Erstmals als Buch

Die Overbecks: Eine Künstler-Liebe in Briefen

Das Verlobungsfoto von Fritz und Hermine Overbeck aus dem Jahr 1896.
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Das Verlobungsfoto von Fritz und Hermine Overbeck aus dem Jahr 1896.

Bremen – Die Geschichte einer Liebe – ganz klassisch – in Briefen. Und zugleich die Geschichte einer künstlerischen Beziehung – das ist die Geschichte des Malers Fritz Overbeck (1869 bis 1909, einer der Gründer der Künstlerkolonie Worpswede) und seiner Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937).

Der Briefwechsel des Paares ist nun erstmals vollständig publiziert worden, teilt das Vegesacker Overbeck-Museum mit. Das Buch hat 824 Seiten und mehr als 100 Abbildungen. Es ist im DCV-Verlag erschienen und kostet 38 Euro.

„Geehrtes Fräulein Rohte!“ – „Ihr ehrwürdiger Lehrer Fritz O.“ – Mit solcherlei höflichen Floskeln beginnt er im Sommer 1896, der Briefwechsel zwischen Fritz Overbeck und Hermine Rohte. Die 27-jährige Kunststudentin war nach Worpswede gereist, um Unterricht bei dem gleichaltrigen Maler zu nehmen – und ist nun seine Schülerin. Nach nur drei Monaten wechselt die floskelhafte Anrede. Plötzlich ist eine gewisse Innigkeit im Spiel. Nun heißt es: „Mein lieber Schatz!

Vom „Fräulein“ zum „Schatz“

Die beiden Künstler haben sich verlobt. „Was folgt, ist die Geschichte eines Lebens in Briefen“, sagt Dr. Katja Pourshirazi, die Leiterin des Overbeck-Museums. „Mehr als 450 Briefe und Postkarten aus 13 Jahren haben sich erhalten, dann endet die Korrespondenz abrupt, als Fritz Overbeck im Alter von nur 39 Jahren stirbt.“

Dass die beiden Maler, die nach der Worpsweder Zeit in der Nähe Vegesacks lebten, einander überhaupt so viele Briefe schrieben, erzähle viel über ihr Leben – „über eine Zeit, in der Verlobte ein Jahr lang getrennt voneinander leben mussten, bevor sie heiraten durften, so dass in der Verlobungszeit Briefe ihre einzige Verbindung zueinander darstellten“, sagt Pourshirazi. Über den Künstleralltag des Worpsweder Malers Fritz Overbeck, der auf Studienreisen nach neuen Anregungen für seine Bilder suchte, während seine Frau sich zu Hause um die Kinder kümmerte. Aber auch über das Schicksal Hermine Overbeck-Rohtes, die zur Ausheilung ihrer Lungentuberkulose lange Sanatoriumsaufenthalte absolvieren musste – getrennt von Mann und Kindern.

Künstler-Briefwechsel fast lückenlos erhalten

„Nahezu lückenlos ist der Briefwechsel erhalten. Er erzählt von der künstlerischen Arbeit, vom Gelingen und Scheitern, von Ausstellungserfolgen und Bildverkäufen“, so Pourshirazi, die auch Herausgeberin des nun veröffentlichten Brief-Buchs ist: „Dieses Buch ist ein Meilenstein unserer Forschungsarbeit. „Jahrelange Vorarbeiten und akribische Recherchen sind hier eingeflossen. Dass die Briefe nun erstmals vollständig und ungekürzt für jedermann zugänglich sind, ist ein großer Gewinn für die Forschung, aber auch für alle Leser, die sich für Worpsweder Kunst interessieren.“

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