Bremerhaven: 40 Jahre AWI – Forschung fürs Klima

Die Zukunft der Erde

Antarktisforschung unter Expertenbegutachtung, den Pinguinen.
+
Antarktisforschung unter Expertenbegutachtung, den Pinguinen.
  • Elisabeth Gnuschke
    vonElisabeth Gnuschke
    schließen

Bremerhaven – Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), macht zur Zeit insbesondere mit der großen Arktisexpedition Schlagzeilen. Gestartet ist die „Mosaic“-Expedition im September 2019. Ein Jahr lang erforschen Wissenschaftler aus 20 Nationen die Arktis. Im Oktober wird dieses historische Unterfangen enden. Es soll „einen weiteren Leuchtturm“ in der Geschichte des AWI bilden, heißt es. Und diese Geschichte ist mittlerweile 40 Jahre alt.

Längst ist das AWI eines der weltweit führenden Zentren für Klimaforschung in Arktis, Antarktis und an den Küstengebieten. Spitzenforschung zum Meereis, den Polarmeeren und ihren Ökosystemen, der Nordsee und ihrem Wattenmeer, der Tiefsee, den Eisschilden Grönlands und der Antarktis, der polaren Atmosphäre, den Dauerfrostgebieten, der Klimageschichte und Zukunft der Erde – das zeichnet das AWI aus, wie es zum Geburtstag eine Sprecherin formulierte.

Um dringende Klimafragen zu lösen, arbeiten Bio-, Geo- und Klimawissenschaften eng zusammen. 1 200 Mitarbeiter hat das AWI heute, und die sind international gut vernetzt.

AWI: 1982 legt die „Polarstern“ ab

Gegründet wurde das AWI am 15. Juli 1980 als Stiftung des öffentlichen Rechts mit dem Namen Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung. Hintergrund war der internationale Antarktisvertrag, den die Bundesrepublik 1979 unterzeichnete. Ganzjährige Forschungsaktivitäten in der Antarktis folgten. Im März 1981 wurde die Georg-von-Neumayer-Station in der Antarktis eingeweiht, ein Jahr später der Forschungseisbrecher „Polarstern“ in Dienst gestellt.

Der erste Direktor des Instituts war Prof. Gotthilf Hempel. Was sagt er heute? „Das AWI wurde primär für die Betreuung der Antarktisstation und der ,Polarstern’ gegründet. In 40 Jahren wurde daraus das bedeutendste marin orientierte Institut für Polarforschung der Welt. Intensive europäische und weltweite Zusammenarbeit war der wichtigste Schlüssel zu diesem Erfolg“, zitiert das AWI Hempel.

AWI: Klimageschehen aus der polaren Perspektive

1986 schloss sich das AWI mit dem Institut für Meeresforschung in Bremerhaven zusammen, erweiterte Arbeitsschwerpunkte, änderte den Namen, 1992 kam die Außenstelle in Potsdam hinzu. Dort betrieb vor der Wende die DDR Polarforschung. 1998 wurden die Biologische Anstalt Helgoland sowie die Wattenmeerstation Sylt in die Stiftung aufgenommen. Neuester Standort ist seit 2017 das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität in Oldenburg.

Im Laufe der Jahre rückten die Polargebiete immer mehr in den Mittelpunkt der Forschung. Ein wichtiges Forschungsziel ist, das Klimageschehen der Erde besonders aus der polaren Perspektive zu verstehen, ein anderes, die Zukunft der Küsten als dynamischen Begegnungsraum von Natur, Mensch und Technik zu untersuchen.

Um wichtige Daten für zukünftige Klimamodelle zu sammeln, ist die einjährige Nordpol-Expedition „Mosaic“ gestartet. Und was wünscht sich die heutige (vielfach ausgezeichnete) AWI-Direktorin Prof. Dr. Antje Boetius für die Zukunft? „Ich wünsche mir, dass unsere immer wieder überraschenden Erkenntnisse aus Polar-, Meeres- und Küstenforschung direkt und konsequent in gesellschaftliche Entscheidungen eingehen. Und dass wir noch möglichst vor 2027 die neue ,Polarstern’ in Dienst stellen können.“  gn

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was hilft gegen Wespen?

Was hilft gegen Wespen?

Livigno ist mehr als Benzin und Zigaretten

Livigno ist mehr als Benzin und Zigaretten

Zwei Jahre nach Einsturz: Neue Brücke in Genua eingeweiht

Zwei Jahre nach Einsturz: Neue Brücke in Genua eingeweiht

Das Pixel 4a hat mehr Power - aber noch kein 5G

Das Pixel 4a hat mehr Power - aber noch kein 5G

Meistgelesene Artikel

Bremen: Mann verschanzt sich auf Dach

Bremen: Mann verschanzt sich auf Dach

Corona: Hype und Hoffnung

Corona: Hype und Hoffnung

Flugtaxi: Von Bremen bis nach Hamburg oder Hannover durch die Luft schweben

Flugtaxi: Von Bremen bis nach Hamburg oder Hannover durch die Luft schweben

Nach Kollision auf der Weser: Passanten entdecken leblosen Körper - es ist der Vermisste

Nach Kollision auf der Weser: Passanten entdecken leblosen Körper - es ist der Vermisste

Kommentare