Deutschlandpremiere auf Bremer Airport

Landung per Satellitenführung

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Der erste rein satellitengestützte Präzisionsanflug in Deutschland fand jetzt auf dem Bremer Airport statt. 

Bremen - Der Bremer Airport war am Donnerstag Schauplatz einer bundesweiten Premiere: Erstmals landete ein Passagier-Flugzeug mit Hilfe eines neuen, satellitengestützten Präzisionsanflugverfahrens. Auf eine Navigationsinfrastruktur vom Boden wurde verzichtet.

Möglich wird dies mit einem Verfahren auf Basis von Egnos (European Geostationary Navigation Overlay Service), dem europäischen satellitenbasierten Erweiterungssystem zur GPS-Navigation. Es steigert die Positionsgenauigkeit von GPS auf ein bis drei Meter statt von zehn bis 20 Meter, sagte Donnerstag Anja Naumann, Pressesprecherin der Deutschen Flugsicherung in Bremen (DFS). Bremen ist den Angaben zufolge der erste deutsche Verkehrsflughafen, der mit dem neuen Präzisionsanflugverfahren SBAS (Satellite Based Augmentation System) arbeitet.

Mit der SBAS-Technik stellt die DFS den Luftraumnutzern in Bremen bei schlechtem Wetter ein weiteres Anflugverfahren zusätzlich zum konventionellen Instrumentenlandesystem (ILS) zur Verfügung. „Die Hansestadt ist damit erneut Vorreiter bei der Einführung fortschrittlicher Flugverfahren“, so Naumann. Bereits 2012 wurde auf dem Airport Bremen der weltweit erste Anflug mit der satellitengestützten GBAS-Technik (Ground Based Augmentation System) durchgeführt. „Wir freuen uns, nach dem ersten GBAS-Anflug 2012 darüber, dass uns die Deutsche Flugsicherung erneut eine Premiere am Bremen Airport ermöglicht hat. Die SBAS-Technik ist innovativ und ermöglicht neue Wege unabhängig von der bodengestützten Navigation“, betonte Airport-Chef Jürgen Bula.

Pilot wird präzise geführt

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) hatte das satellitengestützte SBAS-Präzisionsanflugverfahren unter der Bezeichnung „LPV 200“ freigegeben. Es gilt bei schlechten Sichtverhältnissen für die erste Stufe von drei Allwetterflugbedingungen: Der Pilot wird bis zu einer Höhe von 200 Fuß (60 Meter) mittels Satelliten sowohl horizontal als auch vertikal präzise geführt. „Sieht er dann die Piste, kann er sicher landen“, so die DFS.

Die automatische Führung bis zu dieser sogenannten „Entscheidungshöhe“ wird bislang nur durch bodengestützte Systeme oder satelliten- und bodengestützte Systeme geleistet. Die neue SBAS-Technik biete erhebliche Vorteile, heißt es. SBAS sei nicht nur eine hochpräzise Alternative zu Instrumentenlandesystemen, sie benötige auch keine Navigations-Bodeninfrastruktur, die teuer und wartungsintensiv sei. „Die DFS will im Anflugbereich mittel- bis langfristig verstärkt die Potenziale der rein satellitenbasierten Navigation nutzen“, sagte Andre Biestmann, Bereichsleiter Luftraum-Support bei der DFS. Um die Satellitensignale empfangen zu können, müssen jedoch die Cockpits mit einem entsprechenden EGNOS-Empfänger ausgerüstet sein. 

gn

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