Investitionen von 3,8 Millionen Euro

Deutsches Schiffahrtsmuseum wird ab Juni modernisiert

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Das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven wird ab Juni modernisiert.

Bremerhaven - Der Fund einer Kogge vor über 50 Jahren gab den Ausschlag für die Gründung des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven. Nun soll das Wrack für den Besucher noch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.

Mit dem Umbau des "Kogge-Hauses" beginnt das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven seine Grunderneuerung. Ende Juni soll es losgehen, wie Museumsdirektorin Sunhild Kleingärtner am Donnerstag sagte. Die 26 Meter lange Kogge aus dem Mittelalter soll künftig noch mehr im Fokus der Schau stehen. Für Dezember ist die Wiedereröffnung des Ausstellungsbereichs geplant. Bis dahin werde er für Besucher geschlossen bleiben.

Für insgesamt 42 Millionen Euro werden bis 2020 auch die anderen Abteilungen des Museums erneuert. Das 1975 eröffnete Museum muss sich neu erfinden, damit es den Status eines nationalen Forschungsmuseums behält. Bei der letzten Überprüfung hatte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft festgestellt, dass die Dauerausstellung den aktuellen Anforderungen nicht mehr genügt.

Über zwei Jahre an neuem Konzept gearbeitet

Zwei Jahre wurde hinter den Kulissen des Museums an einem neuen Konzept gearbeitet, das nun umgesetzt werden soll. Es sieht vor, unter dem Motto "Mensch und Meer" die Forschungsarbeit des Hauses für den Besucher sichtbar zu machen. "Wir bieten Forschung zum Anfassen", sagte Kleingärtner. Die 3,8 Millionen Euro teure Umgestaltung des "Kogge-Hauses" werde exemplarisch für den Umbau der übrigen Abteilungen stehen.

Anhand des Wracks der historischen Kogge, die vor über 50 Jahren in der Weser entdeckt worden war, werden auf Leuchttischen und an Multimedia-Stationen Forschungsfragen gestellt: Wer waren die Menschen an Bord? Auf welchen Handelsrouten fuhren die Koggen? Wie wurden Löcher und Risse im Holz ausgebessert? "Die Besucher sollen auch selber Fragen stellen können", sagte Kleingärtner.

Interaktivität und Forscherdrang soll gefördert werden

Interaktive Flächen und Modelle zum Anfassen gehörten inzwischen zu einem modernen Museum dazu. "Die Sehgewohnheiten und Kommunikationsformen der Besucher haben sich durch die Digitalisierung stark verändert", sagte Kleingärtner. An der Kogge selbst solle auch weiterhin in der Ausstellung geforscht werden, deren spektakulärer Fund den Ausschlag für den Bau des Schiffahrtsmuseums gegeben hatte.

Neue Forschungsergebnisse sollen stetig in die Schau einfließen. "Wir frieren den Wissenstand nicht ein", sagte Ausstellungsplaner Stefan Iglhaut. Nach dem Umbau des "Kogge-Hauses" soll bis 2018 zunächst der "Bangart-Bau" neu gestaltet werden. Dort werde der Blick auf die Zukunft der Schifffahrt gerichtet, so Kleingärtner. Als letzter Schritt folge die Modernisierung des "Scharoun-Baus", in dem das Meer als Sehnsuchtsort im Mittelpunkt stehen soll.

dpa

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