Neue Senatsbaudirektorin Iris Reuther spricht über das Bild der Stadt

Domino statt Puzzle

Bremens neue Senatsbaudirektorin: Prof. Dr. Iris Reuther. ·
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Bremens neue Senatsbaudirektorin: Prof. Dr. Iris Reuther. ·

Bremen - Von Nina SeegersSeit Mitte Mai ist sie die neue Senatsbaudirektorin der Freien Hansestadt Bremen. Nach sechs Wochen im Amt stellte sich Prof. Dr. Iris Reuther nun auch der Öffentlichkeit vor. Im Rahmen der Serie „Bremens Stadtdialog“ skizzierte die 53-Jährige am Mittwochabend im Speicher XI ihren bisherigen Werdegang und erklärte, was das Bild einer Stadt ausmacht.

Rund 200 Gäste waren in den „Roten Salon“ des Speichers in die Überseestadt gekommen. Die Hansestadt habe viele Orte und viele Stimmen. „Bremen ist stolz und eigensinnig – das meine ich im positiven Sinne – geradlinig, liebenswürdig, solidarisch sowie reich an Werten, Erfahrungen und Unterschieden“, sagte die gebürtige Ostdeutsche. Bremen sei sehr grün und eng mit dem Fluss verbunden, die Stadtlandschaft sei geprägt von einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. „Bremen hat ganz viele Identitäten“, fasste Reuther ihre bisherigen Eindrücke von der Hansestadt zusammen und sagte, als Architektin habe sie für die Zukunft ein Bild der Stadt, das könne sie aber nicht alleine zeichnen.

Über konkrete Themen der Bremer Stadtentwicklung sprach die neue Senatsbaudirektorin vorerst nicht, sagte aber, dass die „Mischung von Lebensformen“, die „Profilierung des Wirtschaftsstandortes“, „Bildungslandschaften“ und Wissensgesellschaften“, „Überarbeitung der Bestände“ und „Wohnungsfragen“ in Bremen von zentraler Bedeutung sind. Wohnen sei ein besonders vielschichtiges Thema, betonte die 53-Jährige, in dem Bereich gebe es viele Fragen mit vielen unterschiedlichen Antworten. Bildlich gesprochen sei Stadtplanung kein Puzzle, sondern eher ein Domino, so Reuther weiter. Es gehe nicht nur darum, ein vorgefertigtes Bild zusammenzusetzen, sondern auch um Anstöße und Verknüpfungen.

Reuther tritt die Nachfolge von Franz-Josef Höing an, der seit dem vergangenen Sommer Baudezernent der Stadt Köln ist. 1959 in Thüringen geboren, studierte Reuther von 1979 bis 1984 in Weimar Architektur. 1992 gründete sie gemeinsam mit einer Kollegin in Leipzig das „Büro für urbane Projekte“ und beschäftigte sich als freie Architektin und Stadtplanerin mit Transformationsstandorten des Industriezeitalters, mit der Erneuerung von Stadtteilen, mit städtebaulichen Konzepten und Bauleitplanungen für Stadtumbau- und Entwicklungsgebiete sowie mit der Betreuung von Wettbewerbsprojekten und Qualifizierungsverfahren. Seit 2004 arbeitete sie außerdem als Professorin für Stadt- und Regionalplanung an der Universität Kassel.

Als Reuther 2009 begann, mit ihrem „Büro für urbane Projekte“ das Gemeinschaftsprojekt „Koopstadt“ der drei Städte Bremen, Leipzig und Nürnberg zu betreuen, konnte sie bereits erste Einblicke in die Stadtentwicklung Bremens nehmen.

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