Live-Schaltung zum Echo-Gewinn

Pur begeistert 7.000 Fans mit Chor und Statement

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Pur begeisterte die Fans in der Bremer Stadthalle.

Bremen - Von Ulf Kaack. Mehr live geht nicht! Während des Konzerts der Deutschrocker Pur am Donnerstagabend in der Stadthalle wurde die Echo-Verleihung an die Band bekanntgegeben – und via Satellit im Fernsehen übertragen. 7.000 Fans waren begeistert und gratulierten mit zehnminütigem Applaus.

Wenn meine Kumpels mitkriegen würden, dass ich freiwillig auf ein „Pur“-Konzert gehe und es auch noch gut finde – die würden mich nie wieder zum Grillen einladen. Prophylaktisch habe ich mir aber schon eine Ausrede parat gelegt: Eigentlich bin ich wegen des größten Bremer Mädchenchores dagewesen. Denn die Damen waren deutlich in der Überzahl, waren mit Leidenschaft und ausgeprägter Mitsingbereitschaft dabei.

Nach einem monumentalen Intro, das einer Disney-Produktion hätte entstammen können, startet Pur mit „Wer hält die Welt“ aus dem aktuellen Album, legt dann die Titel „Achtung“, „Freunde“, „Jedesmal“ und „Gemeinsam“ nach. Frontmann Hartmut Engler agiert routiniert und souverän, ebenso die Musiker an seiner Seite.

Fünf Trucks hatten 30 Tonnen Equipment nach Bremen transportiert, aufgebaut von 50 Bühnenarbeitern. 100 Boxen mit insgesamt 100.000 Watt sorgten für einen hervorragenden Sound. Eine 75 Quadratmeter große LED-Wand hinter der Bühne ermöglichte den Zuschauern optimale Sichtverhältnisse. 200 Scheinwerfer illuminierten das Geschehen auf der Bühne.

Stefanie Heinzmann überreicht den Echo

Nach dem Titel „Wenn sie die diesen Tango hört“, Englers Hommage an seine Großmutter, dann die große Überraschung von der Echo-Gala in Berlin: Es ist kurz vor 21 Uhr. Via Liveschaltung auf die LED-Wand kommt die Nachricht, dass die Deutschrocker von Pur in der Kategorie „Rock/Pop national“ als beste Künstler ausgezeichnet worden sind. Frenetischer Jubel, minutenlang. Sängerin Stefanie Heinzmann kommt auf die Bühne und überreicht die Auszeichnung. Auch diese Szene wird direkt ins laufende ARD-Programm eingespeist.

Nach so viel Ehre geht es euphorisiert und konsequent weiter. Neben den aktuellen Songs dürfen Engler und Co. natürlich die alten Hits nicht schuldig bleiben. „Indianer“, „Abenteuerland“, „Lena“ und „Funkelperlenaugen“ sind die Highlights des Abends.

Textsicher singt besagter Mädchenchor mit. Es wird getanzt, Feuerzeuge werden geschwenkt… Die Band hört auf zu spielen und die Songs werden aus tausenden Kehlen einfach weitergetragen. Wow, das hat was!

Klar gegen Ausländerfeindlichkeit 

Engler formuliert ein klares Statement gegen Intoleranz und Ausländerfeindlichkeit. „Hier auf der Bühne stehen drei Männer, deren Eltern einst aus ihrer Heimat vertrieben worden sind“, so der Sänger. „Wir haben ein präzises Bild davon, was die fliehenden Menschen derzeit durchleben.“ Und passend wird „Anni“ intoniert. Ein Titel über Englers Mutter, der von ihrer Vertreibung aus dem Sudetenland erzählt.

Pur sind ein Phänomen in der deutschsprachigen Musiklandschaft. Seit mehr als drei Jahrzehnten agieren ihre Kompositionen zwischen Rock und Pop, die Texte oftmals gefährlich nah am Schlager. Vom Feuilleton in aller Regelmäßigkeit geschmäht, haftet ihnen der Ruf des Mainstreams und des Unverbindlichen an. Aber warum eigentlich nicht Pur? Trotz aller Unkenrufe hat die Band eine riesige treue Fangemeinde. Und das Konzert in der Bremer Stadthalle war wirklich ein gehaltvolles.

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