Mindestens 50.000 Gäste an drei Tagen

Dreispuriger Weserverkehr auf der Maritimen Woche

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Start der Schiffsparade: Vorneweg fährt der 1939 gebaute Raddampfer „Weserstolz“, dahinter folgen mehr als 150 weitere Boote und Schiffe. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Der 1939 gebaute Raddampfer „Weserstolz“ wirkt noch prächtiger als sonst. Anmutig fährt er unter den Weserbrücken entlang. Er führt einen großen Konvoi an: Sportboote, Motorboote, Yachten mit gekappten Segeln und skurrile Wasserfahrzeuge folgen.

Hin und wieder erklingt lautes Tuten. Die Kapitäne grüßen die vielen Zuschauer auf den Brücken und entlang der Schlachte. Es ist voll auf der Weser bei der Großen Schiffsparade der „Maritimen Woche“ am Sonnabend. 152  Schiffe sind angemeldet.

Zunächst nutzen die Boote die Breite der Weser. Dann halten sie sich ans linke Ufer, denn die erstgestarteten Teilnehmer kommen als Gegenverkehr zurück, allen voran die „Weserstolz“, die nach gut 30 Minuten wieder am Startpunkt ist. Als „Das Schiff No. 2“ und die „Gräfin Emma“ die Weser hinaufkommen, herrscht plötzlich Drei-Spur-Verkehr auf dem Wasser. Das klappt reibungslos, ohne Ausweichmanöver.

Viele der Schiffe haben eine abwechslungsreiche Geschichte. So auch der Schlepper „Troll“, 1942 in Oldenburg gebaut, ging er in Deutschland und den Niederlanden durch viele Hände. Vor acht Jahren kam er durch seinen neuen Besitzer zurück nach Oldenburg.

Mit freudigem Hupen grüßt die „Midnight Mover“ aus Bremen die Gäste. Mehrere Männer an Bord winken. Party-Musik schallt von dem Schiff. Nahe an die Gäste an der Schlachte fährt ein Amphibienfahrzeug heran, ein Auto, das auch als Boot im Wasser fahren kann.

Ein Exot auf der Parade ist die „Dragonfly“. Der Katamaran hat hinten einen großen Propeller. Die zweiköpfige Besatzung muss kräftig in die Pedale treten, um das Wasserfahrzeug per Luftstrom anzutreiben. 1996 gebaut, gehört das durchaus schnelle Gefährt zum Paddelteam der Hochschule Bremen.

Maritime Woche in Bremen

Das Team ist auch auf der Forschungsmeile an der Schlachte vertreten. 25 Institutionen präsentieren hier Forschung in 22 Zelten. Alexander Kalmer zeigt auf einem Plakat einige noch jüngere Wasserfahrzeuge, gebaut an der Hochschule zu reinen Sportzwecken, aber mit hochmodernen Materialien. Diese haben den Propeller nicht mehr in der Luft, sondern unter Wasser. „Das ist effektiver“, sagt Kalmer.

Mit Fahrzeugen ganz anderer Art ist das Zentrum für Technomathematik auf der Meile vertreten. Sie zeigen den Stand in der Entwicklung autonom fahrender Autos. Vor dem Zelt steht ein VW-Passat, in dem Technik für einen sechsstelligen Betrag eingebaut ist. Es soll autonom fahren, hat aber noch Schwierigkeiten, auf unerwartetes Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu reagieren. „Das Fahrzeug muss in Millisekunden neue Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen“, sagt Technomathematiker Mitja Echim.

Die „Maritime Woche“ entpuppt sich erneut als Publikumsmagnet. „Der erwarteten 50 000 Gäste sind auf jeden Fall gekommen. Auch am Wahlsonntag war es vor der Bühne und entlang der Forschungsmeile proppenvoll“, sagt Jan-Peter Halves von der City-Initiative Bremen.

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