Licht und Fabelwesen

Die Initiative „Bremer Karneval“ bringt das „Lichtertreiben“ in die Innenstadt

Pure Farb- und Lichterpracht in der Bremer Innenstadt – mit ausgebreiteten Flügeln treten Lara Serowinski (l.) und Carla Mauksch von der Gruppe „Stelzen-Art“ als „Schmetterlingselfen“ beim „Lichtertreiben“ auf.
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Pure Farb- und Lichterpracht in der Bremer Innenstadt – mit ausgebreiteten Flügeln treten Lara Serowinski (l.) und Carla Mauksch von der Gruppe „Stelzen-Art“ als „Schmetterlingselfen“ beim „Lichtertreiben“ auf.

Bremen – Der Zauber des Lichts hat sich an zwei Abenden in der Bremer Innenstadt entfaltet: Die Initiative „Bremer Karneval“ mit ihrer künstlerischen Leiterin Janine Jaeggi hat das „Große Lichtertreiben“ – sonst vom Samba-Karneval im Viertel bekannt – in die City gebracht. Statt der kleinen Gassen des Milchquartiers boten nun historische Bauwerke unter dem Motto „In Licht und Schatten“ den Rahmen für 36 Produktionen von 30 Künstlergruppen.

Und an beiden Abenden sorgt der Zauber des Lichts für eine besondere Art der Karnevalsstimmung. Auf dem 13.000 Quadratmeter großen Areal, freigegeben für 4. 999 Besucher, sind Künstler in tatsächlich leuchtenden Kostümen unterwegs. Am Dom ist eine Siedlung aufgebaut. Die „Erdgeborenen“ sind da, eine Produktion des Kulturladens Huchting.

Es soll sich bei ihnen um Wesen einer Sippe handeln, die aus dem Erdschlamm der Ochtum entstanden und keiner Spezies und Kultur zuzuordnen sind. Sie sind erdfarben und auf Stelzen unterwegs. Einige von ihnen haben Flügel am Rücken. Ihre Siedlung dienst auch als Hintergrund für Aufführungen.

„Schmetterlingselfen“ tanzen durch die Bremer City

Zwei „Schmetterlingselfen“ (Carla Mauksch und Lara Serowinski) von der Gruppe „Stelzen-Art“ treten hier auf. Zunächst stehen die zwei staunend hinter den Objekten, die die Siedlung bilden. Nacheinander treten die Elfen vor, tanzen, kreisen umeinander. Ihre Flügel sind weit und bunt. Einmal laufen sie, die Flügel nach vorne gerichtet, aufeinander zu. Dazu erklingt eine anrührende Musik. Beide Elfen stellen sich nun hintereinander – und ihre Flügel ergeben zusammen eine weite Pracht. Die Zuschauer applaudieren. Ein Mann ruft laut: „Wow!“ Ein Aufbruch voller Hoffnung.

Buntes „Lichtertreiben“ auf dem Domshof.

Das Duo „Lunatix“ (Annica Heinemann aus Köln, geboren in Asendorf, sowie Maxi Schreiber aus Rostock) zeigt eine Feuershow. Die beiden Frauen haben wirklich feurige Utensilien dabei, etwa den „Dragon“, einen Stab mit jeweils drei Fackeln an den Seiten. Schreiber versetzt diesen in schnelle Drehungen, wodurch an den Seiten Flammenkreise entstehen. Sie balanciert den Stab unter anderem auf ihren Armen, den Händen und ihrer Schulter. Flammen lodern auch an einem Hula-Hoop-Reifen, den Heinemann schnell um sich kreisen und ihren Körper hinaufsteigen lässt.

Ein Spektakel ist der Programmpunkt „Enchanted Underwaterworld“ („Verzauberte Unterwasserwelt“). Der Zug der Figuren wird schon beim Einmarsch ausgiebig bestaunt. „Quallen“ sind dabei, ein roter Krebs mit Lampen, Fische aus Netzen („Windfische“). Die Bremer Gruppe „Fooldance“ tanzt mit den „Windfischen“. In der Mitte des bunten Geschehens ist Akrobatik zu sehen. Luftartistin Miriam van der Neut zum Beispiel erklimmt ein Fischernetz und hängt bald kopfüber, die Beine wie bei einem Spagat zur Seite gespreizt. Auch der Zirkus „Salto“ aus Hannover zeigt akrobatische Kunststücke.

Glockenartige Klänge aus dem Wok

Eine Maske mit Charakter: „Nostos“, getragen von dem Schauspieler, Maskenspieler und Musiker Franz Fendt, der seit 2000 in Bremen lebt und aus Lörrach bei Basel stammt. „Nostos“ wirkt schon vom Gesichtsausdruck her leicht in sich gekehrt, seine Augen sind nicht wirklich offen. Er hat ein Instrument dabei, das optisch an einen Wok erinnert. „Nostos“ schlägt mit den Händen darauf. Warme, leicht glockenartige Klänge entstehen. „Nostos“ hat Gefühl für Rhythmus, entlockt dem Instrument das Motiv des „Big Ben“, das dann in einen Melodielauf übergeht. Der Verträumte bekommt Applaus.

„Fisch und Vogel“, eine besondere Liebesgeschichte, zeigt die Gruppe „Die Schalotten“ an der Liebfrauenkirche. Ja, eine Liebe ist zwischen den grundverschiedenen Tieren entstanden. Der Fisch springt aus dem Meer, woraufhin er und der Vogel sich zärtlich berühren. Der Fisch sieht zunächst die bunten Farben des Vogels. Er fragt sich, was ein Wesen des Lichts für ihn, ein Wesen der Dunkelheit, übrig haben kann. Eine Feder des Vogels schwebt zum Fisch herab. Damit schreibt der Fisch Worte auf Mangrovenblätter und gewinnt so die Zuneigung des Vogels. Während Katharina Witte, Autorin der Geschichte und Leiterin der Gruppe, liest, werden Fisch und Vogel als Figuren an einem Stab bewegt und kommen sich auch optisch nahe.

Vom 18. bis 20. Februar 2022 soll der 37. Bremer Samba-Karneval folgen – ebenfalls mit dem Motto „In Licht und Schatten“.

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