Der Bremer Kai Storck ist in der Kategorie „Tongestaltung“ für den Deutschen Filmpreis nominiert

Dissonanzen in der Bilderflut

Kurz vor seiner Abreise nahm sich Kai Storck noch Zeit für ein Gespräch in unserer Redaktion.

Bremen - Von Ralf SussekBREMEN · Er ist noch nicht auf dem nationalen Olymp angekommen – und vielleicht dauert es noch ein wenig. Aber er ist auf dem besten Weg dorthin – zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren ist der Bremer Kai Storck für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Gestern ist er nach Berlin gereist, wo er heute Abend an der Verleihung im Friedrichstadtpalast teilnimmt. So richtig zuversichtlich scheint er nicht, zu stark ist die Konkurrenz für den 39-Jährigen in der Kategorie „Beste Tongestaltung“. Immerhin: Der Film „Die Tür“ ist einer von nur vier nominierten Filmen. So gesehen, steht Storck schon fast auf dem „Stockerl“ – ebenso wie die Mitnominierten Jörg Krieger und Richard Borowski. Die Konkurrenz liest sich wie die Crème de la Crème des deutschen Filmschaffens der vergangenen Monate: Ebenfalls nominiert sind die Filme „Das weiße Band“, „Die Päpstin“ und „Wickie und die starken Männer“. Storck zollt der Konkurrenz großes Lob: „Die haben einen tollen Job gemacht.“

Und auch wenn er – erwartungsgemäß – die „Lola“ heute Abend nicht in Händen halten wird, so freut er sich doch über die Nominierung: „So eine Wertschätzung kriegt man nicht oft.“ Und das für einen Film, der an den Kinokassen nicht der große Erfolg war: „Die Tür“ (Regie: Anno Saul). Ein Mystery-Thriller – und gerade das habe ihn an der Arbeit gereizt, sagt Storck. „Sowas ist in Deutschland selten.“ Und stellt daher auch vor besondere Herausforderungen. „Da gibt es keine Szene mit normalem Tonangebot“. Soll heißen: Wenn in dem Streifen ein Tunnel zusammenstürzt, dann purzeln Pappmaché-Steine übereinander. Da ist Storck gefragt, der Tongestalter, der Sound designer. Mit einer genauen Berufsbezeichnung kann Storck nicht aufwarten, mit einer Tätigkeitsbeschreibung für „Die Tür“ schon. „Ich wollte Dissonanzen erzeugen. Der Zuschauer soll denken: Diesen Bildern möchte ich nicht trauen.“ Die Vorauswahlkommission der Deutschen Filmakademie, die den Preis verleiht, hat er jedenfalls überzeugt. „Die Tür“ ist einer von 65 Filmen in verschiedenen Kategorien, die letztlich von den etwa 1 500 Mitgliedern beurteilt und als zu den Besten gehörend bewertet wurden.

Schon 2007 war Storck ebenfalls nominiert – für die Tongestaltung von „Emmas Glück“ (mit Jördis Triebel und Jürgen Vogel). „Da war nichts, die Idylle musste erst aufgebaut werden.“ Seine Nominierungen sind eine ausgezeichnete Bilanz für einen, der durch Zufall in die Branche rutschte – durch die Vertonung eines Diplom-Abschlussfilms einer Bekannten. Sein Einstieg in die große Filmwelt war ein Praktikum in den „Ruhr Sound Studios“ in Dortmund. Danach fing er dort an.

2004 gab der Werder-Fan seiner „nordischen Sehnsucht“ nach, kehrte in seine Heimat zurück und baute sich hier mit einem eigenen Studio eine Existenz in der Filmbranche auf – abseits vom Glamour. Der ist nicht sein Ding. Und so, kündigt er an, wird er heute Abend noch nicht einmal über den roten Teppich schreiten …

Die Verleihung des Deutschen Filmpreises wird ab 21.45 Uhr im Ersten gezeigt.

WWW.

deutscher-filmpreis.de

http://

web.me.com/kaistorck/ftg/home.html

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