. So heißt es vom TÜV, dass die Helfer, die oftmals hinter der Masche stecken, bis zu 1800 Euro für ihr durchtriebenes Spiel verlangen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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