Neues Ermittlerteam ist Pfingstmontag im Einsatz

Debütantenball im Bremer „Tatort“

Das neue „Tatort“-Trio Mads Andersen (Dar Salim, v.l.), Linda Selb (Luise Wolfram) und Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer).
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Premiere an Pfingstmontag: Das neue „Tatort“-Trio Mads Andersen (Dar Salim, v.l.), Linda Selb (Luise Wolfram) und Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) stochert im Bremer Nebel.

Premiere am Pfingstmontag: Ein neues Ermittlerteam geht im Bremer „Tatort“ auf Verbrecherjagd. Es sind Jasna Fritzi Bauer (32), Dar Salim (43) und Luise Wolfram (33).

Bremen – Bremen bleibt „Tatort“-Stadt. Hier droht kein Abstieg – ins Vorabendprogramm oder so. Und es sind nur noch wenige Tage bis zum Neustart. Am Pfingstmontag, 24. Mai, um 20.15  Uhr flimmert im Ersten der erste Bremer „Tatort“ mit dem neuen jungen Ermittlerteam – Jasna Fritzi Bauer (32), Dar Salim (43) und Luise Wolfram (33) – über den Bildschirm. „Neugeboren“ heißt die Folge unter der Regie von Barbara Kulcsar und nach einem Drehbuch von Christian Jeltsch.

Ein Baby wird entführt, ein Toter in einem verlassenen Industriebau gefunden. Die Bremer Polizei ist in Alarmbereitschaft und Personalnot. Doch der Fall soll ja gelöst werden. Und so muss noch einmal der Däne Mads Andersen (Dar Salim) ran, obwohl er eigentlich schon auf gepackten Koffern sitzt und auf dem Weg zurück nach Kopenhagen ist.

An seiner Seite taucht Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) auf, die sich an ihrem ersten Tag in der Mordkommission beweisen will. Den beiden wird die BKA-Ermittlerin Linda Selb (Luise Wolfram) zur Seite gestellt. Und die ist dem „Tatort“-Publikum längst bekannt. Seit 2016 hat sie in Bremen an der Seite von Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) ermittelt. Auch Dar Salim hat eine Bremer „Tatort“-Vergangenheit. Auf der gegnerischen Seite sozusagen. Der in der irakischen Hauptstadt Bagdad geborene Däne spielte in der Folge „Brüder“ (2014) den Clan-Chef Hassan Nidal.

Seitenwechsel ohne Sprachprobleme

Gab es Sprachschwierigkeiten? „Deutsch ist nicht unmöglich“, sagt Salim im Gespräch mit unserer Redaktion. „Dänisch ist weicher und schneller.“ Deutsch sei bedächtiger. Und Deutsch mit dänischem Akzent, das hat was Charmantes.

Die Hauptdarsteller haben „Neugeboren“ längst gesehen. Jasna Fritzi Bauer fiebert der Fernseh-Ausstrahlung trotzdem entgegen. „Ich glaub’ schon, dass ich mit Freunden gucken werde.“ Am Dienstag gibt es dann die Quote. „Die wird uns wohl oder übel mitgeteilt“, sagt Bauer. Salim ergänzt: „Wichtig ist, dass das Produkt gut ist.“

Sieben Wochen Drehzeit – unter Corona-Bedingungen. Da blieb nicht viel Zeit, die neue Rollen-„Heimat“ kennenzulernen. Ein bisschen Bremen-Luft haben die beiden aber schon geschnuppert – Dar Salim unter anderem mit seinem Sohn im Schnoor. „Die Stadt ist nicht zu groß, aber charmant“, sagt er. Vermisst habe er, in einem Restaurant an der Weser zu sitzen und ein kaltes Bier zu trinken. Die Corona-Einschränkungen hätten kaum genervt, sagt seine „Tatort“-Kollegin. „Ich bin froh, dass wir arbeiten konnten.“ Testen, Masken tragen – „man gewöhnt sich schnell daran“. Und vor der Kamera fällt ja auch die Maske. Für das Team sei der Job in Corona-Zeiten schwieriger.

„Drama mit Action und Tempo“

In Deutschland ist der „Tatort“ eine Sonntagabend-Institution. Ist die Rolle als „Tatort“-Ermittler ein besonderer Job? „In Dänemark haben wir nicht so das Verhältnis zum ,Tatort’“, sagt Salim. Jede Folge müsse als eigenständiger Film funktionieren. Der „Tatort“ sei immer „Komödie und Drama“. Und „Neugeboren“? „Das ist Drama mit Action und Tempo.“

Jasna Fritzi Bauer sagt: „So eine Rolle ist schon ganz schön. Mich hätte vorher niemand als Kommissarin gesehen.“ Hätte sie sich lieber einen anderen „Tatort“-Standort gewünscht? „Nein, warum? Ich mag Bremen!“

Das Zusammenspiel hat den „Neubremern“ Spaß gemacht. Beide sprechen von einem „sehr guten Team“ und „traumhafter Zusammenarbeit“. Und das klingt absolut glaubwürdig. Übrigens: Salim, Bauer und Wolfram drehen mittlerweile ihren zweiten gemeinsamen Krimi. Regie führt Oliver Hirschbiegel („Der Bunker“).

Zweite Folge im Dreh

Der Rahmenvertrag für die Rollen als Bremer „Tatort“-Ermittler läuft zunächst über zweieinhalb Jahre. Ihre Vorgängerin Sabine Postel spielte 22 Jahre lang die Bremer „Tatort“-Kommissarin Inga Lürsen.

Bleibt noch die Frage nach Traumrollen. Die stellt man Schauspielern ja unwillkürlich. Jasna Fritzi Bauer: „Ich würde gerne mal wieder im Horror-Genre spielen.“ Dar Salim sagt: „Ich bin 43. Und es läuft gut.“ Durch neue Player wie „Netflix“ werde viel produziert. „Meine Traumrolle ist meine nächste Rolle. Sonst nehme ich die gar nicht an.“

40 Bremer „Tatorte“

Radio Bremen, der kleinste ARD-Sender, produzierte bislang 40 „Tatorte“ – einen im Februar 1973 („Ein ganz gewöhnlicher Mord“) mit Hans Häckermann als Kriminalhauptkommissar Walter Böck und seit 1997 insgesamt 39 mit Sabine Postel als Hauptkommissarin Inga Lürsen. Ab November 2001 (Folge: „Die unsichtbare Frau“) ermittelte sie in 34 Folgen gemeinsam mit Oliver Mommsen als Hauptkommissar Nils Stedefreund an ihrer Seite. Die letzte Folge mit dem Duo („Wo ist nur mein Schatz geblieben?“) lief am 22. April 2019 erstmals in der ARD. Luise Wolfram (33) als BKA-Ermittlerin Linda Selb war seit 2016 in fünf Folgen an der Seite von Postel und Mommsen zu sehen.

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