Hertenstein: Stammzelltransplantation bietet größte Erfolgsaussichten – auch für ältere Patienten

Diagnose Leukämie ist kein Todesurteil mehr

Chefarzt Prof. Dr. Bernd Hertenstein im Gespräch mit einem Patienten.
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Chefarzt Prof. Dr. Bernd Hertenstein im Gespräch mit einem Patienten.

Bremen - Für die Patienten ist die Diagnose ein Schock: Blutkrebs. Galt bis vor einigen Jahren Leukämie oder ein bösartiges Lymphom (Tumore des lymphatischen Systems) noch als sicheres Todesurteil, sind mittlerweile beide Erkrankungen gut behandelbar, wie ein Sprecher der Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno) sagte.

„In der medikamentösen Therapie hat die Forschung in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht“, betonte auch Prof. Dr. Bernd Hertenstein, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Mitte. „Die größten Erfolgsaussichten bietet weiterhin die Stammzelltransplantation“, so Hertenstein.

Kam bis vor einigen Jahren dieses Verfahren in erster Linie für junge Patienten ohne Begleiterkrankungen infrage, können heute dank neuer Medikamente auch ältere Patienten mit Begleiterkrankungen transplantiert werden, sagte der Mediziner. Bei der Stammzelltransplantation wird seinen Angaben zufolge zwischen einer autologen und einer allogenen Transplantation unterschieden. Bei der autologen Transplantation werden dem Patienten nach der Chemotherapie zuvor gewonnene eigene Blutstammzellen rückübertragen. Anders bei der allogenen Transplantation: Bei diesem Verfahren wird in der Verwandtschaft und in Datenbanken nach einem passenden Fremdspender gesucht. Ist ein Spender gefunden, der in den wichtigsten Gewebemerkmalen mit dem Empfänger übereinstimmt, werden dem Patienten die fremden Blutstammzellen transplantiert. Hertenstein: „Die Spenderzellen verdrängen die normalen und kranken Stammzellen des Patienten und ersetzen das kranke Knochenmark durch ein neues – der Heilungsprozess kommt in Gang.“ Sowohl bei der autologen als auch bei der allogenen Stammzelltransplantation verfüge die Medizin über viel Erfahrung, erklärte er. „Seit 1998 führen wir in der Medizinischen Kli-

nik I autologe Transplantationen durch, seit 2006 auch allogene. Erst kürzlich haben wir zum 100. Mal allogene Stammzellen transplantiert“, sagte er weiter. Das Klinikum Mitte gehöre damit zu den wenigen nichtuniversitären Kliniken in Deutschland, das beide Verfahren anbietet.

Insgesamt erkranken laut Geno in Deutschland jedes Jahr rund 8 000 Menschen an Leukämie. „Auch wenn die Medizin in diesem Bereich in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht hat: Leukämie und auch bösartige Lymphome sind und bleiben ernsthafte Erkrankungen. Akute Leukämien sind potenziell lebensbedrohlich und können unbehandelt in wenigen Wochen zum Tod führen. Chronische Formen der Krankheit dauern dagegen häufig mehrere Jahre. Wie bei allen Krebserkrankungen gilt: Je früher erkannt, desto größer sind die Heilungschancen“, sagte Hertenstein.

Patienten, die einer weniger intensiven Therapie oder einer speziellen klinischen Diagnostik bedürfen, können am Klinikum Bremen-Mitte auch in der Hämatologisch-Onkologischen Tagesklinik (HOT) oder Hämatologisch-Onkologischen Ambulanz (HOA) behandelt werden. Die Tagesklinik war 1993 bundesweit die erste onkologische Tagesklinik überhaupt und gehört mit ihren 16 Behandlungsplätzen laut Geno bis heute zu den größten ihrer Art in Deutschland. · gn

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