Bremerhavener Wissenschaftszentrum plant Ausstellung „Kreaturen der Urzeit“

Dinos ziehen ins Klimahaus

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Im Foyer der Bremerhavener Klimahauses weist bereits jetzt ein Modell eines Tyrannosaurus Rex auf die im März beginnende Sonderausstellung hin. ·

Bremerhaven - Von Jörg Esser. Die Giganten sind Legenden. Dinosaurier sind das Paradebeispiel für ausgestorbene Tierarten. Die Urzeitechsen wecken Phantasien und üben eine gewaltige Faszination auf kleine und große Menschen aus.

Auch das Bremerhavener Klimahaus setzt auf die Anziehungskraft der Dinos – ab 16. März zeigt es die Sonderausstellung „Kreaturen der Urzeit – die Grenzen der Anpassung“.

Metergroße Modelle der Riesenechsen und einige ihrer noch lebenden Nachfahren will das Wissens- und Erlebniszentrum am Weserdeich präsentieren. Dabei handelt es sich um Tiere, die schon zu Lebzeiten der Dinosaurier die Erde bevölkerten, unter ihnen Neuguinea-Krokodile und Pfeilgiftfrösche. Die ersten Dinos sind schon in Bremerhaven angekommen. Im Foyer des Klimahauses zieht ein Tyrannus Rex die Blicke magisch an. Neben dem König der Urzeitviecher werden in der Sonderausstellung, die der Biologe Dr. Lutz Fischer konzipiert hat, noch zahlreiche weitere Dinosaurier-Nachbildungen zu sehen sein. Krokodile und Pfeilgiftfrösche sollen erst kurz vor dem Eröffnungstermin in ihr neues Zuhause einziehen. „Wir wollen ihnen den Umbaustress ersparen“, sagt Fischer.

Das Klimahaus will mit der Schau vor allem auf die heute bedrohte Tierwelt aufmerksam machen. „Im Gegensatz zu den Dinosauriern haben Reptilien und Amphibien bereits mehrere Massensterben in der Erdgeschichte überlebt“, sagt Fischer. „Mittlerweile stellen sie jedoch den größten Teil der Tiere, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen.“

Die meisten Reptilien und Amphibien reagierten empfindlich auf Veränderungen ihres Lebensraumes. „Der Mensch sorgt mit Klimawandel und anderen Eingriffen in die Natur dafür, dass sich die Umwelt vieler Lebewesen in einem Tempo verändert, dass ihnen keine Zeit bleibt, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen“, fährt der Klimahaus-Biologe fort. Mit der Kombination aus Dinosaurier-Nachbildungen und heute noch lebenden Tieren will das Bremerhavener Ausstellungshaus zeigen, dass „der Mensch jetzt schon für rasantere Umweltveränderungen sorgt, als es in der Vergangenheit natürliche Ereignisse wie gewaltige Asteroiden-Einschläge und Vulkanausbrüche getan haben“.

Mit der Sonderausstellung, die bis zum 3. November laufen soll, knüpft das Klimahaus nach eigenen Angaben zudem an die Dramaturgie an, die die Hauptausstellung charakterisiert. „Wir verbinden faszinierende Erlebnisse mit einer klaren Aussage“, sagt Geschäftsführer Arne Dunker.

Das am 26. Juni 2009 eröffnete Klimahaus will mit neuen Schwerpunkten auch den rückläufigen Besucherzahlen begegnen. Im vergangenen Jahr besuchten laut Dunker etwa 550 000 Gäste das Klimahaus. 2011 kamen rund 600 000,  ein Jahr zuvor 700 000.

Das Klimahaus hat von September bis März täglich von 10 bis 18 Uhr, in der Sommersaison (April bis August) montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 14 Euro. Kinder, Schüler und Studenten zahlen 9,50 Euro.

http://www.klimahaus-bremerhaven.de

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