Digitalkunst in der Galerie Mönch

Vielschichtige Geschichten von Johann Büsen

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Johann Büsen beim Hängen der Ausstellung in den Oberneulander Galerieräumen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Er arbeitet mit Tablet und Scanner, mit Computer und Fotoapparat. Werkzeuge und Techniken des 21. Jahrhunderts, mit denen der Künstler seine Motive verändert und verzerrt, Elemente verkleinert oder vergrößert. So entstehen Arbeiten, die die Datenflut der Gegenwart widerspiegeln und sich zugleich von ihr entfernen. Faszinierende Motive sind das – mit einer Tiefe, in der der Betrachter sich geradewegs verlieren kann.

Von wem die Rede ist? Von dem Bremer Digitalkünstler Johann Büsen. Unter dem Titel „Ghost Stories“ stellt er jetzt aktuelle Arbeiten in der Galerie von Christine und Jochen Mönch an der Oberneulander Landstraße 153 aus. Die Eröffnung: Sonntag, 23. September, 17 bis 19 Uhr. Der Künstler wird zur Eröffnung durch seine Ausstellung führen. Die Schau dauert dann bis zum 28. Oktober.

Büsen erzählt „vielschichtige Geschichten, in denen surreale oder skurrile Begebenheiten zu entdecken sind“, heißt es in der Galerie. Seine Vorliebe für die digitale Kunst entdeckte Büsen bereits während des Studiums an der Bremer Hochschule für Künste. „Fotografie und Animation haben mich gereizt“, sagte er einmal. Seinen Kunst-Schwerpunkt bezeichnet Büsen als „digitale Malerei“.

1984 in Paderborn geboren, studierte er von 2005 bis 2010 in Bremen, wo er auch lebt. Zur Kunst ist er über seine Familie gekommen: Seine Mutter ist Künstlerin, Johann Büsen selbst hat immer schon gemalt, gebastelt und gezeichnet. Früh wusste er, dass er ebenfalls künstlerisch arbeiten will. Die Liste seiner Ausstellungen beginnt im Jahr 2003 mit einem Auftritt in der Galerie des Westens (Gadewe, Walle).

„Rabbit Hole“ gestaltet

Büsen ist auch der Künstler, der vor gut einem Jahr den Tunnel vom Osterdeich zum Altenwall auf einer 220 Meter langen Wand in den Kunsttunnel „Rabbit Hole“ verwandelt hat. Die magische und surreale Bilderwelt bezieht sich auf die Geschichte „Alice im Wunderland“. Fiktionales vermischt sich mit Historischen und mit Motiven aus der Alltagswelt der Gegenwart. „Es eröffnet sich eine Bildwelt, die Möglichkeiten für eigene Entdeckungen offenlässt und die Betrachter in das Bildgeschehen verwickelt“, sagte eine Sprecherin des Kulturressorts damals. Der Künstler fordere die Passanten sozusagen auf, „mythische und skurrile Begebenheiten und Geschichten auf der Tunnelwand zu entdecken“.

Wer einmal in Büsens Bildwelten eingetaucht ist, den lassen sie auch nicht so einfach wieder los. Die Ausstellung in Oberneuland bietet also willkommenes neues „Futter“ für die Augen. Die Galerie Mönch öffnet sonntags in der Zeit von 16 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Künstlergespräch mit Akkela Dienstbier

Die Künstlerin Akkela Dienstbier setzt sich in ihrem Werk „auf ungewöhnlich vielfältige Weise mit der Natur auseinander“, sagt Dr. Katja Pourshirazi, die Leiterin des Vegesacker Overbeck-Museums. In Fotografien und Zeichnungen, Collagen und Objektarbeiten stellt Dienstbier Pflanzen nicht nur dar, sondern verwendet sie zugleich als Werkstoff. „So entsteht eine breit angelegte und vielschichtige Auseinandersetzung über das Verhältnis von Natur und Mensch“, heißt es.

Getrocknete Pflanzen werden auf Fotografien geklebt oder in Bücher buchstäblich montiert, auf altem Leinen arrangiert oder in Epoxidharz gegossen – Naturmaterialien und menschengemachte Bestandteile gehen in Dienstbiers Werk überraschende Verbindungen ein. Aus Anlass der Ausstellung „Die Schönheit im Kleinen“ im Overbeck-Museum hat sie ein Buch mit Pflanzenzeichnungen von Hermine Overbeck-Rohte zu einem eigenen Kunstwerk umgestaltet.

In einem Künstlergespräch im Overbeck-Museum berichtet die Bremer Künstlerin von den Hintergründen ihrer Arbeit. Der Ausstellungsrundgang samt Gespräch beginnt am Sonntag, 23. September, um 11.30 Uhr.

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