Neue Ausstellung in der City

Bremen: Wie Steine Religionen zusammenbringen

Lilo Almstadt und Heinz Meyer mit der Stein-Broschüre an der Schlachte.
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Lilo Almstadt und Heinz Meyer mit der Stein-Broschüre an der Schlachte.

Bremen – Es begann am Strand, beim Spaziergang in Schleswig-Holstein. Das Bremer Autorenpaar Lilo Almstadt und Heinz Meyer stieß dort auf Steine, die auffielen. Schwarz-weiße Steine, deren Zeichnung Almstadt und Meyer an religiöse Symbole erinnerte.

Aus dieser Spur der Steine wuchs eine Idee – und die führt nun zu einer Ausstellung, die am Donnerstag, 3. Juni, im evangelischen Informationszentrum „Kapitel 8“ (Domsheide) beginnt.

„Ein Steinmotiv erinnerte uns an den Halbmond, ein Symbol des Islam“, erzählt Lilo Almstadt. „Ein anderer schien den Baum der Erkenntnis aus der Schöpfungsgeschichte zu zeigen.“ Symbole des Judentums fanden sich ebenfalls. Damit waren die drei großen monotheistischen Religionen zusammen.

60 Millionen Jahre alte Steine voller Symbolik

Die Sache packte das Paar, von nun an wurde gesucht – am Strand von Almstadts früherer Heimat in Alt-Hohwacht, außerdem in Burg auf Fehmarn und schließlich auch noch auf Rügen.

Überwiegend Feuersteine sind es, auf denen das Bremer Autorenpaar (Buch: „So leben und glauben wir in Deutschland“) verschiedene religiöse Symbole und Ziffern mit religiöser Bedeutung entdeckte; 60 Millionen Jahre alt, von der Ostsee umspült. 17 dieser Stein-Fundstücke haben es nun in die Ausstellung geschafft – auf 60 Zentimeter mal 80 Zentimeter großen Fotografien, die kein Detail verbergen.

„Mit unserem Fotoprojekt möchten wir dazu beitragen, den Dialog zwischen den drei monotheistischen Religionen zu fördern, indem wir Begegnungen zwischen verschiedenen Religionsanhängern ermöglichen, um über das Betrachten der Fotos ins Gespräch zu kommen“, so Almstadt. „Gerade in dieser Zeit der Unruhe und der Hasstiraden wollen wir mit unserem interreligiösen Projekt ein Zeichen setzen.“

Zu der Ausstellung erscheint im Geest-Verlag eine Katalog-Broschüre mit ausführlichen Betrachtungen der Steine und der religiösen Symbole. Landesdiakoniepastor Manfred Meyer (Bremische Evangelische Kirche), Pastor Thomas Lieberum aus der Bremer Neustadt, der Bremer Imam Zain Sammar (Daawa-Moschee) und Mircea Ionescu, Vorstand der jüdischen Menorah-Gemeinde in Bremerhaven, haben Beiträge für die 68-seitige Broschüre geschrieben.

Vertreter dreier Religionen beteiligen sich

Der Religionspädagoge Dr. Manfred Spieß kümmerte sich um Beiträge zur jüdischen, christlichen und muslimischen Perspektive, während Almstadt die Steine aus geologischer Sicht betrachtet hat. So ergibt sich ein faszinierendes Gesamtbild. Apropos Bild – die Fotos haben Heinz Meyer und Hartmut Hasse gemacht. Richard Rossbach, Musiker und Komponist aus Itzehoe hat sich von den Steinen und der religiösen Symbolik zu „Gänsehautmusik“ (Almstadt) inspirieren lassen. Die CD mit der Musik ist in der Ausstellung im „Kapitel 8“ zu hören.

Unter dem Titel „Hauch der Steine – Monotheistischen Religionen auf der Spur“ ist die Ausstellung montags bis freitags jeweils in der Zeit von 11 bis 17 Uhr in dem evangelischen Informationszentrum zu sehen. „Wegen Corona gibt es leider keine Vernissage“, bedauert Meyer. Zugleich sind Almstadt und er froh, dass es überhaupt wieder möglich ist, Ausstellungen zu zeigen.

Ob sich wegen der (nicht vorhersehbaren) Pandemieentwicklung Öffnungszeiten ändern oder sonstige Einschränkungen zu erwarten sind, ist stets aktuell auf der Website zur Ausstellung nachzulesen. Wie lange die Ausstellung dauern wird, ist noch offen, sagt Meyer.

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