Bremer Kultfestival kocht auf Sparflamme

„Breminale“: Dezentral und nicht mehr umsonst

 Menschenmassen tummeln sich auf den Osterdeichwiesen.
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Die „Breminale“ im Jahr 2019: Menschenmassen tummeln sich auf den Osterdeichwiesen. In diesem Jahr findet das Kulturfestival nach der Corona-Pause 2020 wieder statt – fünf Tage lang, aber dezentral, mit wenig Publikum und eben nicht am Osterdeich.

Es gibt wieder eine „Breminale“. Aber sie findet vom 21. bis 25. Juli nicht auf den Osterdeichwiesen statt, sondern dezentral an einigen Orten in der Stadt.

Bremen – Ein bewegliches Konzept mit möglichst langem Handlungsspielraum – die „Breminale“-Macher haben gegrübelt, gebastelt und ein Drehbuch für eine „Breminale Dezentrale“ geschrieben. Für ein Kulturvergnügen auf Sparflamme, mit Live-Musik und wenig Publikum, aber eben ohne die üblichen Menschenmassen (200 000 Besucher in fünf Tagen) und Festivalcharakter.

Für eine „Breminale“, die eben nicht auf den Osterdeichwiesen stattfindet. „Das geht einfach nicht. Dort können wir das Publikum nicht erfassen“, sagt Mitorganisator Jonte von Döllen („Concept Buureau“). Aber ein bisschen „Breminale“ gibt es eben doch. Keine Komplettabsage wie 2020. Fünf Tage läuft das Festival, wie üblich. Vom 21. bis 25. Juli. Dezentral sollen Open-Air-Bühnen an verschiedenen Standorten bespielt werden. Unter freiem Himmel, aber nicht frei zugänglich. Eingezäunte Bühnen sozusagen. „Open-Air-Bühnen mit Sichtschutz“, sagt von Döllen. Klingt ja auch freundlicher.

„Draußen und umsonst“, so lautet der klassische „Breminale“-Slogan. Draußen ja, umsonst diesmal nicht. „Wir müssen eine Gebühr nehmen“, sagen von Döllen und Co. „Das geht nicht anders. Da blutet einem das ,Breminale’-Herz.“ Zehn Euro werden pro Abend und Location fällig – für jeweils „mindestens zwei Shows plus Rahmenprogramm“.

Zehn Euro pro Abend und Location

Spielorte sind der Platz vor der Café-Bar „Papp“ in der Neustadt (Friedrich-Ebert-Straße 1), das „Licht-Luft-Bad“ auf dem Stadtwerder (unweit vom Café Sand), das Areal rund ums Kreativzentrum „Pusdorf Studios“ am Woltmershauser Deich (Ladestraße), das Amphitheater des Kulturzentrums Schlachthof in Findorff sowie der „Sommerhafen“ in der Überseestadt, wo eine „Punkinale“, eine „Breminale“ im Punkformat, stattfinden soll. Die Veranstaltungen laufen jeweils von 18 bis 22  Uhr.

Alle Live-Konzerte werden über eine neue Homepage gestreamt. Die Nutzer können zwischen den Streams wechseln. Ab 22 Uhr übernehmen das Künstlerkollektiv „Drei-Meter-Bretter“ und sein fiktiver Radiosender die Regie und senden eine „Nachtinale“, „kleine verschrobene Formate“, so von Döllen. Eine „Kinder-Breminale“ steht auch auf dem Programm. Sie findet täglich von 12 bis 18  Uhr im „Sportgarten“ in der Pauliner Marsch statt. Und kostet keinen Eintritt.

Vorverkauf ab 5. Juli

Die Strukturen sind festgezurrt. Feinheiten sind unter anderem vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängig. Die zulässige Zuschauerzahl dürfte sich laut von Döllen „von unter 100 bis zu einigen hundert“ bewegen, je nach Spielort. Auch die Hygienekonzepte werden leicht variieren. Bis zwei Wochen vor Festivalbeginn sollen für jede Location Leitfäden festgeschrieben sein. Das alles wird dann auf der neuen Homepage nachzulesen sein. Die soll nächste Woche im Netz erscheinen. Und auch sonst bleibt der Spannungsbogen erhalten. Das komplette Programm geht am 1. Juli online, Karten für die Konzerte können ab 5. Juli gebucht werden. Und wer kommt? „Wir setzen auf ein vor allem regionales Line-up mit bekannten Gesichtern und Newcomern“, sagt von Döllen. „Mehr verrate ich nicht.“

Das Budget sei deutlich kleiner als üblich, heißt es. Das klingt ziemlich unkonkret. Anträge für die Fehlbedarfsfinanzierung werden geschrieben. „Wir sind noch nicht ganz fertig.“ Neue T-Shirts soll es noch geben, ein neues Plakat. Und auch am Osterdeich ist eine „symbolische Bespielung“ geplant. Mit Lichteffekten und künstlerischen Interventionen, ist zu hören.

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