Brandbrief gegen Kürzungen

Rektor schlägt Alarm: „Die Bremer Uni fällt zurück“

Die Glashalle der Bremer Universität.
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„Die Zunkunft der Universität ist gefährdet“, sagt Rektor Bernd Scholz-Reiter.

Bremen muss sparen. Und will die Eckwerte unter anderem für das Wissenschaftsressort kürzen. Der Uni-Rektor schlägt Alarm.

Bremen – Uni-Rektor Bernd Scholz-Reiter und der Personalratsvorsitzende der Uni, Holger Ruge, schlagen Alarm. Sie sehen „allergrößten Schaden“ auf die Universität Bremen, auf ihre Studenten und Beschäftigten zukommen, wenn die Eckwerte für das Wissenschaftsressort gekürzt werden, wie aus einem Papier des Finanzressorts jetzt offenbar durchgesickert ist.

In einem offenen Brief an Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) fordern sie den Senat auf, den Wissenschaftsplan 2025 finanziell abzusichern. Der sieht vor, die Mittel für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen von 350 Millionen Euro (2019) schrittweise bis 2025 auf 540 Millionen Euro zu erhöhen.

Ziel des Wissenschaftsplans 2025 sei es, sich dem Bundesdurchschnitt anzunähern, um wettbewerbsfähig zu sein, schreiben Scholz-Reiter und Ruge. Derzeit liegen die Ausgaben des Landes pro Student um ein Drittel unter dem Bundesschnitt, „Die Universität Bremen hat keine finanziellen Reserven“, heißt es im Brief. Und weiter: Studiengänge und Fächer seien in ihren Fachgebieten mit Professuren minimal aufgestellt. Finanzkürzungen bedrohten zwangsläufig die Existenz einzelner Studiengänge und Fächer.

„Universität hat keine Reserven“

Die Uni habe in Vertrauen auf die Finanzierung durch den Wissenschaftsplan beispielsweise die Psychologie nicht geschlossen und die Inklusive Pädagogik aufgebaut. So werden bis einschließlich 2023 temporäre Mittel in den Grundhaushalt übernommen. Scholz-Reiter: „Es wird also finanziert, was längst schon da ist.“

Der Grundhaushalt der Uni wiederum beinhalte vor allem Personalausgaben. „Die Reduzierungen der Eckwerte greift hier am stärksten“, heißt es im Brandbrief. Einstellungsstopp, keine Wiederbesetzung freiwerdender Stellen wären unmittelbare Folgen. „Wenn die Grundfinanzierung aus dem Wissenschaftsplan nicht geleistet wird, hat das unmittelbare Auswirkungen auf Studium und Lehre, weil das entsprechende Personal nicht mehr zur Verfügung steht“, heißt es weiter. Studiengänge und Fächer seien nicht mehr voll arbeitsfähig und von Schließungen bedroht. Studienplätze fielen weg und in der Folge auch Arbeitsplätze.

Und drehe sich die Abwärtsspirale erst einmal, dann „sinken Quantität und Qualität des Studiums“. Das wiederum schade dem Standort und halte potenzielle Nachwuchswissenschaftler vom Studium in Bremen ab. Auch der Wettbewerb um Personal in Wissenschaft, Technik und Verwaltung werde noch schwieriger. Kurzum: „Die Bremer Uni fällt zurück.“

„Zukunftsfähigkeit ist gefährdet“

In ihrem Brief geben Rektor und Personalratschef ein Beispiel. Demnach gehen die Eckwerte des Finanzressorts für das Jahr 2023 von 100 Millionen Euro weniger aus (381 statt 481 Millionen), als vom Wissenschaftsressort nach Wissenschaftsplan angemeldet. Die Uni müsste davon 60 Millionen Euro beitragen, was die Hälfte der Personalkosten aus der Grundfinanzierung bedeute.

Für Scholz-Reiter und Ruge steht fest: „Die geplanten Eckwerte des Finanzressorts gefährden die Zukunftsfähigkeit der Universität und des Landes.“

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