Auch Werder unterstützt Kampagne „Deine Manndeckung“

Drei Punkte für die Vorsorge

Fünf Männer ohne Kopf – zwei auf dem „Deine-Manndeckung“-Flyer, den Dr. Silke Sittner in die Kamera hält, sowie Prof. Dr. Sebastian Melchior (Klinikum Mitte, v. l.), Dr. Hubertus Hess-Grunewald (Werder) und Dr. Markus Köhl (AOK). - Foto: Sussek

Bremen - Von Ralf Sussek. Im modernen Fußball völlig aus der Mode, taugt sie gerade noch für einen Überraschungseffekt. Und der sieht so aus: Unter dem Titel „Deine Manndeckung“ startet in Bremen nun eine Kampagne für eine bessere Krebsvorsorge bei Männern.

Im Fokus dabei: die Vorsorge gegen Prostatakrebs. die ab 45 Jahren empfohlen wird. Aber nur jeder fünfte Mann lässt sie auch durchführen. Das muss anders werden – fand ausgerechnet das Pharmunternehmen Janssen-Cilag, dessen Medikamente vorzugsweise bei fortgeschrittenenem Prostatakrebs Anwendung finden. Und ersann die Kampagne „Deine Manndeckung“. „Wir wollen dorthin gehen, wo auch die Männer sind“, sagt Projektleiterin Dr. Silke Sittner. Und das sind – klischeehaft oder nicht – eben oft die Fußballstadien. Drum hat man die Unterstützung von Fußballclubs (1. FC Kaiserslautern, Mainz 05, Erzgebirge Aue, Rot-Weiß Erfurt, Hannover 96, um nur einige zu nennen) gesucht und gefunden. Und nun auch die von Werder Bremen.

Zwei Tage nach dem Last-Minute-Sieg gegen Wolfsburg lässt sich entspannt plaudern. Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald, durch einen „familiären Hintergrund“ seit kurzem selbst aktiver Krebsvorsorger, sieht in der Unterstützung der Kampagne das gesellschaftliche Engagement und die soziale Verantwortung. für die Werder steht. Auch bei der Prostatakrebs-Vorsorge wolle man „ein Zeichen setzen“. Der Anfang wurde beim diesjährigen „Tag der Fans“ mit einem Stand gemacht. Und, so Hess-Grunewald, ein Fan erwies sich als Vorzeigebeispiel. Er ließ sich daraufhin untersuchen – und wurde nach der positiven Diagnose bereits erfolgreich behandelt.

Die AOK Bremen/Bremerhaven, ein Kooperationspartner des Projekts, unterstützt die Kampagne nicht ohne Grund: „Unsere Präventionsangebote werden vor allem von Frauen, weniger von Männern genutzt. Das wollen wir ändern“, sagt Dr. Markus Köhl. „Männer gehen weniger zur Vorsorge als Männer“, weiß auch Prof. Dr. Sebastian Melchior, Direktor der Urologie am Klinikum Mitte. „Das ist nicht unbedingt sexy.“

Mehrere Gründe sprechen dafür

Dabei gibt es drei Gründe, die für eine regelmäßige Vorsorge sprechen. Punkt 1: Die Untersuchung durch Abtasten dauert nur ein paar Sekunden. Punkt 2: Sie tut nicht weh. Punkt 3: Das Risiko einer Erkrankung steigt mit dem Alter; je jünger die Erkrankten sind, desto aggressiver ist der Krebs. Also: Mit Vorsorgeuntersuchungen am besten in jungen Jahren beginnen.

Um Männer für die Krebsvorsorge zu gewinnen, verlost Werder 25-mal zwei Freikarten für das Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt (Sonntag, 20. November, 18.30 Uhr). Und der Kooperationspartner AOK Bremen/Bremerhaven lädt zusätzlich fünfmal zwei Gäste in die Loge ein. Teilnehmen können Männer ab 45 Jahren, die zur Vorsorge gehen und und bis zum 31. Oktober die Gewinnspielkarte in der Praxis abgeben. Für die Rückrunde hat Hess-Grunewald eine weitere Aktion angekündigt.

Also noch ein Grund, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Die glücklichen Karten-Gewinner können sich davon überzeugen, ob der dann amtierende Werder-Trainer vielleicht doch ein Faible für die Manndeckung hat.

www.deine-manndeckung.de

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