FRAGEN UND ANTWORTEN Bremer Alltagsleben in der Corona-Krise

Digitale Predigt

Mit Mundschutz: Bremens Stadtmusikanten werben für Corona-Schutzmaßnahmen. Foto: DPA/SCHULDT

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Corona-Krise bringt sämtliche Bereiche des Alltags durcheinander. Das wirft Fragen auf – von der profanen Busfahrt bis zum gewohnten Kirchenbesuch. Hier einige Antworten.

Darf ich gar nicht mehr in eine Kirche gehen?

Nein, jedenfalls nicht zum Gottesdienst. Aber es gibt Ausnahmen. „Zum stillen Gebet oder zur persönlichen Einkehr ist der Dom von montags bis sonnabends von 12 bis 14 Uhr geöffnet“, sagt zum Beispiel Martina Lange, die Leiterin der Domkanzlei. Dabei gebe es auch die Möglichkeit, mit einem Seelsorger zu sprechen. Und es gilt: „Bitte beachten Sie den Mindestabstand von zwei Metern zu Ihrem Nachbarn.“

Wo gibt es noch Gottesdienste?

Im Radio und im Internet. Sabine Hatscher, Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche: „Der Deutschlandfunk überträgt am Sonntag, 22. März, ab 10.05 Uhr einen Rundfunkgottesdienst aus der Evangelisch-Freikirchlichen Auferstehungskirche in Lesum. Die Predigt hält der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm.“ Und: „Ab dem 29. März wird jeden Sonntag um zehn Uhr in der digitalen ,#SofaKirche‘ ein Video-Gottesdienst ausgestrahlt.“

Wie ist eigentlich die Regelung für Trauerfeiern?

Noch einmal Kirchensprecherin Hatscher: „Im Rahmen der staatlichen Anordnungen sind Zusammenkünfte von bis zu sechs Personen unter freiem Himmel erlaubt. Wir bieten deshalb eine geistliche Begleitung der Beisetzung auf dem Friedhof an.“ Die Angehörigen entscheiden, wer die sechs Personen sind, die daran teilnehmen dürfen. Gedenkgottesdienste zu einem späteren Zeitpunkt werden angeboten.

Sorgt Corona für weitere Engpässe in der Medikamentenversorgung?

Die Verfügbarkeit von Arzneimitteln in den Bremer Apotheken habe sich „nicht verändert“, heißt es bei der Apothekerkammer. Die Geschäftsführerin Isabel Justus ruft dazu auf, gegenwärtig nur in wirklich wichtigen und dringenden Fällen in die Apotheke zu kommen. Sie bittet unter anderem darum, vom vorsorglichen Kauf rezeptfreier Medikamente abzusehen. Apotheker seien momentan stark belastet und könnten keine Arbeit ins Home Office verlegen. Der Kauf von kosmetischen Produkten, Nahrungsergänzungsmitteln und ähnlichen Apothekenartikeln sollte erst einmal verschoben werden.

Hat sich der Fahrzeugeinsatz bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) wieder verbessert?

Die BSAG fährt nach reduziertem Fahrplan, um Personal zu schonen und den Betrieb dauerhaft am Laufen halten zu können. Nach der Kritik an vollen Bussen und Bahnen am Mittwoch wurden am Donnerstag im Berufsverkehr wieder mehr Fahrzeuge eingesetzt – so auf den Linien 1, 4 und 6. Die 4 fuhr zeitweilig fast alle zehn Minuten in Richtung Arsten. Dennoch kam es wieder zu kritischen Situationen. Im Internet kursieren Videos, die einen überfüllten Bus der Linie 63 (Richtung Güterverkehrszentrum) zeigen – hier wäre es nicht möglich gewesen, die erwünschten Abstandsregeln einzuhalten.

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