„Dieser Blick von oben auf die Stadt“

4 .000 Teilnehmer bei der 13. „Hochstraßentour“ des ADFC

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Halbzeit bei Sonnenschein: Teilnehmer der „Hochstraßentour“ radeln die Hochstraße Richtung Rembertiring hinab.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Paul (24) aus Bremen hat sich aufgerafft. Zum ersten Mal fährt er bei der „Hochstraßentour“ des Bremer Landesverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) mit. „Das wird bestimmt ganz witzig, über die Hochstraße zu fahren“, sagt er vor dem Start am Europahafen. Zum 13. Mal hat der ADFC die Demonstrationsfahrt durch die Innenstadt organisiert, mit der für eine fahrradfreundlichere Stadt geworben werden soll.

Die Helfer rufen zum Sammeln. Drei Rennradfahrer aus Delmenhorst sitzen in Wettkampfkleidung auf schnittigen Rennrädern. René Abé sagt: „Wir fahren aus Protest wegen des Ausfalls des ,Velotörns‘ mit.“ Zudem findet er aber auch, dass Bremen dranbleiben müsse, eine fahrradfreundliche Stadt zu werden.

„Wir haben die Route so angelegt, dass sie Perspektiven eröffnet“, sagt Sven Eckert, Geschäftsführer beim Bremer ADFC. Die Teilnehmer sollten sehr große Verkehrsräume erleben, die sonst nur mit dem Auto erreichbar sind. „In anderen Städten wurden große Trassen schon in Flaniermeilen verwandelt, etwa in New York“, sagt Eckert. „Es ist ein wunderbares Gefühl, auch als Radfahrer zu erleben, wieviel Raum zur Verfügung steht.“

Ruhig und gemütlich setzt sich das Fahrerfeld mit 4 000 Teilnehmern in Bewegung. Die Strecke verläuft unter anderem durch Findorff, über den Fly-Over am Utbremer Ring, über die B6. Nach etwa 80 Minuten ist die Hochstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs erreicht. Halbzeit.

Ruhig und entspannt fährt das Feld über den Rembertiring und nochmal die Hochstraße hinauf und wieder über die B6. Es folgt ein Abstecher durch die Neustadt. Schließlich kommen die Radler über die Stephanibrücke und enden bald an einem Party-Areal am Herdentor. 20 Kilometer sind geschafft.

Stefan Matthaeus (53) hat sie locker weggesteckt. „Kein Problem, ich fahre 6 000 Kilometer im Jahr“, sagt er. „Die Hochstraße ist immer wieder ein Erlebnis, dieser Blick von oben auf die Stadt. Das Panorama kann man mit dem Auto gar nicht genießen.“ Schön sei auch das Fahren auf einem sehr komfortablen Untergrund gewesen. „Das findet man als Radfahrer nicht oft. Radwege sind meist in einem schlechteren Zugang als Straßen für Autos“, so Matthaeus weiter. „Oft drängeln wir uns mit Fußgängern, zum Beispiel am Brill.“

Stefan (46) und Melanie (43) aus Bremen haben es besonders genossen, zusammen mit so vielen Menschen zu fahren. Sohn Lasse (4) war im Kindersitz dabei, Sohn Jannes (7) auf einem angeschlossenen Follow-Me-Bike. Die Steigung auf die Hochstraße war kein Problem für sie. „Es war oft eher schwer, so langsam zu fahren“, sagt Stefan. Die Familie radelt viel. „Die ,Hochstraßentour‘ ist immer ein besonderer Termin für uns“, sagt Melanie.

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