Übersee-Museum: Bund fördert Erschließung der Naturkunde-Sammlung

Die digitale Dimension

Naturkunde analog: Kasten mit Bärenspinnern aus Costa Rica. Foto: ÜBERSEE-MUSEUM/BEINHORN

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Bund hat ein neues Förderprogramm mit dem Namen „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland“ (kurz: „Invest Deutschland“) aufgelegt – und Bremen ist gleich dabei! Das Übersee-Museum bekommt Unterstützung zur digitalen Erschließung der naturkundlichen Sammlung, teilte eine Sprecherin mit.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fördert mit „Invest Deutschland“ insgesamt 40 Einrichtungen und Projekte. Es geht dabei um eine Menge Geld. Der Förderbetrag für das Übersee-Museum liegt bei 400 000 Euro. Bremen muss – so steht‘s in den Richtlinien des Programms – den Betrag verdoppeln. So fließen über zwei Jahre insgesamt 800 000 Euro an das Museum.

„Die Mittel werden für die digitale Erschließung der naturkundlichen Sammlungen des Übersee-Museums und ihrer Bereitstellung in internationale Forschungsverbünde verwendet“, so die Sprecherin weiter. „Die digitale Sammlungserschließung sowie internationale Vernetzung und Zugänglichkeit ist ein zentraler Punkt der digitalen Strategie des Übersee-Museums.“

Das Haus verbindet Natur-, Völker- und Handelskunde und verknüpft diese Sparten (unter verschiedenen Blickwinkeln und Themen) miteinander. Mit Blick auf Gegenwart und Zukunft und die „zunehmende digitale Durchwirkung der Gesellschaft“ müsse diese Arbeit „um eine digitale Dimension bereichert werden“, heißt es in der 2019 formulierten Digitalstrategie. Und weiter: „Wir räumen physischen und digitalen Besuchern den gleichen Stellenwert ein.“

Ein Ziel der Strategie sei es, „durch eine systematische und nachhaltige Digitalisierung und Bereitstellung die Sammlungen durch verschiedene Kommunikationskanäle erforsch- und erlebbar zu machen“. Bei dem nun durch das Programm „Invest Deutschland“ geförderten Projekt ist nicht mehr und nicht weniger als eine einheitliche – und damit auch international nutzbare – digitale Erschließung der naturkundlichen Sammlung gemeint. „Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein in der Umsetzung der digitalen Strategie des Übersee-Museums“, sagt Professorin Wiebke Ahrndt, die Direktorin.

„Ich freue mich, dass der Bund unserer Einschätzung gefolgt ist und wir nun gemeinsam die digitale Erschließung der naturkundlichen Sammlung vorantreiben können“, so Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz. Die Sozialdemokratin lobt in diesem Zusammenhang eine Christdemokratin, die Bremer Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann. Sie habe sich „sehr für dieses Projekt eingesetzt“.

Staatsrätin Emigholz, die zugleich Stiftungsratsvorsitzende des Museums ist, weiter: „Für das Haus ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt, denn die naturkundliche Sammlung ist eine bedeutende Anlaufstelle der internationalen Forschung.“

Und: „Da es sich vielfach um Exponate handelt, die in kolonialen Zeiten erworben wurden, ermöglicht die Digitalisierung Transparenz und Teilhabe gerade gegenüber den Herkunftsländern. Dies ist Teil der Anstrengungen des Museums, seine historische Verantwortung wahrzunehmen.“ All das füge sich gut ein in „die kulturpolitischen Leitlinien Bremens zum Umgang mit dem kolonialen Erbe“, so Emigholz.

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