Digitale Kunstwelt

Virtuelle Museumsrundgänge mit Google Arts and Culture

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Digitaler Durchblick: Dorothee Hansen, Vize-Direktorin, mit „Cardboard“-VR-Brille.

Bremen – Von Thomas Kuzaj. Die Bremer Kunsthalle treibt ihre Digitalisierung weiter voran. Es gehe darum, „neue Formen der Vermittlung“ zu finden, sagt Professor Christoph Grunenberg, der Direktor des Hauses. Ein Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt – nicht nur in Bremen – Google Arts and Culture. Über diese Plattform kann die Bremer Kunsthalle ab jetzt virtuell besucht werden.

Werke aus der Sammlung des Kunstvereins sind damit nun weltweit online abrufbar. Sie decken eine Zeitspanne ab, die vom 14. bis ins 20. Jahrhundert reicht. 200 Werke lassen sich detailliert betrachten. Wie bei Google Arts and Cultureüblich, sind die digitalen Reproduktionen der Kunstwerke hochauflösend. Man kann also sehr weit hineinzoomen und nach Details suchen.

Hinzu kommen die sozusagen Internet-üblichen Querverbindungen – beispielsweise zu anderen Sammlungen oder zu Orten, die auf einzelnen Werken abgebildet sind. Auch andere Bremer Häuser nutzen Google Arts and Culture – die Museen Böttcherstraße, die im Februar vorigen Jahres als erste Bremer Museen auf Google Arts and Culture gegangen waren.

Grunenberg verspricht sich von dem Auftritt eine „größere internationale Präsenz“ – weltweit. „Die Teilnahme am Google Arts Project ist Teil der digitalen Strategie der Kunsthalle Bremen. Das Ziel ist, das Museum und seine Inhalte der Öffentlichkeit unmittelbar zugänglich und auf unterschiedlichste Weise erfahrbar zu machen.“ Die Sammlung für alle zugänglich machen – ein klassischer Museumsauftrag, der im Digitalzeitalter zu neuen Wegen führt.

Die virtuelle Kunsthalle bei Google Arts and Culture. Foto: Screenshot

Zu dem neuen Digitalauftritt der Kunsthalle gehören nicht allein digitale Reproduktionen von Kunstwerken, sondern auch virtuelle Rundgänge durchs Museum. Wie bei Google Street View kann man sich durch die Räume bewegen – 20 Räume in 360-Grad-Ansichten. Virtual-Reality-Anwendungen ermöglichen geführte Rundgänge per App und „Cardboard“ – das ist eine Art VR-Brille, in die ein Smartphone gesteckt wird. Klingt kompliziert, ist aber geradezu überwältigen einfach. Und spricht, wie so vieles in der digitalisierten Welt, den Spieltrieb an.

Neben all diesen Anwendungen ist die Rubrik „Geschichten“ ein fester Bestandteil von Google Arts and Culture. Das ist eine Möglichkeit, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Bei den Museen Böttcherstraße etwa ist es Paula Modersohn-Becker als „Wegbereiterin der Moderne“.

Bei der Kunsthalle gibt es drei dieser Geschichten: Paula auch hier, dazu die Historie des Hauses in zeitgenössischer Tonart („Ein Crowdfunding-Start-up mit 200 Jahren Geschichte“) und ein virtueller Besuch der Erfolgs-Ausstellung „What is Love? Von Amor bis Tinder“.

Man kann aber natürlich auch direkt ins Museum gehen und sich die Originale ansehen. Hat was. Gerade in Zeiten der Digitalisierung.

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