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Die „Königin von Deutschland“ erobert den Bremer Schnoor

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Von: Thomas Kuzaj

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Ein Mann und eine Krone: Regisseur Till Nau inszeniert an der Komödie Bremen im Packhaustheater die Uraufführung des Stücks „Königin von Deutschland“, das sich um das Thema Schönheitswahn dreht.
Ein Mann und eine Krone: Regisseur Till Nau inszeniert an der Komödie Bremen im Packhaustheater die Uraufführung des Stücks „Königin von Deutschland“, das sich um das Thema Schönheitswahn dreht. © Kuzaj

Bremen – Die „Königin von Deutschland“, die wird jetzt in der Komödie Bremen im Packhaustheater (Schnoor) gesucht. Genauer gesagt, geht es (begleitet von viel Musik) um „Heckenstedts Next Topmodel“, sprich: um den allgegenwärtigen Schönheitswahn, um die entsprechenden Castings und Wettbewerbe. „Königin von Deutschland“, eine Komödie aus der Feder von William Danne („Käthe holt die Kuh vom Eis“, „Nächste Runde geht aufs Haus“), kommt am Freitag, 1. April, um 20 Uhr zur Uraufführung.

Heckenstedt, ein fiktiver Ort in Niedersachsen und sonst wahrlich nicht der Nabel der Welt, hat den Zuschlag als Austragungsort des Schönheitswettbewerbs „Königin von Deutschland“ bekommen. Plötzlich steht die Provinz im Fokus! Allerdings war die Zusage fünf Wochen lang unentdeckt geblieben – und der große Tag ist schon morgen, als das herauskommt.

Und eben damit kommt der nötige Zeitdruck auf, um der Komödie Tempo und Lauf zu geben. Ganz schnell muss das Vereinsheim als Austragungsort flott gemacht werden – so gut es geht. Und schon steht die Wettbewerbspräsidentin in der Tür, um die Heckenstedter Kandidatin kennenzulernen. Ein Mann schlüpft so eilig wie notgedrungen in die Rolle der „Kohlkönigin“ von Heckenstedt. Und schon tauchen auch die ersten Titel-Konkurrentinnen auf. Plötzlich aber verschwinden verschiedene Wettbewerbs-Teilnehmerinnen auf mysteriöse Weise. Gar nicht schön – oder? Doch, fürs Publikum schon. Das geheimnisvolle Verschwinden bringt einen Krimi-Strang ins Stück, der der Komödie ein zusätzliches Feuer der Spannung verleiht.

Regisseur Nau ist neu an der Weser

Regie führt – erstmals an der Weser – Till Nau, der bereits an etlichen Bühnen im deutschsprachigen Raum inszeniert hat. In Bremen ist Nau neu. Also, sprechen wir über Schönheitswahn. Frage: Wie lange haben Sie heute im Bad vor dem Spiegel gestanden? Antwort: „Zehn Minuten, wenn überhaupt… Ich muss ja nicht auf die Bühne.“

Warum beten wir Schönheit an? Nau: „Wir streben immer nach dem Idealen, nach Schönheit und Perfektion.“ Soziale Medien treiben dieses Streben noch an, sie befeuern es, so sieht es auch der Regisseur. Netzwerke wie Instagram & Co. haben eben nicht nur ihre schönen Seiten. Doch zurück in die Provinz. Wie schön muss man sich dieses Heckenstedt eigentlich vorstellen? Ach, es sei nicht wirklich das schönste Kaff, gesteht Nau. Aber es gehe ja um die Provinzschönheiten und um deren Talente.

Schönheiten aus der Provinz

Im Nebel der Schönheit – das Komödien-Ensemble aus dem Schnoor.
Im Nebel der Schönheit – das Komödien-Ensemble aus dem Schnoor. © Komödie Bremen/Linus Klose

Eine „Klößekönigin“ aus Thüringen ist ebenso mit von der Partie wie beispielsweise eine „Spätzlekönigin“ aus – erraten! – dem Schwabenland. Und eben die „Kohlkönigin“, die in Wirklichkeit ein Mann ist, dies aber durchaus zu verheimlichen weiß, was eine Quelle der Komik sein kann – Billy Wilders „Manche mögen’s heiß“ lässt grüßen.

Und wer wäre nun eine würdige Königin von Deutschland? Regisseur Nau lacht und überlegt. Und antwortet: „Vielleicht die Helene Fischer. Sie ist ja unser großer Star.“

Von der Show- zurück auf die Theaterbühne im Schnoor: Im Stück „Königin von Deutschland“ spielen Martina Flügge („Nackte Tatsachen“), Hanna Riehm („Die Bremer Weihnachtsgeschichte“), Sina Schulz („Herzsprung“) und Carsten Beiß („Nächste Runde geht aufs Haus“). Zudem gibt Nils Klitsch sein Debüt auf einer Bremer Bühne.

Karten zum Preis von 32,50 Euro gibt es unter anderem im Ticketshop an der Balgebrückstraße 8 (Nähe Domsheide). Gespielt wird bis zum 21. Mai. Während der Laufzeit spendet die Komödie Bremen pro verkaufter Karte zwei Euro für Menschen aus und in der Ukraine an die Aktion „Deutschland hilft“, so ein Sprecher. Die Spendenaktion für die Ukraine liegt auch Regisseur Nau sehr am Herzen, das ist sofort zu spüren, wenn er davon spricht. Er weist ausdrücklich noch einmal auf die Spendenaktion hin. Der Krieg in der Ukraine ist allgegenwärtig – auch in einem Theater, das gerade die Uraufführung einer Komödie vorbereitet. Es schwingt auch ein gewisser Trotz mit, wenn Nau sagt: „Wir dürfen unser Lachen nicht verlieren.“

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