City wird Museums-Thema

Digitale Vortragsreihe zur Bremer Innenstadt

Blick auf Bremens Ursprünge: Ausgrabung des später auf das Jahr 808 datierten Schiffs „Karl“ in einer tiefen Hotel-Baugrube an der Wachtstraße in der Innenstadt. Das Schiff wurde 1989 gefunden.
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Blick auf Bremens Ursprünge: Ausgrabung des später auf das Jahr 808 datierten Schiffs „Karl“ in einer tiefen Hotel-Baugrube an der Wachtstraße in der Innenstadt. Das Schiff wurde 1989 gefunden.

Bremen – Mehr digital – nicht nur pandemiebedingt dieser Tage das Motto in Bremer Museen. Die Corona-Schließung aber hat allerorten die Verknüpfung herkömmlicher und digitaler Angebote vorangetrieben. Digital ist man für viel mehr Menschen erreichbar, digital lassen sich noch zugänglichere Angebote schaffen. Und digital lassen sich Schließungen eben auch wenigstens virtuell überwinden.

Ein aktuelles Beispiel gibt das Focke-Museum in Schwachhausen – mit einer digitalen Vortragsreihe („Fockes Forum“) zur historischen Entwicklung der Bremer Innenstadt. Premiere: Dienstag, 26. Januar, 19 Uhr.

Was wird aus der Bremer Innenstadt? Gelingt es, sie mit neuen Ideen und der Zustimmung von weiten Teilen der Bevölkerung Bremens, aber auch des Umlands, in eine – nun ja – blühendere Zukunft zu führen? Oder stirbt sie weiter peu à peu vor sich hin? Die Pandemie hat die Krise des durch den Onlinehandel ohnehin geschwächten stationären Einzelhandels verschärft und beschleunigt.

Blick auf die Ursprünge Bremens

Der Handel allein trägt eine City offenbar nicht mehr, neue Mischnutzungen sind gefragt – zugleich aber scheitern Projekte wie Neubauten auf dem früheren Sparkassen-Areal. Oder sie kommen nicht voran wie die Zech-Pläne rund um das Parkhaus Mitte. Woraus aber lassen sich Ideen für die Zukunft gewinnen, die zu Bremen passen und die mehr Perspektive bieten als der Dauerstreit um Begriffe wie „autofrei“, „autoarm“ und „klimafreundlich“?

Vielleicht aus der Bremer Geschichte, aus dem Blick auf die Ursprünge der Stadt. Hier jedenfalls setzt die Digital-Vortragsreihe des Focke-Museums an. „Die von Kaufhäusern und Geschäften geprägten Innenstädte, wie wir sie heute kennen, sind eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts“, heißt es im Museum. „Früher wurde dort auch Handel getrieben, Handwerker und Kaufleute wohnten und arbeiteten aber zudem in den Innenstädten. In dieser Mischnutzung aus der Vergangenheit sehen Städteplaner ein Modell für die Zukunft.“

„Wir möchten die Diskussion über die Entwicklung der Bremer Innenstadt mit Wissen um die Stadtgeschichte bereichern“, so Museumssprecherin Anne-Katrin Endler. Deshalb biete das Focke-Museum eine vierteilige digitale Vortragsreihe zur Geschichte der Stadt von 800 bis zum 20. Jahrhundert an, an der sich Landeskonservator Prof. Dr. Georg Skalecki und der Stadthistoriker Dr. Jan Werquet beteiligen. Landesarchäologin Prof. Dr. Uta Halle spricht zum Auftakt unter dem Titel „Bremens Stadtentwicklung ausgegraben“ über die Zeit zwischen 800 und 1200.

Funde spiegeln Alltagsleben wider

Zur ältesten Stadtgeschichte gibt es nur wenige schriftliche Urkunden – zumeist mit kirchlichem und politischem Inhalt. „Das Alltagsleben spiegelt sich hingegen eher in den Funden der Archäologie wider. Der Vortrag zeigt auf, was die Archäologie zum Leben in Bremen in der Zeit zwischen 800 und 1200 ausgegraben hat und was sich daraus für die Stadtentwicklung schließen lässt“, heißt es in einer Vorschau. Landesarchäologin Halle behandelt die Themen Topographie (Düne und Hafen), Alltag (Leben, Arbeit und Handel) und religiöse Vielfalt (Heiden und Christen).

Wer an dem etwa 15-minütigen Premieren-Vortrag mit anschließender Frage- und Diskussionsrunde am 26. Januar teilnehmen möchte, muss sich bis zum 25. Januar unter anmeldung@focke-museum.de anmelden – und bekommt dann den Link zugeschickt, so die Sprecherin weiter. Der Vortrag wird aufgezeichnet, die anschließende Diskussionsrunde jedoch nicht.

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