Geld für digitale Lehre

Digitales Sommersemester an Hochschulen: „Wollen ein Nicht-Semester verhindern“

Bremen - Auf die Bremer Studenten warten an Universität und Hochschulen ein komplett digitales Sommersemester. „Wir wollen ein Nicht-Semester verhindern“, sagte Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD). Der Senat hat dazu am Dienstag ein Sofortprogramm für die digitale Lehre beschlossen und mit vier Millionen Euro bestückt. „Wir wollen auf dem Gebiet der Digitalisierung jetzt Gas geben“, so Schilling. So sollen vor allem Hardware-Voraussetzungen geschaffen werden, um die Hochschulen für die digitale Zukunft zu rüsten. Es geht darum, onlinebasierte Kommunikations- und Kooperationssysteme aufzubauen, Server- und Speicherkapazitäten zu erhöhen und notwendige Software-Lizenzen zu erwerben.

Die rot-grün-rote Landesregierung hat zudem beschlossen, den Darlehensfonds für in finanzielle Not geratene Studenten beim Studentenwerk Bremen auf zunächst 500.000 Euro aufzustocken. 68 Prozent der Studenten seien auf Nebenerwerb angewiesen, so Schilling. Da viele dieser Jobs in der Corona-Krise weggebrochen seien, geraten viele Studenten in wirtschaftliche Notlage. Wer eine wirtschaftliche Notlage nachweisen kann, erhält rückwirkend ab 1. April für drei Monate eine Darlehenszusage für bis zu 550 Euro monatlich. „Wir wollen schnell und unbürokratisch helfen“, sagte die Senatorin. So entfällt auch der Nachweis einer Bürgschaft.

Das Land will zudem Kooperationen von Einzelhändlern fördern, die gemeinsam einen Lieferservice organisieren. Antragsberechtigt sind Liefergemeinschaften in Stadtteilen von mindestens zehn Firmen, die unbürokratisch eine Projektförderung von 10.000 Euro bekämen, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Für diese Förderung seien zunächst 250.000 Euro eingestellt worden. Der „Shut-Down“ durch die Corona-Krise habe den Einzelhandel massiv getroffen. Der Lieferservice sei eine Chance, „in der Krise Strukturen nach vorne zu entwickeln“. Bovenschulte weiter: „Wir brauchen Modernisierungsschübe für neue Ideen und neue Projekte.“

Bovenschulte: „Kein Zurück zur Badstraße“

Besonders in Seniorenheimen seien Richtlinien weiterhin streng einzuhalten, auch wenn man es mit einer „schrecklichen Ambivalenz zwischen Einsamkeit und Sicherheit“ zu tun habe, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Bei der Schutzausrüstung „geht es bergauf“. „Wir sind für die nächsten zwei Wochen gerüstet.“ Fortlaufend gingen außerdem neue Bestellungen hinaus. 47 Beatmungsgeräte sollen am Mittwoch geliefert werden.

Trotz erfreulicher gesundheitspolitischer Signale gelte es, Sicherheitsmaßnahmen nicht voreilig zu lockern. „Es gibt kein Zurück zur Badstraße“, so Bovenschulte. „Die Welt nach der Krise wird nicht mehr die gleiche sein wie die Welt vor der Krise.“

Auch auf Osterfeuer müssen die Bremer aus gesundheitspräventiven Gründen verzichten. Bereits erteilte Genehmigungen seien vom Ordnungsamt inzwischen widerrufen worden, teilte das Innenressort mit.

Rubriklistenbild: © Universität Bremen

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