125 Jahre Union-Theater

Bremens „älteste Liebhaberbühne“ feiert Jubiläum

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Szene aus „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ mit – von links gesehen – den Darstellerinnen Anni Diercks, Jessica Coels und Christina Richter. Das Union-Theater spielte das Stück von Dora Heldt („Tante Inge haut ab“) Anfang des Jahres.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Alles begann mit einem „geselligen Herren-Abend“ (mit Bindestrich). Ob die Herren geahnt haben, dass man noch 125 Jahre später davon reden würde? Wohl kaum – und doch ist es nun genau so gekommen.

125 Jahre Union-Theater – ein Jubiläum, das am Sonntag, 26. November, in den Räumen der Union-Brauerei an der Theodorstraße in Walle mit geladenen Gästen gefeiert wird. Dort also, wo Bremens nach eigener Darstellung „ältestes Liebhabertheater“ seine Stücke aufführt.

Liebhabertheater? Beim Union-Theater spielen ausschließlich Laien, Amateure. Theaterliebhaber eben. Sie arbeiten, das ist eine Tradition der Bühne, mit professionellen Regisseuren zusammen. Seinen Namen hat das Theater nicht von der Brauerei, auf deren Areal es heute spielt, sondern von der Kaufmannsvereinigung Union von 1801. Der Vorstand dieses Vereins beschloss Ende 1892, eine „Dramatische Abteilung“ zu gründen. Und diese „Dramatische Abteilung“ stellte dann schon bald ihre „geselligen Herren-Abende“ auf die Beine.

Frauen war anfangs der Zutritt verwehrt

Das war ein Freizeitangebot, das so richtig in die Handelsstadt Bremen passte. Der kaufmännische Nachwuchs präsentierte bei den „Herren-Abenden“ Varietédarbietungen, es wurden Couplets gesungen, es wurde jongliert. Frauen war der Zutritt zur Bühne der „Dramatischen Abteilung“ anfangs noch verwehrt.

So spielten die Herren auch die Damen – und traten nicht allein vor Vereinsmitgliedern auf, sondern beispielsweise auch auf Wohltätigkeitsveranstaltungen, die damals so hießen, weil man noch nicht „Charity“ sagte.

1909 wurden die „Herren-“ zu „Theater-Abenden“, Frauen durften nun zuschauen. In der Regel standen Lustspiele auf dem Spielplan, man wollte sich amüsieren. Das Ensemble trat bei der Union in der Wachtstraße (Innenstadt) auf. Für den einen oder anderen war die „Dramatische Abteilung“ auch ein Sprungbrett zu einer nicht kaufmännischen Karriere. Bestes Beispiel dafür ist der Bremer Schauspieler und Moderator Hans-Joachim „Kuli“ Kulenkampff (1921 bis 1998). Er stand 1940 in dem Schwank „Der Hochzeitstag“ auf der Union-Bühne.

Seit 2013 im Bremer Kriminaltheater

Nach dem Krieg spielte die „Dramatische Abteilung“ zunächst in verschiedenen Schulen, später in den Kammerspielen Böttcherstraße, dann im Packhaustheater im Schnoor.

Seit 2013 ist das Bremer Kriminaltheater die Heimat des Union-Theaters – zuerst in der Friesenstraße (Steintor), inzwischen eben bei der Union-Brauerei in Walle. Apropos Union – den Namen „Union-Theater“ hat die „Dramatische Abteilung“ erst 1978 bekommen.

Heute hat das Union-Theater nach eigenen Angaben etwa 80 Mitglieder. Das Ensemble studiert drei Inszenierungen im Jahr ein, zu denen insgesamt noch immer etwa 4 000 Zuschauer kommen. Der Grundsatz, mit Berufsregisseuren zu arbeiten, gilt nach wie vor. Die Probenzeit für ein Stück beträgt in der Regel drei Monate – im Schnitt wird dann dreimal pro Woche für drei Stunden geprobt. Die Stücke werden zwölf Tage en suite aufgeführt.

Zuletzt – im Oktober – hat das Union-Theater die satirische Komödie „Venedig im Schnee“ von Gilles Dyrek (Regie: Christian Schliehe) gespielt. Im neuen Jahr (24. Januar bis 4. Februar 2018) folgt „Champagner zum Frühstück“, eine Komödie von Michael Wempner (Regie: Karl-Heinz Schwentker).

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