Drei Bremer Unternehmen mit dem Preis „Innovatives Handwerk“ ausgezeichnet

Maßarbeit für Rollstuhlfahrer

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Die Preisträger auf einem Bild – von links gesehen: Rainer Kaemena und Stefan Hagens (beide „Hairliners“), Ingo Hespenheide, Sonja Hespenheide-Hollweg und Betriebsratschef Thomas Sengewald (alle August Hespenheide) sowie Jessica Lewerentz („Fadenstolz – Kleidung nach Maß“).

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Die Preisträger kommen durchweg aus der Kreativabteilung des Handwerks“, sagt Jan-Gerd Kröger,Präses der Handwerkskammer. Er meint die Träger des mit insgesamt 6000 Euro dotierten Preises „Innovatives Handwerk“, den Handwerkskammer und Sparkasse gestern Abend beim 49. „Mahl des Handwerks“ verliehen haben.

5000 Betriebe, 31000 Mitarbeiter, eine Ausbildungsquote von zehn Prozent – Heiko Staroßom, Sparkassen-Vorstandsmitglied und Honorarprofessor für Unternehmensfinanzierung, bezeichnete das Handwerk als „eine wichtige Säule der bremischen Wirtschaft“.

Eine Säule auch der Integration. Präses Kröger: „Jeder dritte Auszubildende im Handwerk hat einen Migrationshintergrund, jeder fünfte Beschäftigte im Handwerk hat Migrationshintergrund. Integration, die leben wir. Das haben schon unsere Vorfahren so gemacht.“

Das Handwerk – auch eine Säule der Innovation, wie es ja mit dem zum siebten Mal vergebenen Preis deutlich gemacht werden sollte.

In der Kategorie „Betriebsgründung“ ging der Preis an Jessica Lewerentz, die das Unternehmen „Fadenstolz – Kleidung nach Maß“ gegründet hat. Die Schneidermeisterin fertigt Mode nach Maß für „Menschen mit körperlichen Besonderheiten“, soll heißen: Mode zum Beispiel für Rollstuhlfahrer, für Sehbehinderte und Blinde, für Menschen mit Amputationen. In der Blindenkollektion werden die Farben der Kleidungsstücke in Brailleschrift genannt. „‚Fadenstolz‘ bringt Menschen, die mit Behinderungen leben, in eine Normalität. Das hat uns sehr beeindruckt“, sagte Martina Jungclaus (Handwerkskammer) als Vertreterin der Jury.

In der Kategorie „Technologie und Nachhaltigkeit“ lag der Schwerpunkt dieses Mal auf dem Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz. Es gewann der 1932 gegründete Malerbetrieb August Hespenheide. Das Unternehmen, so die Jury, schaffe Mitarbeiterbindung und -motivation durch Arbeits- und Gesundheitsschutz. Das Konzept habe Vorbildcharakter. Für jeden Mitarbeiter des Handwerksbetriebs gibt es eine Mappe, die die für ihn wichtigen sicherheitsrelevanten Fakten vereint.

In der Kategorie „Gesellschaftliche Verantwortung“ ging der Preis in diesem Jahr an das Friseurunternehmen „Hairliners“. Im Team des Betriebs arbeiten Menschen aus zwölf Nationen. Es gelinge, „Potenziale unterschiedlicher Kulturen zu heben und einzusetzen“, sagte Jungclaus. Das sei „Fachkräftesicherung durch internationale Talentintegration“.

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