„Mein Kunst-Stück“ mit Johann Büsen

„Catcher“: Digitale Momentaufnahme

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Johann Büsens Bild „Catcher“ zeigt eine digitale Momentaufnahme aus einer fantastischen Szene, in der Katzen, ein Harlekin und eine menschähnliche Figur auf der Jagd sind.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Catcher“ heißt Johann Büsens Bild, das er in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Es zeigt eine digitale Momentaufnahme aus einer fantastischen Szene. In ihr sind Katzen, ein Harlekin und eine menschähnliche Figur auf der Jagd.

In „Catcher“ lässt der Digitalkünstler Johann Büsen offen, wer was warum und mit wem fängt. Mit jedem Blick zeigen sich auf dem ein Meter mal 1,30 Meter großen Bild neue Details. Im Boden tut sich ein Loch auf, Flammen fallen vom Himmel und auf dem Kofferkuli liegt ein sonderbares Geschöpf. Skurril und fantastisch mutet das Bild an. Es wurde komplett digital erstellt. Die Collage setzte Büsing am Tablet zusammen. Die archivierten Motive bearbeitete er künstlerisch und ergänzte sie durch malerische Elemente. „Catcher“ ist eins seiner jüngsten Bilder. Das Bild wurde 2016 als hochauflösender Pigmentdruck hinter mattes Acrylglas gesetzt. So erreicht Büsen eine beeindruckende Farbintensität ohne Spiegelungen.

Der junge Künstler sammelt ständig Material, auf das er für seine Projekte zurückgreifen kann: Fotos, Comics oder wissenschaftliche Zeichnungen. Seine Werkzeuge sind Tablet, Scanner und Fotoapparat. Am Tablet setzt er Maleffekte und Strukturen per digitaler Pinselvariante. Ein bis zwei Monate hat er an „Catcher“ gearbeitet. Eins seiner aktuellen Projekte ist eine 220 Meter lange Wandtapete für den Altmanntunnel zwischen Kunsthalle und Osterdeich. Im August wird die Wandtapete dort „installiert“. Büsens Geschichten werden jeden einzelnen Abschnitt unterhaltsam machen. Sein Faible für die digitale Kunst entdeckte Büsen bereits während des Studiums. „Fotografie und Animation haben mich gereizt“, erzählt der Künstler. Was früher als Street-Art mit Schablone entworfen wurde funktionierte nun am Computer. So experimentiert der Bremer an ersten 3D-Drucken, die als begehbares Bild mit einer 3D-Brille erfahrbar werden. Ein Vorteil der Arbeit am Rechner ist nicht nur das saubere „Atelier“, sondern auch, dass es mobil ist. Ist der Digital-Künstler unterwegs, nimmt er Rechner und Tablet einfach mit, um andernorts weiter zu arbeiten.

Familie führt Büsen zur Kunst

Auf die Kunst ist Büsen über seine Familie gekommen. Die Mutter ist Künstlerin und Johann Büsen selbst hat schon immer gemalt, gebastelt und gezeichnet. Früh wusste er, dass er ebenfalls künstlerisch arbeiten will. Heute füllt sein Beruf ganz normale AchtStunden-Tage und oft auch mehr. Die Hälfte der Zeit nehmen Termine, Planung, Ausstellungen und Ähnliches in Anspruch. Die restliche Zeit verbringt Büsen am Rechner, um Bilder vorzubereiten oder auch Details auszuarbeiten. Oft arbeitet er spätabends. „Da hat man viel Ruhe.“ Es sei jedoch eine Herausforderung, sich die Zeit gut einzuteilen, damit die vielen Ideen und Projekte auch einen realistischen Zeitrahmen bekommen.

Ob wir Kunst brauchen? – „Ja, um aus dem Alltagstrott rauszukommen“, sagt er. „Sie gibt uns neue Eindrücke und Inspirationen fürs Leben und den eigenen Horizont.“ Die Kunst taste Grenzen ab, das mache sie so spannend. Zu den Künstlern, die für Büsen besonders bedeutend sind, zählen der Franzose Paul Gustave Doré (1832 bis 1883) und der japanische Zeichner und Regisseur Hayao Miyazaki. Von Doré beeindrucken Büsen die Radierungen zu Dantes Göttlicher Komödie. Dorés Illustrationen zeigen Szenen aus Himmel und Unterwelt. Der Zeitgenosse Miyazaki produziert in seinen Studios spannende und sehr künstlerische Animationsfilme. „Er mischt alte japanische Tradition mit modernen Elementen“, freut sich der Bremer.

Wenn Büsen jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge eins als Ausstattung einer Raumstation ins All: „Als Botschaft für Außerirdische. Damit sie etwas zur Enträtselung unserer Existenz haben.“

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