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Plattform Bremen: Die Alternative zum Weihnachtsmarkt

Die Alternative zum echten Bremer Weihnachtsmarkt: Verena Plug vor dem Internetaufritt der „Plattform Bremen“.
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Die Alternative zum echten Bremer Weihnachtsmarkt: Verena Plug vor dem Internetaufritt der „Plattform Bremen“.

Bremen – Wäre Corona nicht dazwischengekommen, würden Weihnachtsmarkt und „Schlachte-Zauber“ ihre Besucher längst in Weihnachtsstimmung bringen. Die „Plattform Bremen“, eine seit Frühjahr bestehende Online-Plattform mit Verlinkungen zu Bremer Händlern und Anbietern von Produkten, ist nun um den Bereich Weihnachtsmarkt ergänzt worden. Eine kleine Hilfe, in einer für die Branche katastrophalen Zeit.

Verena Plug (44), tätig im Online-Marketing, hat die „Plattform Bremen“ (plattform-bremen.de) unentgeltlich wegen der Corona-Pandemie ins Leben gerufen und verdient auch weiterhin kein Geld damit, wie sie betont. Im Frühjahr habe sie nach Feierabend an der Plattform gearbeitet und viele Nächte dafür gebraucht. Sie sagt, ihr gehe es um den sozialen Aspekt. Sie habe in der Gastronomie gelernt und dann 20 Jahre im Handel gearbeitet. „Ich sah, wie die Kollegen leiden“, sagt sie.

Alternative zum Bremer Weihnachtsmarkt: 60 Mails in der Warteschleife

Insgesamt seien etwa 200 Unternehmen auf der Plattform vertreten. Im Bereich „Weihnachtsmarkt“ sind es bislang 44 aus den Bereichen Weihnachts-Deko, Leckereien und Geschenkideen. Plug hat noch weitere 60 Mails vorliegen von Anbietern ohne Online-Shop, die gern auf die Plattform wollen. Wenn keine Verlinkung auf eine bereits bestehende Website möglich ist, erstellt Plug eine sogenannte „Landing-Page“, auch mit Bildern der angebotenen Produkte. „Das dauert etwa zwei Stunden plus ein bisschen Bildbearbeitung“, sagt sie.

In dieser Woche habe es bereits 4 000 Besucher gegeben. „Das ist extrem viel“, sagt Plug. Sie bekomme viel positives Feedback. Sie spricht von viel Dankbarkeit bei den Händlern. Die in der Corona-Pandemie entstandene Seite soll als soziales Projekt erhalten bleiben, sagt Plug. „Man weiß nicht, was kommt.“ Mundpropaganda, aber auch das Engagement des Vereins zur Bewahrung und Vermittlung historischen Kulturguts, „Ars Vivendi“ (Hassel), hätten geholfen, das Angebot bekanntzumachen.

Alternative zum Bremer Weihnachtsmarkt: „Fogelvrei“ macht mit

Johannes Faget (61), Gründer von „Ars Vivendi“ und Geschäftsführer bei „Fogelvrei Produktionen“ (ebenfalls aus Hassel), Ausrichter des „Freibeuterdorfes“ auf dem Bremer „Schlachte-Zauber“, hat Verständnis für die Absage der Weihnachtsmärkte. „Wir sind in der gesellschaftlichen Verantwortung.“ Die Gefahr, plötzlich zum „Super-Spreader“ zu werden, sei zu groß. Faget hatte ein Alternativkonzept entwickelt – mit 1 000 Besuchern auf einem umzäunten Areal. Aber auch das sei mit dem 30. Oktober hinfällig gewesen.

Auch auf der Homepage von „Fogelvrei Produktionen“ (fogelvrei.de) gibt es unter der Rubrik „Schlachtezauber“ Verlinkungen zu altbekannten Geschäften aus dem „Freibeuterdorf“. Johannes Faget spricht von einer harten Zeit für Handwerker und vor allem für Darsteller und Künstler, für die seit März keine Engagements mehr möglich gewesen seien. Das Unternehmen ist auf Veranstaltungen mit 5 000 bis 10 000 Besuchern spezialisiert. Faget geht nicht davon aus, dass derartige Events vor August 2021 wieder möglich sind.

Alternative zum Bremer Weihnachtsmarkt: Schausteller hoffen auf Buden

Beim Schaustellerverband des Landes Bremen ist die Seite kein großes Thema. Geschäftsführer Wolfgang Ahrens sagt, sie scheine zu typischen Schaustellerbetrieben nicht so gut zu passen. Glühweintrinken und Bratwurst-essen im Internet – das ist nicht möglich. Ahrens hofft darauf, dass Schausteller ihre Buden vielleicht in der Stadt verteilt aufstellen dürfen. Gespräche dazu liefen, doch es sei vom Ordnungsamt noch nichts beschieden worden. Ein paar Tage wollen die Schausteller noch abwarten, doch für sie wird die Zeit eng. Der 23. Dezember als Endtermin für diese mögliche Alternative zum Weihnachtsmarkt stehe fest. In der nächsten Woche müsse also Klarheit geschaffen werden, damit es sich überhaupt noch lohne, Stände aufzubauen, sagt Ahrens.

Viel Mühe hatten sich die Schausteller für die Freimarkt-Alternative auf der Bürgerweide gegeben. Doch der „Freipaak“ durfte letztlich wegen gestiegener Corona-Zahlen in Bremen nur wenige Tage öffnen.

Von Martin Kowalewski

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