Digitale Pendler

Universum zeigt Ausstellung zum Thema Mobilität

An verschiedenen Stationen der Ausstellung „Der mobile Mensch – Deine Wege, Deine Entscheidungen, Deine Zukunft“ erfahren Besucher auf spielerische Weise etwas über ihre Mobilitätsbedürfnisse. Foto: KUZAJ
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An verschiedenen Stationen der Ausstellung „Der mobile Mensch – Deine Wege, Deine Entscheidungen, Deine Zukunft“ erfahren Besucher auf spielerische Weise etwas über ihre Mobilitätsbedürfnisse. 

Bremen - E-Roller? SUV? Bus und Bahn? Wie und womit wir uns durch den Alltag bewegen, darüber machen wir uns selten Gedanken – vom Ärger über den Stau oder die unpünktliche Bahn mal abgesehen. Eine Ausstellung im Universum will das nun ändern. Ihr Thema: Mobilität.

Elf Prozent aller Wege in Deutschland werden per Rad zurückgelegt – in Bremen sind es 20 Prozent. 42 Prozent aller Beschäftigten im Land Bremen pendeln ein (Zahlen von 2018), allein 120.000 Einpendler kommen aus Niedersachsen – aber natürlich kaum mit dem Rad.

Fußgänger, Skateboardfahrer, Umland-Pendler – das Thema Mobilität betrifft (und bewegt) praktisch jeden. Wachsende Verkehrsströme und Stadtentwicklung beeinflussen sich gegenseitig. Die Schau mit dem Titel „Der mobile Mensch – Deine Wege, Deine Entscheidungen, Deine Zukunft“ führt all das und einiges mehr zusammen. Sie dauert lange, bis zum 26. August 2020.

Gemeinschaftsprojekt mit Unternehmen

Und sie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Wissenschaftscenters mit Unternehmen, die in Sachen Verkehr und Stadtentwicklung eine Rolle spielen: Bremer Straßenbahn AG (BSAG), Mercedes-Werk Bremen, Gewoba, SWB (früher: Stadtwerke). Beteiligt ist zudem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in seiner Rolle als Einrichtung der Verkehrsforschung.

Um das Design hat sich die Agentur Gruppe für Gestaltung (GfG) aus der Überseestadt gekümmert. Auf 550 Quadratmetern setzen die Ausstellungsmacher stark auf Interaktion und Kommunikation. „Wir wollen, dass die Leute sich über ihre Mobilitätskonzepte austauschen, sich ihrer Mobilitätsbedürfnisse bewusster werden“, sagt Hanke Homburg, Geschäftsführer der GfG.

Das Fahrrad spielt in Bremen eine große Rolle – nicht immer zur Freude anderer Verkehrsteilnehmer.

Acht Erlebnis- und fünf Expertenstationen sind die Kernpunkte der Ausstellungsroute. Am Anfang, hier „Check-in“ genannt, nimmt sich jeder Besucher einen kleinen Ball. Die Kugel speichert ein paar Daten, die der Besucher ihr preisgibt. Mit dem Ball kann der Besucher an den Mitmachstationen spielen. Die Spielergebnisse werden ebenfalls gespeichert.

Am Ende, dem „Check-out“, kann der Besucher – empfohlen ist die Ausstellung ab zwölf Jahren – seinen „Mobilitätscharakter“ ausdrucken. „Social Sharer“, „City Jumper“, „Green Groover“: Wer ist welcher Verkehrstyp, wer möchte welcher Typ von Verkehrsteilnehmer sein? Darüber, so die Idee, sollen die Besucher miteinander ins Gespräch kommen.

Die Erlebnisstationen auf dem Weg zu diesem Ziel haben Themen wie „Komfort“, „Sicherheit“ und „Entschleunigung“. An den Expertenstationen geht es beispielsweise um „Mobilität und Wohnen“, „Mobilität und Arbeiten“, „Mobilität und Konsum“.

Erforschung von Megatrends

Hier gibt es Interviews mit Verkehrsteilnehmern und Interessenvertretern (etwa: Neustadt-Managerin Astrid-Verena Dietze) und jeweils ein Experteninterview. Beim Thema „Womit kommst Du zur Arbeit?“ zum Beispiel tritt Simona Popisti vom Bremer Mercedes-Werk auf. Die Psychologin leitet das in Bremen ansässige „Innolab“ von Daimler-Benz, das sich der Erforschung von Megatrends widmet.

Nun, die Ausstellung bringt die Gedanken ins Rollen, indem sie – mal auf spielerische, mal auf experimentelle Weise – Aspekte miteinander in Verbindung bringt. Die 120.000 Berufspendler, sie werden mehrheitlich kaum dazu zu bewegen sein, fortan mit dem Rad zu pendeln – da kann Bremen noch so schöne Radwege anlegen. Vielleicht aber ergeben sich ganz andere Möglichkeiten, den Stau-Stress in Zukunft elegant zu umfahren. Stichwort: Flexibilisierung des Arbeitsorts. Die Digitalisierung erlaubt in vielen Berufen zunehmend Arbeit von zu Hause aus. Und wer im „Home Office“ arbeitet, muss sich gar nicht überlegen, ob er heute mit Auto, Bus oder Bahn kommt – er pendelt einfach digital.

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