Weltweit und zeitgleich

Digitale Weinprobe in der Oberen Rathaushalle

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Gut vernetzt: Finanzsenatorin Karoline Linnert vor der Videowand in der Oberen Rathaushalle – mit Staatsrat Henning Lühr (l.) und Ratskellermeister Karl-Josef Krötz.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bremen ist eine traditionsreiche Weinhandelsstadt. Und Bremen ist ein bedeutender Weltraumstandort. In der Oberen Rathaushalle verband sich beides dieser Tage auf geradezu galaktische Weise. Ratskellermeister Karl-Josef Krötz bewies einmal mehr, dass er an jedem Ort der Welt wortgewandt über Wein sprechen kann – sogar an mehreren Orten gleichzeitig.

Anlass für das Spektakel war die Begegnung mit einem technikaffinen Publikum – mit den Teilnehmern des zweitägigen Fachkongresses des IT-Planungsrates nämlich. Zu dem Kongress haben sich IT-Fachleute von Bund, Ländern und Kommunen in Bremen getroffen, um über das Thema Digitalisierung in der Verwaltung zu sprechen.

Völlig losgelöst – von links gesehen: Ratskellermeister Karl-Josef Krötz, Finanzstaatsrat Henning Lühr und Bremens IT-Direktor Martin Hagen im Ambiente der Raumstation.

Da passte eine digitale (und weltumspannende) Weinprobe gut ins Rahmenprogramm, um Bremen als High-Tech-, Logistik- und Weinstadt ins rechte Licht zu rücken. Und eben diese digitale Weinprobe, die boten Ratskellermeister Krötz, Finanzsenatorin und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne), Finanzstaatsrat Henning Lühr und Bremens IT-Direktor Martin Hagen ihren Gästen.

„Mit Ihnen zusammen probiert die ganze Welt!“ Mit diesen Worten begrüßte Moderator und Schauspieler Dirk Böhling die 300 Gäste in der Oberen Rathaushalle. Die Verkostung fand eben nicht allein in Bremen, sondern gleichzeitig an 14 Orten in aller Welt statt: Von Sao Paulo bis Moskau, von Melbourne bis Helsinki und selbst am Lagerfeuer in Namibia wurden die drei von Ratskellermeister Krötz ausgewählten und vorgestellten Weine probiert. Per Live-Übertragung waren alle gleichzeitig im Bremer Rathaus in Bild und Ton präsent. Eine Weltpremiere. Zum Wohle Bremens, sozusagen.

Die drei Weine, die Krötz ausgewählt hatte: 2015er Oberrotweiler Käsleberg, Grauer Burgunder trocken; 2014er Monsheimer Rosengarten, Spätburgunder trocken und 2015er Erdener Treppchen, Riesling (Spätlese, vom „Bremer Weinberg“ an der Mosel).

Staatsrat Lühr zu seiner Idee für diese Weltpremiere der besonderen (und bremischen) Art: „Wir wollen, dass unsere Gäste das Land Bremen und seine Stärken in guter Erinnerung behalten.“ Angesichts etlicher positiver Kommentare am Rande des Empfangs für die IT-Experten ging diese Rechnung offenbar auf.

Mit der Einspielung eines Films über eine galaktische Weinprobe an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) hatten die Organisatoren der Weinprobe zudem die sprichwörtlichen Lacher auf ihrer Seite. Gekleidet im typischen Astronauten-Outfit, verkosteten Lühr, Krötz und Hagen in dem Film stilecht Weinkonzentrate in der Schwerelosigkeit.

Senatorin Linnert nutzte unterdessen bei der Begrüßung der Kongressteilnehmer die Gelegenheit, für Unterstützung ihrer Idee einer unkomplizierten Elterngeldvergabe zu werben. Dafür soll die Elterngeldstelle die nötigen Informationen (wie: Einkommensbescheinigung, Geburtsurkunde) von anderen Behörden bekommen, um dann die jeweils günstigste Variante für die Eltern zu berechnen. „Wie wollen ein einfaches, schnelles und sicheres Verfahren“, sagte Linnert. Dazu müssten allerdings Bundesgesetze geändert und der Datenschutz gewährleistet werden. „Keine unlösbare Aufgabe, wenn Bremen für diesen Vorstoß genug Verbündete findet“, so Linnert.

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