DGzRS

Im Zweiten Anlauf

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Dirk Böhling moderierte das Bühnenprogramm.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Taufe: Bisweilen braucht man eben einen zweiten Anlauf, es hilft ja nichts. Als Daniela Schadt, die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten und Seenotretter-Schirmherrn Joachim Gauck, am Freitagnachmittag auf dem Marktplatz das neue Seenotrettungsboot auf den Namen „Henrich Wuppesahl“ taufte, da – ja, da zersplitterte die obligatorische Flasche erst beim zweiten Versuch...

Das Schiff wird in Neustadt in Schleswig-Holstein stationiert. Gut 20 freiwillige Seenotretter um Vormann Wolfgang Schulz sind dort im Einsatz. Ihr Revier ist die Lübecker Bucht zwischen Grömitz und Travemünde – dazu gehört die Küste vor den Ostseebädern Haffkrug, Scharbeutz und Timmendorfer Strand.

Schulz gehörte am Freitag zu den Rednern auf dem Festakt im Rathaus, der der Taufe voranging. „Unser Engagement hat nichts mit Heldentum zu tun“, sagte der Vormann. „Wir fahren raus, um uns für das Leben anderer einzusetzen.“ Rausfahren können Schulz und seine Crew nun mit der „Henrich Wuppesahl“ – bis zu 18 Knoten (gut 33 Kilometer pro Stunde) schnell und 380 PS stark.

- Empfang: Die 450 Gäste des Festakts in der Oberen Rathaushalle durften sich ein ganz klein wenig wie Teilnehmer der Schaffermahlzeit fühlen. Denn sie durften das Alte Rathaus durch den Eingang zwischen den beiden Herolden betreten – eben jenen Eingang, der im Februar stets für die Schaffermahlzeit geöffnet wird. Dann aber steht auch ein Shanty-Chor davor und singt. Der Chor fehlte am Freitag. Musik gab es dennoch am Jubeltag der Seenotretter. Beim Festakt etwa war – thematisch feinfühlig ausgewählt – eine wunderbare Klassik-Version des „Abba“- Songs „SOS“ zu hören.

Und 300 Mädchen und Jungen der Bremer Grundschulen St. Johannis und Oberneuland sangen im Anschluss an den Festakt den Seenotretter-Song „Volle Kraft voraus“. Das Lied des Musikers Klaus Lage, 2014 ehrenamtlicher DGzRS-„Bootschafter“, wurde auf dem Marktplatz gesungen.

- Bühne: Und dann waren da ja auch noch die „Seenotrapper“ und die „Blindfische“, die auf der Bühne für Remmidemmi sorgten – letztere mit Rockmusik für Kinder. Passend zum Anlass natürlich in maritimer Ausprägung: „Ich bin ein Pirat auf großer Fahrt. . .“

Moderiert wurde das Bühnenprogramm von dem Schauspieler, Autor und Regisseur Dirk Böhling (Radio Bremen). Ist er eigentlich schon mal auf einem Seenotkreuzer gefahren? Nun, an Bord war er schon einmal. Aber mitgefahren? Nein, das noch nicht, antwortete Böhling am Rande der DGzRS-Feier. Verbunden ist er der Arbeit der Seenotretter aber sehr wohl. So hat er zum Beispiel ein Kinderbuch zum Thema geschrieben.

Zurück zur Musik. Beim Festkonzert in der „Glocke“ (Domsheide) spielte die Deutsche Kammerphilharmonie am Freitagabend das Programm „Finnen-Folk und klassisches Meeresrauschen“ – gemeinsam mit der Gruppe „Tsuumi Sound System“ und unter der Leitung des Dirigenten Alejo Pérez.

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