GOP: „Die Clowns Company“ sticht in See

Stürmische Zeiten an Bord

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Anton (v.l.), Eduardissimo und Viktor sind die Stars der „Clowns Company“.

Bremen - Von Viviane Reineking. „Die Clowns Company“ ist im GOP-Varietétheater an Bord gegangen und hat in der Überseestadt ihre abenteuerliche Reise aus Artistik und Komik gestartet. Je länger diese dauert, desto mehr kommt das Schiff in Fahrt: Es wird lustig, bisweilen sogar richtig stürmisch.

Am Anfang allerdings weht beim Auftritt des Ehepaars Konovaliuks ein eher laues Lüftchen: Oksana und Vadim aus der Ukraine zeigen eine Tanz- und Akrobatik-Choreographie zweier sich umwerbender Menschen, in deren Verlauf Oksana blitzschnell ihre Kleider wechselt. Beeindruckend, doch der Funke will noch nicht so recht auf Publikum überspringen. Mehr beeindrucken kann da Landsmann Stanislav Vysotskyi: An den Handgelenken gefesselt, jongliert der Künstler, nimmt dabei auch noch seine Füße zur Hilfe, mit denen er die Bälle aufnimmt und wieder hochwirft.

Immer mittendrin im Trubel an Deck: der rotnasige Clown Eduardissimo (Regisseur Edouard Neumann) und das Comedy-Duo Viktor und Anton Franke. Wunderbar komisch und präzise das Zusammenspiel vom schlaksigen Anton und dem liebenswerten Eduardissimo, der jeden erdenklichen Blödsinn anstellt, um den seltsam erstarrten Gegenspieler aus der Reserve zu locken. Hilft alles nichts, Anton verzieht eine gefühlte Ewigkeit keine Miene, droht immer wieder steif wie ein Brett auf das Schiffsdeck zu fallen.

Graziler geht es da schon bei Yulia Fadeeva zu: Rhythmische Sportgymnastik, Kontorsion und Equilibristik sind die Showelemente der 31-Jährigen, die ebenso wie die Clowns aus Russland stammt. Vor der Pause dann der erste Höhepunkt der „Clowns Company“. Der betont abgebrühte Altmeister der Clownskunst, Viktor, und das Allroundtalent Anton – in wahrem Leben Vater und Sohn – beeindrucken mit einer seltenen Wasserglas-Reifennummer und schlagen der Schwerkraft ein Schnippchen.

In der zweiten Hälfte nimmt das Schiff noch einmal Fahrt auf: Anmutig und kraftvoll, eindringlich, reduziert und letztlich nicht ohne optische Täuschung überzeugt Naël Jammal mit seiner Handstand-Balance und wirkt dabei wie ein gefangenes Tier, das sich letztlich doch befreien kann. Orientalische Atmosphäre bringt Natalia Bakun in das maritime Treiben an Bord: Die dynamische Hula-Hoop-Nummer der aus einer russischen Zirkusfamilie stammenden Künstlerin kommt weniger sinnlich als vielmehr kraftvoll und mit viel Spielfreude daher.

Das deutsch-französische Luftartistinnen-Duo Emma Laule und Charlotte de la Bretèque muss sich an einem unter dem Bühnendach befestigten Vertikalseil arrangieren. Das tut es mal aufeinander sitzend, mal aneinander hängend, und immer mit einer Portion Witz. Pantomime trifft Zeitlupen-Clownerie trifft sportliche Höchstleistungen – na ja, fast. Denn nur als Boxer kann Anton letztlich doch nicht überzeugen.

Und dann wird’s richtig stürmisch: Das nutzen die drei Matrosen von den Trampobrothers aus der Ukraine für ihre irrwitzigen Sprünge, Schrauben und Salti bis unters Dach. Eine kurzweilige, gelungene Mischung der „Clowns Company“, die bis zum 1. Mai zu sehen ist. Karten gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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