Flughafen: Pfanderlöse finanzieren Jobs für Langzeitarbeitslose mit

Der doppelte Gewinn

Stipo Pinjusic, 62, an einer der drei neuen Pfandflaschen-Sammeltonnen des Bremer Flughafens. Das Projekt schafft zwei Teilzeitarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ach, doch noch eine Getränkeflasche im Handgepäck. Ist aber im Flugzeug gar nicht gestattet! Wohin damit auf die Schnelle so kurz vor dem Sicherheits-Check? Nun, bisher warfen viele Fluggäste solche Flaschen kurzerhand in den Müll. Am Bremer Flughafen gibt es nun eine bessere Lösung, eine mit sozialer Komponente. Der Airport kooperiert dafür mit der Inneren Mission und dem „Grünen Punkt“.

Unter dem Motto „Spende Dein Pfand“ stehen vor den Sicherheitskontrollen jetzt drei (in Verden angefertigte) gut einen Meter hohe und transparente Sammeltonnen aus Plexiglas. Hier werden die Pfandflaschen zusammengetragen. Aus den Pfanderlösen wiederum werden zwei Stellen für Langzeitarbeitslose mitfinanziert, die die Sammeltonnen regelmäßig leeren, das Pfandgut sortieren und zum Abtransport bereitstellen. Um den kümmert sich dann das Recycling-Unternehmen „Grüner Punkt“ (Duales System Deutschland), das auch die Pfanderlöse einzieht und anschließend als Spende zurückführt.

Für „Spende Dein Pfand“ arbeitet der Flughafen mit der gemeinnützigen „Pro-Job“-GmbH zusammen, die eine 100-Prozent-Tochter der Inneren Mission ist. Über den Beschäftigungsträger sind nun zwei 54 und 62 Jahre alte Männer in Teilzeit eingestellt worden, die – den Angaben zufolge – feste Verträge mit einer Bezahlung über dem Mindestlohn haben.

Bremens Flughafenchef Jürgen Bula spricht mit Blick auf das Pfandflaschen-Projekt von einem „doppelten Gewinn“. Bisher sei mit den weggeworfenen Flaschen buchstäblich Geld in den Mülltonnen verschwunden: „Jetzt dienen sie einem sozialen Projekt – und die Sammelaktion schont die Umwelt.“

Die Idee für „Spende Dein Pfand“ hatten ursprünglich Studenten entwickelt. Bisher gibt es das Projekt an den Flughäfen Stuttgart, Köln-Bonn und Hamburg. Bremen ist nun der vierte Standort. Allein in Stuttgart seien im vergangenen Jahr 350 000 Flaschen gesammelt worden, sagt Projektleiter Martin Lausmann vom „Grünen Punkt“. In Bremen rechnet er mit gut 40 000 Pfandflaschen pro Jahr.

Über das Projekt freuen sich natürlich auch die beiden neuen Leergutbeauftragten des Bremer Flughafens. Er brauche eine Struktur im Leben, die er durch die Arbeit wieder bekommen habe, sagt der 54-Jährige. Der gelernte Einzelhandelskaufmann war bereits seit mehreren Jahren arbeitslos, nachdem er seinen Beruf als Lastwagenfahrer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte.

Der gebürtige Kroate Stipo Pinjusic, 62, lebt seit 43 Jahren in Deutschland. Er war nach einem Arbeitsunfall arbeitslos geworden. Seitdem versuchte er wieder und wieder, in der Arbeitswelt neu Fuß zu fassen. „Ich hab schon vieles gemacht, aber das ist nochmal was ganz anderes“, sagt er über die Aufgabe am Flughafen. „Dass ich mit meinen 62 Jahren jetzt noch mal eine Chance bekomme, das hätte ich nicht gedacht.“

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