Tanzsportspektakel „Dancing Superstars Festival“ zieht ein breites Publikum an

Drei Schritte und vier Schläge

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Verbandstrainer Sven Traut studiert mit den Tanzpaaren den richtigen Schwung beim Walzer ein.

Bremen - Von Isabel Niesmann. Rhythmische Musik ertönt im Saal 18. „Nicht frontal, sondern diagonal bewegen“, ermahnt Verbandstrainer Standard, Sven Traut, die Tanzpaare. Mit enormer Ausdauer und Konzentration übt er mit ihnen den richtigen Schwung beim Langsamen Walzer. Traut ist einer von 40 Trainern der dritten Auflage des „Dancing Superstars Festivals“.

Tanzpaare aus 14 verschiedenen Ländern, unter anderem aus Russland, Ungarn und Italien, sowie mehrere hundert Teilnehmer aus dem Breiten- und Leistungssport sind am Wochenende beim Tanzspektakel dabei – Anfänger und Fortgeschrittener, junge und etwas ältere Menschen. Die pure Freude am Tanzen zählt. Seit 2014 lockt das Festival mit Mitorganisator und Erfolgstrainer Roberto Albanese vom Grün-Gold-Club Bremen Hunderte von Besuchern in das Bremer Congress Centrum. In den Workshops, Lectures und Schulungen für Profis und Breitensport-Tänzer werden alle Facetten des Tanzes bedient – egal, ob Salsa, Rumba, Tango oder Cha Cha Cha. Weltweit einzigartig sei das Programm mit renommierten Top-Trainern wie Martina Weßel-Therhorn, Horst Beer und Hansi Galke gespickt, und auch mit Fernsehbekanntheiten wie Markus Schöffl und Motsi Mabuse, heißt es.

Zurück in den Saal 18: Hier sagt Traut: „Schwung ist eine freie Bewegung ohne Widerstand“ und lässt die Teilnehmer noch einmal voller Eleganz durch den Saal drehen. Torsten Wierczoch und Anja von dem Knesebeck Wieczoch verlassen währenddessen kurz den Saal. Sie möchten das Gelernte erst einmal für sich üben. „Wir haben einen anderen Tanzstil, aber wir nehmen die Ideen und Möglichkeiten an“, erzählen die beiden Turniertänzer, die fast täglich trainieren. Die Bremer sind bereits zum dritten Mal beim „Dancing Superstars Festival“ dabei, weil sie die Möglichkeit nutzen möchten, mit den Top-Trainern zu arbeiten. „Es gibt nicht viele so hochwertige Veranstaltungen“, ergänzt Torsten Wierczoch. Das Trainingsangebot ist kompakt, das tänzerische Niveau ist hoch und richtig anstrengend. „Es macht aber auch sehr viel Spaß“, so die beiden. Für die ganz Erschöpften gab es zwischen den Trainings auch Massagen im Foyer.

Nicht weniger anstrengend geht es im Saal 8 zu. Trainer Jurij Kaiser übt mit den Breitensport-Paaren hier den Slowfox. „Drei Schritte und vier Schläge in der Musik“, geht er auf die Besonderheit des Tanzes ein und gibt Tricks, damit umzugehen. Und auch wenn die Bewegungen noch nicht ganz so fließend sind, wie sie es vielleicht sein sollten und einige Schrittfolgen noch nicht ganz verinnerlicht sind, Spaß haben sie trotzdem. Durch sein Aussehen sticht Victor Filippo aus der Menge heraus. Der „Grufti“, passionierter Tänzer und Tanzlehrer, sagt: „Ich stehe zwischen zwei Welten. ,Gruftis’ tanzen nicht und Tänzer sind keine ,Gruftis’“. Genau das aber möchte er ändern, vor allem durch andere Musik. Jive oder Discofox passten auch zu Elton John, „The Cure“ oder „Rammstein“. „Der Bedarf ist da“, ist er sich sicher.

„Rammstein“ gibt es bei der großen Galanacht, dem glanzvollen Höhepunkt des dreitägigen Tanzspektakels, dann nicht zu hören. Stattdessen stehen ein glamouröses Ambiente und ein Live-Orchester im Mittelpunkt. Abgesehen davon aber geht es nicht um Glamour und aufwendige Kleider, sondern darum die Besonderheiten des Tanzsports zu zeigen.

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