Regionale Produkte

„Bremerland“-Comeback: Erste Bilanz nach einem Jahr

„Wie die Windhunde.“ Kühe des Landwirts Jürgen Drewes aus Oberneuland beim Austrieb auf der großen Wiese vor der „Meierei“ im Bürgerpark. Im Hintergrund ist das Park Hotel zu erkennen. Drewes beweidet die Wiese.
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„Wie die Windhunde.“ Kühe des Landwirts Jürgen Drewes aus Oberneuland beim Austrieb auf der großen Wiese vor der „Meierei“ im Bürgerpark. Im Hintergrund ist das Park Hotel zu erkennen. Drewes beweidet die Wiese.

Regionale Produkte sind gefragt. Vor diesem Hintergrund ist die Marke „Bremerland“ vor einem Jahr neu belebt worden. Ein Jahr nach der Markteinführung der Milch gibt es nun eine erste Bilanz.

Bremen – Mitten in die Markteinführung platzte die Pandemie mit dem ersten Lockdown. Vor einem Jahr hat das Deutsche Milchkontor (DMK) mit Blick auf den Trend zu regionalen Produkten eine klassische Regionalmarke neu belebt: Mit zwei Milchsorten kehrte „Bremerland“ in die Kühlregale zurück – mit altem Namen, leicht modifiziertem Schriftzug und ganz neuer Verpackung. Zeit für eine erste Bilanz.

Frische Vollmilch mit 3,7 Prozent Fett und frische fettarme Milch mit 1,5 Prozent, das waren die Produkte für den „Bremerland“-Neustart. Frische Milch: ein Markt, den in der Region Anbieter wie die Bio-Hofmolkerei Dehlwes aus Lilienthal erobert haben. Vor allem, nachdem größere Produzenten damit begonnen hatten, nur noch „länger haltbare“ Milch anzubieten, die vielen Verbrauchern nicht schmeckt.

Das DMK wollte dem offenkundig etwas entgegensetzen – während zugleich pflanzliche Milchersatzprodukten (etwa aus Hafer oder Mandeln) vermehrt auf den Milchmarkt drängen. Das Marktpotenzial für die „Bremerland“-Milch wurde (vor der Pandemie) auf eineinhalb Millionen Liter jährlich beziffert.

Name „Bremerland“ 14 Jahre lang verschwunden

Den Namen „Bremerland“ hatte es 14 Jahre lang nicht mehr gegeben. Die Marke war im Zuge der Fusionen rund um die Nordmilch AG verschwunden, als man sich auf Marken wie „Milram“ konzentrierte. Im kollektiven Gedächtnis der Region war der Name „Bremerland“ gleichwohl noch präsent; daran ließ sich anknüpfen.

„Die Absatzzahlen steigen von Monat zu Monat“, so Oliver Bartelt, Kommunikationschef des Deutschen Milchkontors. Das DMK sei „mit den aktuellen Mengen zufrieden“. „Wir können aus Wettbewerbsgründen keine konkreten Zahlen nennen.“ Aber: „Es ist uns gelungen, mit dem ersten Lockdown ins Rennen zu gehen. Innerhalb kürzester Zeit standen die Milchtüten in fast allen Bremer Supermärkten und inzwischen auch bei einem großen Discounter in den Kühlregalen.“

DMK: Verbraucher nehmen ungewöhnliche Verpackung an

Verkauft wird die Milch nicht in „Tetra-Pak“-Kartons, sondern in Plastikbeuteln, auf denen – natürlich – eine Kuh zu sehen ist. „Die Verpackung erfüllt die Ansprüche an Nachhaltigkeit: Das Abfallvolumen ist gegenüber einem klassischen ,Tetra-Pak‘ deutlich geringer. 35 Prozent der Milchtüte bestehen zudem aus natürlicher Kreide“, so DMK-Sprecher Bartelt.

Wie kamen die standfesten Schlauchbeutel bei den Kunden an? Bartelt: „Die Verpackung fällt auf – war aber für viele Verbraucher erstmal neuartig. Auch hier zeigen die stabil steigenden Absatzzahlen, dass die Verpackung inzwischen gelernt ist. Das Erscheinungsbild der Marke hat sich damit deutlich verjüngt.“

Sind nun auch Comebacks weiterer „Bremerland“-Produkte möglich – etwa eine Wiederkehr des stichfesten Joghurts, an den viele in der Region sich noch erinnern? „Erste Verbraucher fragen tatsächlich bereits nach weiteren Produkten“, antwortet Bartelt. Zunächst aber gelte es, die Marke wieder im Bewusstsein „zu verankern“.

Regionalität ist wichtig: Landwirt Jürgen Drewes gehört zu den Milchlieferanten für „Bremerland“.

Eineinhalb Jahre lang hatte die DMK-Gruppe das „Bremerland“-Comeback vorbereitet. 15 Landwirte liefern die Milch. Ihre Höfe liegen in Oberneuland, Borgfeld sowie im Blockland. Einer der „Bremerland“-Landwirte ist Jürgen Drewes aus Oberneuland. Einige seiner Kühe sind nicht allein auf dem Hof in Oberneuland zu finden, sondern zuweilen auch näher am Zentrum Bremens – im Bürgerpark, auf der großen Wiese vor der „Meierei“.

Milchkuh-Austrieb im Bremer Bürgerpark

Im zweiten Jahr in Folge bringt Drewes Kühe zum sogenannten Austrieb in den Bürgerpark. „Das ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein tolles Spektakel. Nach dem langen Winter schießen die Kühe wie Windhunde über die Wiese und man sieht richtig, wie sehr sie sich freuen“, sagt der Landwirt. Drewes beweidet die Wiese für den Bürgerpark und unterstützt ihn bei der Heuernte, um das Damwild und die Zwergzebus, Esel, Schafe, Ziegen des angrenzenden Tiergeheges in den Wintermonaten zu versorgen. In den Sommermonaten grasen einige seiner „Bremerland“-Kühe im Park.

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