Pandemie

Geteilte Wirtschaft: Bremer Kammern zur Konjunktur

„Weiterhin auf dem Tiefpunkt“ liegt die Stimmung in der Gastronomie, heißt es im Konjunkturreport der Bremer Handelskammer. Der durch „weitgehende Stilllegung der Betriebe“ (wie hier an der Schlachte) gebeutelten Branche fehle „eine klare Öffnungsperspektive“.
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„Weiterhin auf dem Tiefpunkt“ liegt die Stimmung in der Gastronomie, heißt es im Konjunkturreport der Bremer Handelskammer. Der durch „weitgehende Stilllegung der Betriebe“ (wie hier an der Schlachte) gebeutelten Branche fehle „eine klare Öffnungsperspektive“.

Kummer bei den Wirten, Erholung in der Logistik. Vorsichtiger Optimismus hier, zunehmende Depression dort: „Die Stimmung in der bremischen Wirtschaft zeigt sich zunehmend geteilt“, heißt es in einem aktuellen Konjunkturreport der Bremer Handelskammer.

Bremen – „Leicht rückläufig, aber stabil“ – so lautet unterdessen das Fazit einer weiteren Konjunkturumfrage, in diesem Fall von der Handwerkskammer. Sie wurde am Dienstag vorgestellt – und auch hier wird eine Teilung sichtbar. Fragen und Antworten zum Thema.

Wie geht es dem bremischen Handwerk mit seinen 5 400 Betrieben und gut 31 000 Mitarbeitern?

„Die Handwerkskonjunktur hat sich im Winter 20/21 zwar abgekühlt, insgesamt bleibt das Handwerk aber ein relativ konstanter Wirtschaftszweig“, so Oliver Kriebel, Vize-Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen wie etwa dem Einzelhandel oder der Gastronomie zeige sich das Handwerk „äußerst krisenstabil, primär getragen von den Bau- und Ausbau-Gewerken“.

Wie entwickeln sich die Zahlen im Handwerk?

Etwa 41 Prozent der Betriebe verzeichnen Umsatzrückgänge, so die Kammer. Das entspreche einem Minus von 17 Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage aus dem Herbst vorigen Jahres. Der Rückgang gehe vor allem auf die coronabedingten temporären Betriebsschließungen zurück – bei Friseuren, Kosmetikern, im Kraftfahrzeuggewerbe (Verkauf).

Noch stärker wird die Teilung im Handelskammer-Report sichtbar. Welchen Branchen geht es schlecht, welche kommen besser durch die Pandemie?

In Hotellerie, Gastronomie, Kultur- und Freizeitwirtschaft und Teilen des Einzelhandels habe der Lockdown Unternehmen in existenzielle Notlagen geführt. Zugleich sorgt der anziehende Welthandel für „eine weitere Belebung der Geschäfte“ in Industrie und Logistik, heißt es.

Auf welchen Daten basiert der Handelskammer-Report?

390 Betriebe aus produzierendem Gewerbe, Handel und Dienstleistung wurden befragt; Thema war das erste Quartal.

Wie schätzt die Handelskammer die gegenwärtige Entwicklung und die Zahlen ein?

Einschränkungen und „fehlende Öffnungsperspektiven“ sorgen für Notlagen – und dafür, dass Investitionsvorhaben „massiv zurückgefahren werden“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger. Zunehmend Sorge bereite den Unternehmen aus der Industrie auch die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise.

Wie sind die Erwartungen für die nähere Zukunft?

„Trotz der insgesamt deutlich verbesserten Geschäftssituation in der bremischen Industrie und Logistik werden die Aussichten für die kommenden Monate in der bremischen Wirtschaft nach wie vor überwiegend negativ beurteilt“, so Fonger.

Und was sagen die Handwerksbetriebe zu den Zukunftsaussichten?

„85 Prozent der befragten Betriebe rechnen mit einer gleichbleibenden oder positiven Geschäftsentwicklung. Positiv schätzen sie auch die künftige Umsatzentwicklung ein, insbesondere aufgrund der weiter steigenden Preise, primär in den Bau- und Ausbaugewerken“, hieß es am Dienstag bei der Handwerkskammer. 20 Prozent der befragten Betriebe (Herbst 2020: 18 Prozent) erwarten steigende Umsätze und 65,5 Prozent rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen. Mit sinkenden Umsätzen für das nächste halbe Jahr kalkulieren 14,2 Prozent. Im Herbst taten das noch 20 Prozent.

Wie entwickelt sich die Auslastung im Handwerk?

Im Herbst vergangenen Jahres gaben 78 Prozent der Betriebe eine Auslastung von mehr als 70 Prozent an. „Diese Auslastung liegt aktuell nur noch bei 63,6 Prozent, zurückzuführen auf die Pandemie“, fasste es ein Sprecher der Handwerkskammer zusammen.

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