„Aktionsprogramm Innenstadt“ in der Kulturdeputation

Die Bremer City als Mehrspartenhaus

In diesem Sommer soll die Kunst förmlich aufblühen auf dem Theaterberg in den Wallanlagen – noch schöner als auf diesem
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In diesem Sommer soll die Kunst förmlich aufblühen auf dem Theaterberg in den Wallanlagen – noch schöner als auf diesem

Bremen – Aufenthalts- und Erlebnisqualität soll die Bremer Innenstadt wieder voranbringen. Ob das „Klimacamp“ damit gemeint ist, das 30 Aktivisten am Bremer Rathaus (Weltkulturerbe) aufgebaut haben? Wohl kaum. Aufenthalts- und Erlebnisqualität im Rahmen des „Aktionsprogramms Innenstadt“, das war am Donnerstagnachmittag Thema in der Sitzung der Kulturdeputation.

Am Freitag, 30. April, ist das „Aktionsprogramm“ dann auch Thema des zweiten „Innenstadt-Gipfels“. Doch zunächst zurück zur Deputation. „Kulturelle Impulse“ sollen sie erhöhen und steigern, die vielfach beschworene Aufenthalts- und Erlebnisqualität, so das Ziel. „Kultur zur Wiederbelebung der Innenstadt“, so stellt Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz sich das vor – soweit die Pandemielage das zulässt, versteht sich.

Renate Heitmann von der Shakespeare-Company kuratiert mit ihrem Team das kulturelle Programm für das „Aktionsprogramm Innenstadt“. Was da – immer begleitet von der Gefahr, dass es wegen der Coronalage verschoben oder abgesagt werden muss – geplant ist, stellte sie den Deputierten vor. „Wir betrachten die Innenstadt mit ihren Spielplätzen wie ein gemeinsames, temporäres Mehrspartenhaus, wo unterschiedliche Disziplinen und Gewerke am Wirken sind.“ Gedacht werde an Freiluft-Formate für 80 bis 120 Zuschauer.

Der Theaterberg in den Wallanlagen rückt in den Fokus

Ein „Spielplatz“: der Theaterberg in den Wallanlagen. Nachdem das Bremer Theater, das Blaumeier-Atelier und die Philharmoniker dort gespielt haben werden, will das Kulturteam des „Aktionsprogramms Innenstadt“ im Sommer auf dem Berg ein Varieté-, Talk- und Showprogramm mit Bremer Künstlern aufziehen. Ein weiteres Projekt ist ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Wie entsteht ein urbanes Wir“. Und mit der Uni soll zu deren 50-jährigem Bestehen ein „populärwissenschaftliches Format“ entwickelt werden: „Im Oktober – zu Semesterbeginn.“ Ein „neues Ganzes aus dem Vielfachen“, das sei das Ziel, so Heitmann. „Dazu gehört auch die Subkultur.“

Denn danach hatte Kai Wargalla von den Grünen sich ganz ausdrücklich erkundigt. Und zugleich die Sorge geäußert, Kultur werde „Mittel zum Zweck, um Konsum anzukurbeln“. Staatsrätin Emigholz sieht diese Gefahr einer Instrumentalisierung nicht. Es bleibe Künstlern ja schließlich überlassen, „ob sie sich für bestimmte Programme bewerben“. Und auf lange Sicht? „Die Kunst wird in der Pandemie nicht nur verlieren, sie wird auch gewinnen“, so Emigholz.

Diskussion um Straßenbahn in der Obernstraße dauert an

Zurück in die unkünstlerische Gegenwart, die es in der City auch noch gibt. . . die Diskussion um eine Verlegung der Straßenbahn von der Obern- in die Martinistraße dauert an. Der Wirtschaftsrat der CDU etwa hatte das in dieser Woche wieder angeregt, um den so gewonnenen Platz in der Einkaufsmeile Obernstraße „für Gastronomie, Kultur oder Marktstände und Stadtfeste zu nutzen“.

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) meldete sich am Donnerstag zu Wort – und sieht die Sache etwas anders: „Die Straßenbahn gehört in die Mitte der Stadt.“ Denn: „Die Bremer Straßenbahn erschließt durch ihre zentrale Achse entlang der Obernstraße die meisten Innenstadtbereiche und gewährleistet eine nahezu ideale Erreichbarkeit der Geschäfte in der Obernstraße mit dem ÖPNV. Bei einer reinen Verlegung der Straßenbahn in die Martinistraße wäre die nordwestliche Innenstadt unzureichend angebunden“, so VCD-Vorstand Malte Halim.

Sinnvoller sei es, das für eine Verlegung benötigte Geld „für die Erweiterung des Straßenbahnnetzes“ auszugeben. „Eine zusätzliche Straßenbahntrasse entlang der Martinistraße wäre eine gute Ergänzung des vorhandenen Netzes.“ Zudem unterstützt der VCD den umstrittenen Plan von Bau- und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne), beim Umbau der Domsheide alle Haltestellen vor der Post und dem Konzerthaus Glocke zusammenzulegen. Die Zusammenfassung der Haltestellen „aller kreuzenden Linien zwischen Glocke und altem Postamt“ sei „notwendig“.

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